Paraschat Waetchanan

Fragen zur Parascha       Einleitung zur Parascha

Mosches Bitte

3,23
Damals flehte ich zum Ewigen und ich bat ihn: „Herr, Ewiger, du hast mir, deinem Diener deine großen Taten gezeigt, denn wer ist im Himmel und auf Erden so groß, dass er so etwas tun könnte. Deshalb bitte ich dich, dass du mir das Land jenseits des Jarden zeigst. Es ist doch ein so schönes Land, und ich würde es gerne sehen.“

Aber der Ewige war mir wegen euch böse. Er hörte nicht auf mich. Statt dessen sagte er zu mir: „Nun ist genug. Rede nicht deswegen auf mich ein! Geh hoch auf den Berg Pisgah. Dort kannst du in alle Himmelsrichtungen schauen und dir das Land von dort aus ansehen. Aber über den Jarden darfst du nicht hinübergehen. Schau lieber, dass Jehoschua die nötigen Anweisungen erhält, damit er das Volk in das Land bringen und es unter ihnen aufteilen kann.

Von den Gesetzen

4,1
Nun ist es aber soweit, Jisrael! Hört auf die Gesetze und Vorschriften, die ich euch lehre. Denn wenn ihr auf sie hört und euch danach richtet, dann könnt ihr leben und in das Land, das der Ewige euch versprochen hat, auch kommen.

Ihr sollt zu den Geboten, die ich euch gebe, nichts hinzufügen, aber auch nichts weglassen. Vielmehr sollt ihr auf die Gebote achten.

Ihr habt selbst gesehen, was der Ewige mit denen gemacht hat, die sich in Baal Peor nicht nach dem Ewigen gerichtet haben: Er hat sie ausgetilgt. Aber ihr, die ihr hier steht, ihr habt auf den Ewigen gehört, und deshalb steht ihr jetzt hier.

Ich habe euch Gesetze und Vorschriften beigebracht. Ich habe es deshalb getan, damit ihr wisst, wie ihr leben sollt, wenn ihr in das Land, das der Ewige euch geben wird, kommt. Haltet euch an diese Gesetze. Das ist eure Weisheit und eure Klugheit. Selbst die andern Völker werden erstaunt sein über euch und sagen: Das ist tatsächlich ein kluges Volk. Es gibt nämlich kein Volk, wo die Götter nahe sind. Nur der Ewige ist euch wirklich nahe. Und außerdem sind die Gesetze, die der Ewige euch gegeben hat, wirklich gerechte Gesetze. Kein anderes Volk hat solch ein gerechtes Gesetz.

Aber du musst aufpassen! Vergiss nicht, was du gesehen hast, bewahre alles in deinem Herzen. Und erzähle davon deinen Kindern und Enkeln. Du sollst davon erzählen, wie du damals am Chorev standst, als der Ewige mir gesagt hatte, dass ich das ganze Volk versammeln soll, damit alle es hören und dass sie es später ihren Kindern weitererzählen können.

Und ihr habt euch um den Berg versammelt. Der Berg stand in Flammen bis in den Himmel hinauf. Und mitten aus dem Feuer sprach der Ewige zu euch. Ihr hörtet nur die Worte, gesehen habt ihr nichts. Und da verkündete der Ewige sein Gesetz des Bundes, und er sagte euch, dass ihr alles halten sollt, was ihr gehört habt. Und da schrieb er das Zehnwort auf zwei Steintafeln. Und mir hat der Ewige gesagt, dass ich die Gesetze euch lehren soll, damit ihr sie auch halten könnt, wenn ihr in das Land kommen werdet.

Am Chorev habt ihr den Ewigen nicht in einer Gestalt gesehen. Ihr habt nur Worte gehört, mehr nicht. Dass ihr nun nicht auf die Idee kommt, euch Bilder anzufertigen! Auch sollt ihr nicht zum Himmel schauen und Sonne, Mond und Sterne anbeten und euch vor ihnen niederwerfen. Die Gestirne hat der Ewige, dein Gott, für alle geschaffen. Aber euch hat der Ewige auserwählt, hat euch aus Ägypten geführt, damit ihr sein Eigentum werdet.

Wegen euch war der Ewige auf mich böse. Und nun darf ich nicht ins Land einziehen! Wenn ich also hier sterbe, während ihr über den Jarden zieht, um das Land einzunehmen, dann denkt daran, dass ihr euch kein Bild macht, keine Gestalt und nichts, was euch der Ewige verboten hat, macht. Denn denkt daran, der Ewige ist wie ein loderndes Feuer, das alles auffrisst. Er ist ein eifersüchtiger Gott. Sobald ihr von den Gesetzen abweicht und nicht tut, was der Ewige euch vorgeschrieben hat, dann werdet ihr aus diesem Land, das ihr jetzt in Besitz nehmt, sehr schnell wieder verschwinden müssen. Ihr werdet dann unter den Völkern verstreut leben müssen. Und dort, bei den Völkern, dort werdet ihr dann Göttern dienen müssen, ihr müsst euch niederwerfen vor Figuren aus Holz und Stein.

Und dann wird es soweit sein, dass du den Ewigen, deinen Gott, suchen wirst. Und du wirst ihn dann auch finden, wenn du ihn nur redlich suchst. Wenn du von den Völkern bedrängt wirst, dann wirst du zu deinem Gott wieder zurückkehren. Und dann wirst du auch auf seine Stimme hören. Denn der Ewige, dein Gott, ist auch ein mitleidender Gott, deshalb wird er bei dir sein und wird nicht vergessen, dass er deinen Vätern einmal Treue geschworen hat.
Du sollst heute schon einsehen und es dir zu Herzen nehmen, dass der Ewige der wahre Gott ist, oben im Himmel und hier unten auf der Erde, keiner sonst. Und du sollst seine Gebote beachten, damit es dir und deinen Nachkommen gut ergeht und damit du lange leben kannst auf dem Boden, den der Ewige dir geben wird.

Die Zufluchtsstädte

Und als sie östlich des Jarden lagerten, begann Mosche bereits, drei Städte östlich des Jarden auszuwählen. In diese Städte sollten alle die fliehen können, die jemanden umgebracht haben, ohne es mit Absicht oder aus Feindschaft gemacht zu haben, und die nun Angst haben, dass sie getötet würden. Für jeden Stamm, der östlich des Jarden lag, wählte Mosche eine eigene Stadt aus.

Die Lehre: Das Zehnwort

5,1
Dann versammelte Mosche ganz Jisrael um sich und sagte ihnen: „Hört! Ich verkünde nun die Gesetze und Vorschriften, damit ihr genau nach ihnen handelt. Denn der Ewige, unser Gott, er hat mit uns einen Bund geschlossen, einen Vertrag. Und diesen Vertrag hat er nicht mit unseren Vätern geschlossen, nein, sondern mit uns, die wir heute alle hier stehen.
Damals, am Berg Chorev, hat der Ewige direkt mit euch gesprochen, mitten aus dem Feuer hat er mit euch gesprochen. Damals stand ich zwischen dem Ewigen und euch, damit ich euch sage, was der Ewige angeordnet hat. Denn ihr hattet Angst näherzutreten, deshalb redete der Ewige mit mir.

Und der Ewige sagte: „Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich aus Ägypten herausgeführt und dich von der Sklaverei befreit hat.

Du sollst keine anderen Götter vor mir haben.

Du sollst dir kein Bild machen und keine Gestalt von dem, was im Himmel ist und was auf der Erde oder unter dem Wasser ist.

Du sollst dich vor Bildern oder Gestalten nicht niederwerfen, du sollst ihnen nicht dienen. Denn ich, der Ewige, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, und ich verfolge die Schuld der Väter an den Kindern bis in die vierte Generation. Aber ich bin auch gnädig. Und denen, die mich lieben, bin ich gnädig bis in die tausendste Generation.

Du sollst den Namen des Ewigen nicht unnötig aussprechen.

Beachte den Schabbat und heilige ihn, so wie es der Ewige, dein Gott, gesagt hat. Sechs Tage darfst du deiner Arbeit nachgehen und alles tun, was dir beliebt und was nötig ist. Aber am siebten Tag ist Schabbat für den Ewigen, deinen Gott. Da sollst du deine Arbeit niederlegen. Du, dein Sohn, deine Tochter, dein Diener, deine Dienerin, dein Ochse oder dein Esel, dein ganzes Vieh, der Fremde, der in diener Stadt wohnt. Denk daran, dass du selbst Sklave warst in Ägypten und wie dich der Ewige, dein Gott, herausgeführt und befreit hat. Deshalb hat der Ewige den Schabbat angeordnet und dir gesagt, dass du ihn halten sollst.

Achte Vater und Mutter, wie der Ewige, dein Gott, es gesagt hat. So wirst du lange leben und dir wird es auf dem Boden, den der Ewige dir gegeben hat, gut gehen.

Du sollst nicht morden.

Du sollst die Ehe eines anderen nicht zerstören.

Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht falsch aussagen gegen deinen Nächsten.

Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren.

Du sollst nicht neidisch sein auf die Besitztümer deines Nächsten.

Mosche verkündet das Gesetz

Alle diese Worte sagte der Ewige zu eurer Gemeinde am Berg. Er sagte sie aus dem Feuer heraus. Mehr sagte er nicht. Und schrieb die Worte auf zwei Steintafeln, die er mir gab.
Und dann kamt ihr zu mir und sagtet mir: „Schau, wir haben jetzt die Herrlichkeit des Ewigen gesehen. Wir haben auch erleben dürfen, wie der Ewige mit Menschen spricht, ohne dass sie daran sterben. Aber schau, wenn wir die Stimme des Ewigen noch weiter hören, dann befürchten wir, dass wir daran sterben werden. Denn wo gibt es so was, dass ein irdisches Wesen die Stimme des Ewigen hört und nicht stirbt. Deshalb geh nun du, Mosche, hin und höre, was der Ewige noch alles zu sagen hat. Und das, was du dann gehört hast, das kannst dann du uns ja weitersagen.“

Und als der Ewige das von euch hörte, da hatte er nichts dagegen. Im Gegenteil meinte er, dass das Volk recht gesprochen habe, und er hoffte auch, dass das nur weiter so bleibe, dass das Volk den Ewigen fürchtet. Deshalb sagte der Ewige zu mir: „Auf, sie sollen zurückkehren zu ihren Zelten. Du, Mosche, aber, du bleibst bei mir, ich will dir alle meine Gebote und Vorschriften aufzählen. Und du lehrst das Volk in allen diesen Geboten und Vorschriften, damit sie, wenn sie in das Land kommen, sie auch beachten können.“

Und so soll es sein: Beachtet also genau die Vorschriften, die der Ewige, euer Gott, auferlegt hat. Weicht von ihnen nicht links und rechts ab, auf dass ihr am Leben bleibt und es euch gut geht und ihr lange im Land leben könnt, das der Ewige, euer Gott, euch geben wird.

Das Schma Jisrael

Höre, Jisrael, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einer. Du sollst deinen Gott mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen lieben. Die Worte, die ich dir heute sage, die sollen in deinem Herzen bleiben. Du sollst sie deinen Kindern weitersagen und von ihnen reden, wenn du in deinem Haus bist und wenn du unterwegs bist, und wenn du dich hinlegst und wenn du wieder aufstehst. Du sollst sie als ein Zeichen an die Hand binden, und auch zwischen deinen Augen sollen sie als Zeichen sein. Auch sollst du sie an die Pfosten deines Hauses und an die Tore schreiben.

Die Treue zu Gott

Wenn der Ewige, dein Gott, dich in das Land bringen wird, das er deinen Vätern Avraham, Jizchaq und Jaaqov versprochen hat, und wenn er dann in große und schöne Städte einzieht, die ihr nicht erbaut habt, und reich gefüllte Häuser bezieht, die ihr nicht gefüllt habt, wenn ihr von Weinbergen und Olivenbäumen lebt, die ihr nicht gepflanzt habt, dann hüte dich davor, den Ewigen, deinen Gott zu vergessen, der dich aus Ägypten hierher gebracht hat. Den Ewigen, deinen Gott sollst du fürchten, ihm allein sollst du dienen. Bei seinem Namen darfst du nicht schwören. Ihr sollt deshalb auch nicht fremden Götterchen hinterherjagen.
Denn der Ewige, dein Gott, ist ein eifersüchtiger Gott. Und wenn er sehen würde, dass du fremden Göttern hinterherrennst, dann würde sein Zorn aufflammen und er würde dich vom Erdboden vertilgen.

Ihr sollt den Ewigen, euren Gott, auch nicht auf die Probe stellen.

Haltet die Gesetze und Vorschriften, die der Ewige euch gegeben hat. Handle so, dass es in den Augen des Ewigen richtig ist…

Wenn dich dein Kind einmal fragen wird, was bedeuten denn die ganzen Gesetze und Vorschriften, die der Ewige, unser Gott, uns gegeben hat, dann sollst du deinem Kind antworten: Wir waren Sklaven beim Pharao in Ägypten. Aber der Ewige führte uns mit starker Hand aus Ägypten, unter großen Wundern hat der Ewige uns aus Ägypten geführt. Und er hat uns in dieses Land gebracht, das er schon unseren Vätern versprochen hat. Und die Gesetze und Vorschriften hat er uns gegeben, damit wir sie halten. Denn wenn wir sie einhalten, dann können wir in diesem Land lange und gut leben. Und es wird uns zum Guten angerechnet, wenn wir die Gesetze und Vorschriften einhalten.

Die Völker

Wenn der Ewige, dein Gott, dich nun in das Land bringt und er für dich die sieben Völker vertreiben wird, damit du das Land in Besitz nehmen kannst, dann sollst du die Völker, wenn du sie vertreibst, ohne Gnade betrachten. Du darfst keine Verträge mit ihnen schließen, du darfst dich mit ihnen nicht mischen, untereinander heiraten. Denn dann würdest du Gefahr laufen, wie die Völker zu werden und anderen Göttern zu dienen. Und dann würde der Zorn des Ewigen wieder entflammen und würde dich vertilgen.

Vielmehr sollst du so verfahren: Reiße ihre Altäre nieder, vernichte ihre Kultstätten und ihre Götzenbilder. Denn der Ewige, dein Gott, hat dich erwählt, du bist ein heiliges Volk und du sollst wie ein Edelstein unter den Völkern sein.

Und das ist so, nicht weil ihr besonders zahlreich seid. Nein, sondern weil euch der Ewige liebte und weil er ein Versprechen, das er den Vätern schon gegeben hat, einhalten will.
So sollst du erkennen, dass der Ewige, dein Gott, der einzig wirkliche Gott ist, ein treuer Gott, der sich an sein Versprechen bis ins tausendste Glied denen hält, die ihn lieben und ehren. Aber eben: Er zögert nicht, denen, die ihn hassen, zu vergelten.

Und deshalb sollst du alle die Gesetze und Vorschriften, die ich dir heute übergebe, einhalten und beachten.

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