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Paraschat Wajera

Den vollen Text der Parascha mitsamt Kommentaren findet Ihr künftig in unserem Buch Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden. Band 1 Bereschit / Am Anfang, Ariella-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-9813825-9-4, 24,80 €, gebunden 128 S. mit 12 Illustrationen. Hier bieten wir einen Ausschnitt mit Fragen zur Parascha.

Einleitung

Immer wieder gibt es die unterschiedlichen Bezeichnungen »G’tt« (Elohim) und »der Ewige« (der vierbuchstabige Name): Beide meinen G’tt. In der Torah wird allerdings manchmal so, manchmal so geschrieben. Wobei hinter der Übersetzung »der Ewige« der Name G’ttes steht, den wir Juden nicht aussprechen dürfen. Ich denke, dass es auch sehr wichtig ist, beide Bezeichnungen zu verwenden, damit unsere Kinder lernen, dass wir nicht nur »G’tt« (oder gar einen »lieben G’tt«) haben, sondern dass dieser G’tt auch einen Namen hat, den wir so sehr achten, dass wir ihn lieber nicht aussprechen. Die jüdische Tradition hat an beide Bezeichnungen übrigens eine wichtige Aussage geknüpft; danach zeigt sich in Elohim der G’tt der Gerechtigkeit (also auch der strenge G’tt!), im vier- buchstabigen Namen (der Ewige) dagegen das Erbarmen G’ttes. Beide Aspekte sind für unser G’ttesverständnis sehr wichtig, da schon in der Torah G’tt immer wieder in diesen beiden Weisen auftritt: Die Bibel bezeugt eben nicht nur einen sich stets erbarmenden G’tt, sondern auch einen G’tt, der »zornig« werden und Forderungen an den Menschen stellen kann. Schließlich ist G’tt unser »Gegenüber«, an dem wir uns nicht nur laben können (kein »Wohlfühl-G’tt«), sondern der uns auch eine Reibungsgröße ist, die von uns eine Reaktion, ein Verhalten erzwingt.

Zur Bindung Jizchaks (im Deutschen oft fälschlich als die »Opferung Isaaks« bezeichnet): Diese Erzählung ist ganz eng mit dem Neujahrsfest (Rosch ha-Schana) verknüpft. Der Zusammenhang besteht darin, dass wir alle nur wegen dieser Tat Avrahams auf das Erbarmen G’ttes hoffen können und unsere Sünden nicht angerechnet bekommen (und Rosch ha-Schana ist ja der Tag, an dem G’tt die guten und schlechten Taten der Menschen aufrechnet!). Avraham war sozusagen so gerecht, dass es auch seinen Nachkommen angerechnet wird. Deshalb wird zu Rosch ha-Schana das Widderhorn, der Schofar, geblasen, weil anstelle von Jizchak ein Widder geopfert wurde, und daher wird diese Passage auch zu Rosch ha-Schana in der Synagoge aus der Torah-Rolle gelesen.

Drei Männer kommen zu Avraham und Sarah

18,1
Eines Tages erschien der Ewige bei Avraham, und Avraham
bekam Besuch von drei Männern. Und Avraham lud sie zu sich
ein und brachte ihnen Wasser, Brot, Fleisch und Milch, damit
sie sich stärken konnten. Avraham stand bei den Männern, aß
aber selbst nichts von dem guten Essen.
Während die Männer aßen, fragten sie Avraham: »Wo ist
eigentlich deine Frau Sarah?« Und Avraham antwortete ihnen:
»Sie ist im Zelt.« Dann sagte einer von ihnen: »In etwa einem
Jahr werde ich wieder bei euch vorbeischauen. Dann werdet
ihr beide einen kleinen Sohn haben.«
Aber Sarah war nicht in ihrem Zelt, sondern ganz in der Nähe
und konnte alles hören. Sie lachte und sagte sich: »Ich bin doch
schon so alt und Avraham ebenso! Warum sollten wir noch
einmal ein Kind bekommen?«
Da sagte der Ewige zu Avraham: »Warum lacht Sarah? Sollte
es dem Ewigen etwa zu schwer sein, sein Versprechen zu halten?
Ich sage noch einmal: In einem Jahr wird Sarah einen Sohn
gebären.« Sarah fürchtete sich und schämte sich, dass sie den
Besuch ausgelacht hatte, deshalb leugnete sie alles. Aber einer
der Besucher sagte nur: »Doch, du hast gelacht, ich habe es
gehört.«
Nachdem die drei Männer sich ausgeruht hatten, gingen
sie weiter. Und Avraham begleitete sie noch ein Stück ihres
Wegs.

Sdom wird zerstört

19,1
Am Abend desselben Tages saß Lot, der Neffe Avrahams, am
Tor der Stadt Sdom. Da kamen zwei Boten an. Und Lot lud sie
zu sich nach Hause ein. Er machte ihnen etwas Ordentliches
zu essen, damit sie sich stärken konnten. Aber kaum waren sie
mit dem Essen fertig, da klopfte es draußen, und Männer aus
der Stadt riefen: »Lot, gib die Männer heraus, die du eingeladen
hast. Wir wollen unseren Spaß mit ihnen haben.« Da
Lot ahnte, dass das nichts Gutes heißen konnte, ging er vor die
Tür und versuchte, die Leute vor seinem Haus zu beruhigen.
Aber es half nichts. Die Leute bedrängten ihn immer mehr.
Schließlich war Lot sogar bereit, den Männern seine Töchter
zu geben, nur um seine Gäste zu schützen, aber auch das blieb
ohne Wirkung. Die Männer machten sich schon daran, auf Lot
loszugehen.
In letzter Sekunde wurde die Tür von hinten aufgerissen und
Lot ins Haus gezogen. Es waren die Gäste, die ihm in seiner
Bedrängnis halfen. Jene bösen Menschen aber, die die Tür
eintreten wollten, schlugen sie mit Blindheit, dass sie nichts
mehr sehen und auch die Tür nicht mehr finden konnten.
Darauf mahnten die Männer Lot, dass er schnell seine Familie
nehmen und die Stadt Sdom verlassen solle. »Denn«, so
sagten sie, »wir wollen die Stadt Sdom zerstören. Es ist eine
Stadt, in der nur noch böse Menschen wohnen.«
Da sammelte Lot seine Frau und seine Töchter um sich. Nur
die Männer seiner Töchter wollten von einem Aufbruch nichts
wissen. Und die beiden Gäste sagten ihnen: »Nun aber schnell.
Rennt davon, schaut euch nicht um, rennt immer weiter.«
Und der Ewige ließ auf die Städte Sdom und Amora Schwefel
und Feuer niederprasseln, dass alle Häuser, alle Felder verbrannten
und nichts von den Städten übrig blieb.
Lot und seine Familie f lohen vor den Feuerstürmen in eine
kleine Stadt. Aber unterwegs drehte sich die Frau von Lot doch
einmal um, um zu sehen, was aus Sdom würde, da erstarrte sie
und wurde zur Salzsäule.
Avraham hörte das Feuerbrausen und ging hinaus, um nach
Sdom und Amora hinabzusehen. Da sah er das ganze Jardental,
wie es in Rauch stand, Feuer schlug meterhoch, Häuser
standen in Flammen. Sträucher, Wälder, alles brannte nieder,
alle Städte im Jardental.

Die Bindung Jizchaks

22,1
Nach einiger Zeit stellte G’tt Avraham auf die Probe. »Avraham!
«, rief er ihn, und Avraham antwortete: »Ja, hier bin
ich.« Und G’tt sagte: »Nimm deinen Sohn, deinen einzigen,
den, den du lieb hast, den Jizchak, und geh los in das Land
Morija. Dort sollst du ihn mir auf einem Berg geben.«
Und Avraham machte sich mit seinem Sohn Jizchak auf den
Weg. Nach langer Reise konnten sie den Ort von Weitem sehen.
Da sagte er seinen Dienern, die mit ihnen gekommen waren:
»Bleibt hier bei den Tieren. Wir werden hingehen, uns hinwerfen
und wiederkommen.« So gingen sie los; das Holz trug
Jizchak, und das Messer hatte Avraham eingesteckt.
Nach einer Weile sagte Jizchak: »Vater!« Und der antwortete:
»Ja, hier bin ich, mein Sohn!« Und Jizchak sagte weiter:
»Hier ist das Holz für das Feuer, aber wo ist das Lamm, das
geschlachtet und auf dem Altar verbrannt werden soll?« Und
Avraham antwortete: »G’tt wird sich schon ein Lamm als
Opfertier aussuchen, mein Sohn!«
Als sie ankamen, begann Avraham sofort, einen Altar zu
bauen und legte Holz darauf. Dann nahm er seinen Sohn und
band ihn über das Holz auf dem Altar fest. Und Avraham nahm
das Messer, streckte seine Hand aus, um seinen Sohn zu
schlachten, doch da rief plötzlich eine Stimme aus dem Himmel:
»Avraham! Avraham!« Und Avraham antwortete: »Ja, hier bin ich!«
Und die Stimme sagte: »Tu deinem Sohn nichts
an, nicht das Geringste. Das genügt. Jetzt habe ich gesehen,
dass du mir traust. Denn du hättest mir sogar deinen einzigen
Sohn gegeben, wenn ich es gewollt hätte.«
Da sah Avraham einen Widder, der sich mit seinen Hörnern
im Dickicht verheddert hatte. Und Avraham nahm den Widder
und schlachtete ihn auf dem Altar als Opfer.
Da rief ein zweites Mal ein Bote des Ewigen und sagte: »Dafür,
dass du mir deinen Sohn gegeben hättest, dafür will ich
dich segnen und deine Kinder und Enkel und Urenkel zahlreich
machen. Und auch alle anderen Völker sollen durch dich
gesegnet sein, dafür, dass du auf mich gehört und mir vertraut
hast.«
So ging Avraham zurück nach Hause.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen zur Parascha

Was wollten die drei Männer von Avraham und Sara?

Welchen Auftrag hatten die Männer, die bei Avraham zu Besuch waren, noch?

Als es um die Zerstörung Sedoms ging, handelte Avraham richtig mit G“tt. Bei wievielen Gerechten hörte Avraham schließlich auf, mit G“tt zu rechnen.

Wie bekamen die Töchter Lots, obwohl sie keine Männer mehr hatten und nur einsam im Gebirge hausten, doch noch Söhne?

Wie alt war Avraham, als Sara ihm Jizchaq geboren hat?

Wann wurde Jizchaq beschnitten?

Wer war der Vater von Jischmael?

Weshalb musste Hagar mit ihrem Sohn fortgehen? Wer hatte etwas dagegen?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Im Midrasch wird Noach mit Avraham verglichen. Und es heißt, dass Noach zu seiner Zeit ein Gerechter war. Aber im Vergleich zu Avraham war er kein Gerechter. Wie kommt der Midrasch wohl auf diese Einschätzung. (Tipp: Denkt an die Geschichte, in der Avraham mit G“tt um die Gerechten handelt!).

Zehn Gerechte in einer Stadt, dann ist die Stadt gerettet. Weshalb Zehn, weshalb genügt nicht ein einzelner Gerechter? Wo spielt übrigens heute noch die Zehnzahl von Menschen im G“ttesdienst eine Rolle?

Wieviele Gerechte gab es in Sedom (Achtung!)?

Gegen welches Verbot verstoßen die Töchter Lots?

Kennst du die Geschichte, wie Sara sich als Avrahams Schwester ausgibt, schon. Wie ging die Geschichte dort?

Das Lachen spielt in dieser Parascha immer wieder eine Rolle. Versuche zu erklären, weshalb das so eine große Rolle spielt und was das alles mit Saras Sohn zu tun hat.

Die Bindung Jizchaqs wird am zweiten Tag Rosch ha-Schana aus der Torarolle gelesen. Was hat diese Geschichte mit Rosch ha-Schana zu tun?

 

Paraschat Lech Lecha

Den vollen Text der Parascha mitsamt Kommentaren findet Ihr künftig in unserem Buch Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden. Band 1 Bereschit / Am Anfang, Ariella-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-9813825-9-4, 24,80 €, gebunden 128 S. mit 12 Illustrationen. Hier bieten wir einen Ausschnitt mit Fragen zur Parascha.

Einleitung

Mit dieser Parascha beginnen die Erzählungen von den
Stammeltern und damit die der unmittelbaren Vorgeschichte
des Volkes Jisrael. Wie sehr diese Erzählungen bereits auf das
Volk Jisrael ausgerichtet sind, lassen die wiederholten Versprechen
G’ttes erkennen, aus einem einzelnen Elternpaar
(Sarah und Avraham) ein ganzes Volk werden zu lassen, dem
ein ganzes Land zugesprochen wird. Beide Versprechen sind
deutliche Verweise auf die Zukunft, aber der Nachwuchs will
sich nicht gleich und vor allem nicht zahlreich einstellen.
Wodurch, zumindest aus der Sicht von Sarah und Avraham,
das Versprechen für spätere Generationen nicht einlösbar ist.
Beide bekommen gerade mal einen Sohn. Aber auch das zweite
Versprechen lässt sich nicht so leicht verwirklichen. Schon eine
schnelle Übersicht über den Text zeigt, dass die ersten Stammeltern
permanent unterwegs waren und sich eben nicht im
versprochenen Land niederlassen konnten.
Aber genau diesen Spannungsbogen will die Torah wiedergeben.
Ein Versprechen (die Torah spricht von »Bund«) wird
nicht einfach und unmittelbar eingelöst, sondern dynamisiert
die gesamte Geschichte eines Volkes. Deshalb erzählt die
Torah im Zusammenhang mit den Stammeltern nicht etwa von
zufälligen Geschehnissen, die vor langer Zeit irgendwelchen
Menschen widerfahren sind, sondern vom langen Weg hin zu
einem ganzen Volk und zu einem eigenen Land.
Das ist der Unterschied zwischen »Historie« und »Geschichte
«. Der historischen Rückfrage geht es um die Einzeldaten
der handelnden Personen, die Geschichte deutet
dagegen das Dagewesene als ein Hinlaufen auf einen wichtigen
Punkt, von dem aus sich die Jetztzeit in ihrem Selbstverständnis
verstehen möchte. Deshalb ist es auch unerheblich,
immerzu die Frage beantworten zu wollen, ob sich denn alles
so zugetragen hat, wie es hier beschrieben wird. Vielmehr ist
entscheidend, den erzählten Spannungsbogen als das lange
Werden eines Volkes begreifen zu lernen.

Avram bricht nach Knaan auf

12,1
Eines Tages sagte der Ewige zu Avram: »Geh weg von hier, wo
deine Familie wohnt, und geh in ein fernes Land. Ich werde dir
zeigen, wo du hingehen sollst. Denn ich möchte dich segnen
und deinen Namen überall bekannt machen. Und alle, die es
mit dir gut meinen, sollen durch dich ebenfalls gesegnet sein,
nicht aber die, die dir nur Übles wollen. So soll es allen Menschen
um deinetwillen gut gehen.«
Da brach Avram mit seiner Frau Sarai von Charan auf und
zog fort, wie es ihm der Ewige gesagt hatte. Und auch Lot, sein
Neffe, zog mit ihm. Und sie nahmen alles mit, was ihnen gehörte,
auch die Leute, die sich ihnen angeschlossen hatten.
Avram war zu dieser Zeit fünfundsiebzig Jahre alt.
Als sie sich im Land Knaan niedergelassen hatten, zeigte sich
der Ewige dem Avram und sagte zu ihm: »Dieses Land hier,
das möchte ich deinen Kindern und Enkeln geben!« Da baute
Avram dem Ewigen einen Altar. Er selbst aber blieb nicht lange,
sondern zog weiter nach Süden.

(…)

Avram lässt sich nieder

13,1
So wanderte Avram also mit allem, was er hatte, aus Mizrajim zurück
und weiter hoch in den Norden.
Inzwischen war Avram sehr reich geworden an Vieh und an
Silber und Gold. Auch Lot, der ihn die ganze Zeit begleitet
hatte, war reich geworden und hatte viele Schafe, Rinder und
Zelte. Aber ihre Herden waren so zahlreich, dass das Land, in
dem sie ihre Zelte aufgeschlagen hatten, nun viel zu klein für
sie beide war. Zumal auch andere Völker in dieser Gegend
wohnten. Deshalb gerieten Lots Viehhirten in Streit mit den
Viehhirten Avrams; sie stritten um das Land.
Da sagte Avram zu Lot: »Lass uns doch nicht wegen des
Landes streiten, schließlich bist du mein Neffe. Ich mache dir
einen Vorschlag: Wir wollen jeder unseren eigenen Weg gehen.
Willst du nach Norden in diese Gegend, so gehe ich nach Süden,
willst du aber nach Süden in die andere Gegend, so gehe ich
nach Norden.« Da schaute sich Lot um und sah, dass das ganze
Gebiet des Flusses Jarden überall bewässert und sehr fruchtbar
war, wie der Garten des Ewigen, wie das Land Mizrajim.
Also wählte er die Ebene am Fluss Jarden und zog mit seiner
Herde in die Nähe der Stadt Sdom.
So trennten sich Avram und Lot voneinander. Avram blieb im
Land Knaan, und Lot wohnte fortan in den Städten des Jarden.
Die Leute von Sdom waren aber ziemlich übel, und sie verhielten
sich keineswegs so, wie es dem Ewigen gefallen hätte.
Nachdem sich Lot von Avram getrennt hatte, sagte der Ewige
zu Avram: »Schau über das ganze Land, in dem du nun wohnst.
Dieses ganze Land, das du siehst, werde ich dir und deinen
Kindern und Enkeln für immer geben. Denn ich will deine Kinder
und Enkel so zahlreich machen wie den Staub der Erde.«

(…)

G’tt verspricht Avram einen Sohn

17,1
Als Avram 99 Jahre alt geworden war, kam der Ewige erneut und
zeigte sich ihm. Und er sagte zu ihm: »Ich bin G’tt, der Allmächtige.
Ich möchte, dass du ein gerechtes Leben führst. Wenn
du das tust, dann will ich mich mit dir ganz eng verbünden.«
Da erschrak Avram und fiel auf sein Gesicht, aber G’tt sagte
weiter: »Weil ich dir viele Nachkommen versprochen habe und
du deshalb zum Vater von so vielen Menschen werden sollst,
wirst du nun Avraham heißen. Von dir sollen viele Menschen,
ganze Völker, ja Könige sollen von dir abstammen. Und ich verspreche
dir auch, dass du und deine Kinder und Enkel dieses
Land bekommen werden.
Aber eines musst du mir versprechen: Alle kleinen Jungen, die
bei euch geboren werden, sollen beschnitten werden, denn
daran soll man sehen, dass wir ganz eng miteinander verbün-
det sind. Und zwar sollt ihr eure kleinen Jungen am achten Tag
nach der Geburt beschneiden.«
Und G’tt sagte weiter: »Auch deine Frau Sarai soll von jetzt
an Sarah heißen. Denn ich will sie mit Jugend segnen und euch
beiden einen Sohn geben.«
Da fiel Avraham wieder auf sein Gesicht, aber diesmal lachte
er. Denn er dachte sich: »Soll ich mit fast hundert Jahren noch
einen Sohn zeugen? Und soll Sarah, die auch schon neunzig
Jahre alt ist, noch einen Sohn gebären?«
Als G’tt aufgehört hatte, mit ihm zu sprechen, nahm Avraham
sofort seinen Sohn Jischmael und beschnitt ihn noch am
selben Tag. Auch alle männlichen Bediensteten, die bei ihm
lebten, beschnitt er. Avraham war 99 Jahre alt, als er beschnitten
wurde, und Jischmael war 13 Jahre alt.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen zur Parascha

Als Avram und Sarai nach Kenaan aufbrechen, kommt ein Verwandter von Avram mit. Wie heißt dieser Verwandte?

Avram und Sarai werden von G“tt verschiedene Dinge versprochen. Was verspricht G“tt ihnen denn? Bekommen sie auch das, was ihnen G“tt versprochen hat?

Wo werden Avram und Sarai eigentlich sesshaft?

Weshalb trennen sich Avram und Lot?

Wohin geht Lot mit seinen Leuten und seinen Herden?

Weshalb lacht Avram, als er von G“tt erfährt, dass er noch einen Sohn bekommen soll?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Avram und Sarai sind in dieser Parascha ziemlich viel unterwegs. Achte im Text einmal darauf, wohin die beiden wandern? Kannst du beschreiben, wie sie etwa gewandert sind?

G“tt schließt mit Avram (und Sarai) eine Berit (einen Bund, ein Versprechen, einen Vertrag). Was erwartet G“tt dafür von Avram?

Kommen dir einige Stellen aus dieser Parascha nicht bekannt vor? Denk mal an die Zeit, als die Israeliten in Ägypten waren und Mosche begann, sie von Pharao zu befreien. Wird dies nicht auch in dieser Parascha an verschiedenen Stellen erzählt, oder erinnert zumindest daran?