Paraschat Devarim

Fragen zur Parascha

Die erste Rede Mosches: Wie die Jisraeliten vom Berg aufbrachen

1,1
Nun folgen all die Reden, die Mosche vor ganz Jisrael gesprochen hatte. Es war im vierzigsten Jahr (nach dem Auszug), nachdem er die Emoriter besiegt hatte. Als sie im Land Moav lagerten, noch auf der anderen Seite des Jarden, da begann Mosche die Lehre, die der

Ewige ihm aufgetragen hatte, zu erklären.

Er sagte:

„Der Ewige, unser Gott, sagte am Berg Chorev: Ihr seid nun schon so lange am Berg. Wandert nun weiter durch die Wüste, ich möchte euch das Land geben. Geht dort hin und nehmt das Land in Besitz. Es ist schließlich das Land, das der Ewige schon den Vätern Avraham, Jizchaq und Jaaqov versprochen hatte.

Zu dieser Zeit sagte ich zu euch: Ich kann euch allein nicht führen. Der Ewige, euer Gott, hat euch so zahlreich werden lassen, dass ihr mir einfach zuviel wurdet. Ihr sollt ja zahlreich sein. Ihr sollt auch noch viel zahlreicher werden. Aber wie kann ich als Einzelner die Mühe und die Last tragen, die ihr mir mit eurer Streiterei macht? Und deshalb sagte ich zu euch: Wählt euch aus euren Stämmen weise und kluge Männer aus. Die will ich für euch zu Anführern machen. Und ihr ward damit sehr zufrieden, erinnert ihr euch noch? Ihr sagtet nur: das ist sehr klug von dir! Und so wählte ich für euch Anführer aus. Und die sollten über euch richten, und sie sollten Streitigkeiten unter euch schlichten.

Diesen Männern gab ich den Rat: Bei Streit sollt ihr eure Brüder genau anhören, ihr sollt nach Gerechtigkeit entscheiden. Ihr sollt nicht auf die Person achten, ob es sich um eine angesehene Person handelt oder nur um einen einfachen Menschen. Habt keine Angst davor, unbedeutende Menschen genauso Gehör zu verschaffen wie wichtigen Persönlichkeiten. Und wenn ihr selbst Probleme habt, einen Streitfall zu entscheiden, dann kommt einfach zu mir. Und ich gab euch Weisungen in allen Dingen.

Dann brachen wir alle auf. Wir wanderten durch die große und unheimliche Wüste, kamen über das Gebirge der Emoriter, bis wir endlich in Kadesch-Barnea ankamen.

Die Kundschafter

Da sagte ich: Nun, wir sind bis zum Gebirge der Emoriter gekommen. Das ist das Land, das uns der Ewige geben möchte. Nun zieht hinauf in das Gebirge und erobert es für euch. Ihr habt nichts zu befürchten, sagte ich noch, denn das ist das Land, das der Ewige deinen Vätern schon versprochen hatte.

Aber statt euch nun aufzumachen, das Land zu erobern, kamt ihr zu mir und sagtet: „Wir wollen zuerst Männer vorausschicken, die das Land auskundschaften sollen. Sie sollen uns darüber informieren, welchen Weg wir dorthin nehmen sollen, und über die Städte, die wir erreichen werden.“ Und ich muss sagen: der Vorschlag gefiel mir, und ich wählte daraufhin zwölf Männer aus, je Stamm einen Mann.

Und diese zwölf Männer gingen das Gebirge hinauf und kundschafteten das Land aus. Sie nahmen Früchte des Landes mit, damit wir uns einen Eindruck von diesem Land machen konnten. Und sie berichteten uns von diesem Land. Und sie sagten, dass das Land, das uns der Ewige geben will, sehr schön sei.

Erinnert ihr euch noch, wie ihr reagiert habt? Ihr wolltet nicht in das Land ziehen. Ihr habt gezetert und gemault, dass uns der Ewige doch nur in die Hand der Emoriter bringen will. Dann sagtet ihr weiter, dass die Kundschafter euch den Mut genommen hätten, denn sie hätten von Riesen gesprochen, die in diesem Land lebten, und von Städten, riesengroß und uneinnehmbar.

Damals beruhigte ich euch. Ich sagte, dass der Ewige vor uns herziehen und dass er für uns kämpfen würde, so wie er es schon einmal in Ägypten getan hatte. Schon in der schrecklichen Wüste hat uns der Ewige getragen, wie ein Vater sein Kind trägt, damit ihm nichts passiert.

Aber ihr hattet kein Vertrauen. Deshalb passierte, was passieren musste: Der Ewige hörte euer Murren, und er wurde überaus zornig und schwor: Kein einziger von diesen Männern, kein einziger von dieser bösen Generation soll je das schöne Land, das ich ihnen geben wollte, sehen. Nur Kalev soll von ihnen als einziger dieses Land sehen. Selbst mir war der Ewige zornig wegen euch und sagte, dass auch ich das Land nicht sehen dürfe. Nur Jehoschua, der immer bei mir ist, der dürfe in das Land eintreten. Und natürlich die Kinder, die, die den Unterschied zwischen gut und böse noch nicht kennen, die werden auch in das Land kommen. Ihnen will ich es geben. Ihr anderen aber, ihr sollt durch die Wüste ziehen.
Und da kamt ihr zu mir und habt geschrieen: Oh doch, wir wollen hinaufziehen, ganz so, wie es der Ewige von uns verlangt hat. Wir wollen ins Gebirge ziehen und dort kämpfen. Und schnell habt ihr euch bereit gemacht, um hochzuziehen. Aber der Ewige sagte zu mir: Nein, sie sollen nicht in den Krieg ziehen, denn ich bin nicht unter ihnen. Und wenn ich nicht mit euch bin, dann kann der Kampf kein gutes Ende finden.

Und ich sagte euch, was der Ewige zu mir gesprochen hatte. Doch ihr habt wieder nicht gehört, sondern seid hinaufgezogen in das Gebirge, um Krieg zu führen. Da kamen die Emoriter euch entgegen und rieben euch auf, dass ihr wie in alle Winde auseinanderranntet. Da endlich kamt ihr und weintet vor dem Ewigen. Aber der Ewige hörte nicht auf euch und wollte von euch nichts wissen, weil ihr euch wieder einmal seinen Anweisungen widersetzt hattet.

Der weitere Weg durch das Gebiet Esaws

2,1
Nach diesen Ereignissen wanderten wir weiter. Erst zurück Richtung Schilfmeer, so, wie der Ewige es mir angegeben hatte, dann gingen wir eine ganze Weile um das Gebirge Seir herum, bis der Ewige mir sagte, dass wir lange genug um dieses Gebirge herumgegangen seien, nun sollten wir uns nach Norden wenden.

Dann sagte der Ewige: Dem Volk aber sag, dass sie nun durch das Gebiet unserer Brüder wandern, nämlich dem Gebiet von Esaw. Die werden sich bestimmt vor euch fürchten, aber das soll kein Grund für euch sein, einen Krieg mit denen anzuzetteln. Vom Gebiet Esaws werde ich euch keinen kleinen Zipfel geben, dieses Gebiet habe ich einmal Esaw gegeben, und dabei soll es auch so bleiben. Und das Volk soll auch daran denken, dass sie alles, was sie für die Durchreise benötigen, von diesem Volk abkaufen sollen.

Und so reisten wir durch das Gebiet der Söhne Esaws und wanderten in Richtung der Wüste Moavs.

Die weitere Reise: Moav

Dann sagte der Ewige zu mir: „Wo du jetzt vor dem Gebiet der Moabiter stehst, sollst du wissen, dass du die Moabiter nicht bekämpfen darfst. Fange keinen Krieg mit ihnen an. Von diesem Land gebe ich dir nichts, das habe ich einmal Lot und seinen Nachfahren gegeben. (…)

Dann zogen wir über den Bach Sered. Bis hierher waren wir nun achtunddreißig Jahre unterwegs, seitdem wir aus Kadesch-Barnea aufgebrochen waren. Es war nun soweit, dass alle Männer, die damals nicht auf den Ewigen gehört hatten und deshalb nicht in das Land einziehen durften, mittlerweile alle gestorben waren.

Die weitere Reise: Die erste Eroberung

Nun sagte der Ewige zu mir: „Noch ziehst du durch das Gebiet Moavs. Wenn du zu den Söhnen Ammons kommst, so sollst du auch sie nicht bekämpfen. Denn auch von ihrem Gebiet gebe ich euch nichts. (…).

Aber nun brecht auf! Überquert den Fluss Arnon! Dort kommt ihr in das Reich von Sichon, den König der Emoriter. Kämpft gegen sie und erobert ihr Land. Jetzt will ich anfangen, dass die Völker um euch herum in Schrecken versetzt werden, wenn sie von euch hören. Alle Völker sollen zittern vor euch.“

Dann sandte ich einen Boten zu König Sichon, der ihm davon berichten sollte, dass wir durch sein Land ziehen wollen. Ließ ausrichten, dass wir nur auf der Hauptstraße wandern, nicht nach links und nicht nach rechts abweichen wollen. Die Nahrung, die wir für die Durchreise benötigen, würden wir von seinen Leuten abkaufen. Ließ ausrichten, dass wir nur durchziehen wollen, mehr nicht.

Aber der König Sichon wollte uns nicht durchreisen lassen, denn der Ewige, dein Gott, hat Sichon halsstarrig werden lassen, damit er in unsere Hand gelangen konnte.

Der Ewige sagte: Ich habe Sichon in deine Hand gegeben. Nun beginne damit, das Land zu erobern.

Und tatsächlich: Sichon kam uns mit seinen Männern entgegen. Und als wir zusammentrafen, da gab ihn der Ewige in unsere Hand und wir besiegten Sichon und seine Männer. Dann eroberten wir das ganze Land und zerstörten alle Städte, töteten alle Leute dort. Wir selbst nahmen uns nur das Vieh und die Beute, die wir in den Städten gemacht hatten.

Die weitere Reise: Weitere Eroberungen

3,1
Als wir dieses Land erobert hatten, gingen wir weiter Richtung Baschan. Dort kam uns Og, der König von Baschan entgegen, er hatte viele Männer bei sich, zum Krieg gerüstet.
Da sagte der Ewige zu mir: „Vor Og, dem König von Baschan, musst du dich nicht fürchten. Denn auch ihn, sein Volk und sein Reich werde ich euch geben. So wie du mit Sichon umgegangen bist, so sollst du auch mit Og umgehen.“

Und so war es. Der Ewige gab Og und seine Männer in unsere Hand, so dass wir sie besiegen konnten, bis keiner von ihnen mehr übrigblieb. Und so konnten wir alle ihre Städte erobern, insgesamt sechzig Städte, und keine ließen wir verschont. Dabei waren alle Städte mit hohen Mauern befestigt und mit starken Toren abgesichert. Aber wir konnten sie vollständig zerstören, auch die Frauen und Kinder töteten wir, weil wir keinen Nutzen von unserer Eroberung haben sollten. Nur das Vieh und die Beute aus den Städten, die nahmen wir für uns.

So nahmen wir die beiden Reiche, die östlich des Jarden lagen, ein und eroberten dieses Gebiet.(…)

Die erste Verteilung des Landes

Dieses Land, das wir nun erobert hatten, gab ich den Stämmen Reuven, Gad und dem Halbstamm Menasche zum Besitz.

Dazu sagte ich: „Dieses Land hat euch der Ewige zum Besitz gegeben. Aber alle eure Männer, die sich am Krieg beteiligen können, sollen vor euren Brüdern voranziehen (wenn es darum geht, das restliche Land zu erobern). Lediglich eure Frauen und Kinder und eure zahlreichen Herden sollen in den Städten bleiben, die euch gehören. Und ihr sollt solange in den Krieg ziehen, bis auch eure Brüder Ruhe haben und auch sie eigenes Land haben. Dann könnt ihr selbst zu euren Frauen und zu eurem Besitz zurückkehren.“

Aber zu Jehoschua sagte ich noch: „Du hast nun gesehen, wie der Ewige mit den beiden Königen umgegangen ist, die wir besiegt haben. Und so wird der Ewige auch weiterhin tun, wenn ihr in die anderen Gebiete eindringt. Ihr braucht also keine Angst zu haben vor den andern Völkern. Denn es ist der Ewige, der für euch kämpft.

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