Paraschat Eqev

Fragen zur Parascha

Die Belohnung

7,12
Und wenn ihr nun alle Gebote hört und sie achtet und einhaltet, dann will auch ich euch meine Treue geben, die ich euren Vätern schon versprochen habe. Dann soll euer ganzes Leben ein Segen sein, von deinen Kindern, die zahlreich sein werden, bis zu eurer Ernte, die üppig sein wird. Dann werden unter euch alle fruchtbar sein, sei es Mensch oder Tier. Auch keine Krankheiten, die du aus Mizrajim noch kennst, werden auf auch kommen, ich werde euch schonen.

Die anderen Völker

Aber denk daran, dass du die Völker, die der Ewige dir in die Hand gibt, auch vertreiben sollst. Du sollst mit ihnen kein Mitleid haben, vertreibe sie, damit du nicht ihren Göttern dienst. Wenn du vor diesen Völkern Angst bekommst, weil du denkst: die sind so zahlreich und ich bin so schwach, dann denk daran, was der Ewige, dein Gott, Mizrajim angetan hat! Denk an die großen Zeichen und Wunder in Mizrajim, die der Ewige getan hat, um dich aus Mizrajim herauszubringen. So wie der Ewige damals getan hat, so wird er dir auch dieses Mal beistehen. Er wird gegen diese Völker kämpfen, er wird Hornissen gegen sie ausschicken, bis sogar die, die sich sonst wo versteckt haben, vertrieben sind. Du sollst also vor diesen Völkern nicht erschrecken, denn der Ewige, dein Gott, wohnt mitten unter euch! (…)

Aber du musst ihre Götter vernichten. Selbst das Gold und das Silber, das sie für ihre Götterfiguren verwendet haben, darfst du nicht verwenden oder für dich selbst benutzen! (Solche Dinge nenne ich Cherem, Bann).

Die Wüstenzeit und das schöne Land

8,1
Du sollst jedes Gebot sehr sorgfältig beachten und *ganz* ausführen. Nur so bleibt ihr am Leben und könnt in das Land kommen, das der Ewige euren Vätern schon versprochen hat. Denk zurück an die Zeit, die ihr in der Wüste verbracht habt. Dort habe ich euch auf die Probe gestellt, ob ihr überhaupt in der Lage seid, meine Gebote zu achten. Ich habe euch hungern lassen, euch das Man essen lassen, damit ihr zu der Erkenntnis kommt, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt, sondern durch jedes Wort vom Ewigen. Ihr sollt einsehen, dass ich euch erziehe, wie Eltern ihre Kinder erziehen, und so sollst du auf den Wegen der Gebote gehen. Denn der Ewige, dein Gott, möchte dich in ein schönes Land bringen, in dem Wasserbäche fließen, Quellen in den Gebirgen entspringen. In ein Land mit Weizen (Chitta) und Gerste (seora), mit Wein (gefen) und Feigen (teena) und Granatäpfeln (rimon), in ein Land mit Oliven (set-schemen) und Honig (dvasch), in ein Land, in dem es dir an nichts fehlt …

Kein Hochmut

Aber pass auf, dass du den Ewigen nie vergisst! Denn wenn es dir gut geht und dir alles gelingt, dann passiert es sehr schnell, dass du hochmütig wirst und denkst: bin ich nicht toll, das alles habe ich erreicht, mir gelingt alles! Und dann hast du vergessen, was der Ewige dir alles getan hat, wie er dich aus Mizrajim gebracht hat, wie er dich durch die Wüste geführt hat und wie er dich am Ende mit einem schönen Land belohnt hat. Aber vergiss den Ewigen nicht, denn es ist seine Kraft, die dich dorthin bringt, wo du bist. Es ist seine Treue zu dir, die dir alles gelingen lässt. Denn vergisst du den Ewigen und betest lieber andere Götterchen an, dann wirst du sehr schnell in diesem Land vernichtet werden, das sage ich dir jetzt schon! Dann wird es dir nicht anders ergehen, als all den andern Völkern, die ich vertrieben habe!

Weshalb die Völker vertrieben werden

9,1
Nun höre Israel! Heute gehst du über den Jarden, um Völker einzunehmen, die größer sind als du, Städte, die mächtig sind und befestigt. Von einem Volk weißt du sogar, wie stark es ist, es sind die Anakiter, gegen die sich kaum ein anderes Volk traut, anzukämpfen, so weitberühmt sind sie. Deshalb sollst du, Jisrael, heute auch erkennen, dass es der Ewige, dein Gott, ist, der gegen diese Völker angeht. Er wird sie für dich vertilgen und sie niederwerfen, damit du sie vertreiben kannst. Aber denke dabei nicht, dass der Ewige, dein Gott, sie deshalb vertreibt, weil du so fromm und gottesfürchtig bist! Nein! Nicht wegen deiner Frömmigkeit vertreibt der Ewige die Völker, sondern weil diese Völker so wenig fromm sind, deshalb! Und auch wegen des Versprechens, das der Ewige, dein Gott, deinen Vorfahren Avraham, Jizchaq und Jaaqov gegeben hat. Denn du bist nur ein widerspenstiges Volk. Denk an die Zeit in der Wüste, wie oft du den Ewigen dort geärgert hast!

Das gegossene Kalb

Denkt an den Chorev! Wisst ihr noch, wie ihr den Ewigen damals in Zorn gebracht habt? Ich war damals auf den Berg gestiegen, um die Tafeln vom Ewigen zu erhalten. Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb ich dort oben, aß nichts und trank nichts. Dann gab mir der Ewige die Tafeln, die vom Finger Gottes beschrieben worden waren. Auf ihnen standen all die Worte, die der Ewige zu euch gesprochen hatte. Und er sagte zu mir: Auf, schnell, geh zu deinem Volk, denn es hat etwas Fürchterliches getan. Sie halten sich nicht an das, was ich ihnen gesagt habe: Sie haben sich ein Kalb aus Gold gegossen! Und weiter sagte der Ewige zu mir: Dieses Volk ist einfach ein widerspenstiges Volk. Ich will es vernichten. Und statt dieses Volk will ich dich auswählen und zu meinem Volk machen.

Dann stieg ich den Berg hinunter zu euch. Und da sah ich, dass ihr euch ein Kalb gegossen hattet und wie ihr sehr schnell vom Weg des Ewigen abgewichen seid. Da nahm ich die Tafeln, zerschmetterte sie vor euren Augen und ging zurück zum Ewigen und blieb dort, wieder ohne zu trinken und zu essen, vierzig Tage und vierzig Nächte oben. Denn ich hatte Angst um euch, dass der Zorn des Ewigen euch treffen könnte! Aber der Ewige hörte auch dieses Mal auf mich *und er verzieh euch ganz und gar eure Sünden*.

Auch über Aharon war der Ewige sehr böse, *denn Aharon hatte auf euch gehört* und euch beim Gießen des Kalbes geholfen. Deshalb musste ich auch ein gutes Wort für Aharon einlegen. Aber euer Kalb, das goldene, das nahm ich und zermalmte es zu feinem Staub, den ich in den Bach schüttete, der vom Berg herunterfloss…

Als ich nun dort oben auf dem Berg war, vierzig Tage und vierzig Nächte, da betete ich zum Ewigen für euch: Du Ewiger, du hast dein Volk mit starker Hand aus Mizrajim geführt, du kannst dieses Volk jetzt doch nicht zerstören. Denk auch an Avraham, Jizchaq und Jaaqov! Sollen denn die Ägypter denken, dass du dein Volk nicht retten kannst? Sollen sie etwa denken, dass du dein Volk hasst, sie deshalb in die Wüste führst, um sie dort zu töten?

Die zweiten Tafeln

10,1
*Am Ende der vierzig Tage* sagte der Ewige zu mir, *denn er hatte auf mich gehört*: Behaue zwei Tafeln, die genau so aussehen wie die ersten. Die bringst du zu mir herauf. Auch einen Aron sollst du herstellen, *damit du etwas hast, wo du die Tafeln hineinlegen kannst*. Auf diese Tafeln will ich die Worte schreiben, die gleichen Worte, die schon auf den ersten Tafeln standen. Und so machte ich es: Ich verfertigte einen Aron (*übrigens nicht der gleiche, den Bezalel herstellte!*), behaute Steintafeln und ging auf den Berg. Dort schrieb der Ewige die Worte auf die Tafeln, die zehn Worte, die auch schon auf den ersten Tafeln standen. Dann stieg ich den Berg hinab, legte die Tafeln in den Aron, wo sie bleiben sollten…

Ich blieb also vierzig Tage und vierzig Nächte oben auf dem Berg. Und der Ewige hörte auf mich und sagte zu mir: Nun auf, brecht nun auf, und du führe das Volk, damit sie weiterziehen können, um das Land, das ich euren Vätern versprochen habe, einnehmen können.

Was von Jisrael verlangt wird

Nun, Jisrael! Was verlangt denn der Ewige, dein Gott, von dir? Dass du den Ewigen, deinen Gott, fürchtest. Dass du auf seinen Wegen gehst. Dass du ihn liebst. Dass du dem Ewigen, deinem Gott, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele dienst. Dass du die Gesetze und Gebote einhälst. Damit es dir für immer gut geht.

Seht her! Der Ewige ist der Gott des Himmels und der Erde und über alles, was auf Erden ist. Er hatte sich mit deinen Vorfahren verbündet und nur deshalb euch als deren Nachkommen aus allen Völkern erwählt. Deshalb dürft ihr nicht länger so widerspenstig sein.

Der Ewige, euer Gott, ist der Gott aller Herren. Er lässt sich nicht bestechen, er verschafft der Witwe und dem Waisen sein Recht, er liebt den Fremden und gibt ihm Brot und Kleidung. Und deshalb sollt auch ihr den Fremden lieben, denn ihr wart selbst in Mizrajim Fremde… Der Ewige ist das, worauf ihr stolz sein könnt, denn er verbringt die großen Taten. Siebzig von euch sind nach Mizrajim gezogen, und nun hat dich der Ewige so zahlreich gemacht, wie die Sterne am Himmel.

Die Gabe des Landes

11,1
Du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben und auf seine Gesetze und Vorschriften achten und sie befolgen. Heute ist die Zeit, da ihr die Größe des Ewigen erkennen sollt. Ihr sollt sehen, was der Ewige euch getan hat, als er euch aus Mizrajim geführt hat, was er getan hat, als er das Heer Mizrajims im Schilfmeer untergehen ließ. Und was er an Datan und Aviram getan hat, als sich die Erde auftat und diese Leute verschlang. Ihr habt doch die großen Taten des Ewigen gesehen! Deshalb sollt ihr die Gebote achten, die ihr heute erhaltet. Damit ihr auch das Land in Besitz nehmen könnt und damit ihr dort lange auf eurem Boden leben könnt.

Und das Land, das ihr in Besitz nehmen werdet, ist ein ganz besonderes Land. Nicht wie Mizrajim, wo ihr den Boden bewässern musstet, damit dort etwas wächst. Das Land, in das ihr einziehen werdet, ist ein Land mit Bergen und Tälern, Regen fällt auf das Land und lässt von alleine sprießen. Die Augen des Ewigen liegen stets auf diesem Land, und der Ewige gibt auf dieses Land acht. Vom Anfang des Jahres *wird bestimmt, was am Ende des Jahres für das Land nötig ist*.

Wenn ihr nun auf meine Gebote hört, wenn ihr den Ewigen, euren Gott, mit ganzem Herzen und ganzer Seele liebt, dann wird auch der Regen für dieses Land stets zur rechten Zeit kommen und du wirst stets ernten können. Aber ihr müsst schon darauf achten, dass ihr euch nicht Irre machen lasst und etwa mir untreu werdet und andern Götterchen nachrennt. Denn der Zorn des Ewigen könnte dann auflodern, und dann würde der Himmel sich verschließen und kein Regen käme auf den Boden herab und ihr hättet nichts mehr zu ernten. Und dann würdet ihr sehr schnell aus diesem schönen Land verschwinden.

Die Lehre des Ewigen

Deshalb nehmt meine Worte ernst. Ihr sollt sie sogar so ernst nehmen, dass ihr sie euch (*auch wenn ihr nicht mehr im Land sein werdet*) an die Hand bindet und zwischen eure Augen anbringt (*Tefillin*). Auch euren Kindern sollt ihr meine Worte lehren, wenn du daheim oder unterwegs bist, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Auch sollst du sie an die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore anbringen, damit ihr und eure Kinder in diesem Land lange leben könnt.

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