Paraschat Mattot

Von den Gelübden

30,2
Einmal sagte Mosche zu allen Stammesführern: „ Was ich euch jetzt sage, hat mir der Ewige zu sagen aufgetragen: Wenn jemand ein Gelübde ablegt, also ein festes Versprechen, oder einen Eid, also etwas schwört, dass er das und das tun will, dann soll er alles, was er sich auferlegt hat oder was er geschworen hat, auch genauso einhalten, wie er es gesagt hat. Kein Wörtchen davon soll er wieder zurücknehmen, er soll vielmehr alles genauso machen, wie er gesagt hat.

Etwas anderes ist es, wenn eine Frau ein Gelübde ablegt oder etwas schwört. Denn lebt sie als junge, unverheiratete Frau noch bei ihrem Vater, dann kommt es darauf an, wie ihr Vater auf das Versprechen reagiert, wenn er davon erfährt. Sagt er nichts dazu, dann gilt das Versprechen, genauso, wie es das Mädchen gesagt hat. Hat er aber etwas dagegen und löst den Schwur oder das Versprechen, dann ist dieses Versprechen oder dieser Schwur ungültig, und der Ewige wird der jungen Frau verzeihen.

So ist es auch bei einer Frau, die verheiratet ist. Macht sie ein besonderes Versprechen oder einen Schwur, und der Mann erfährt davon, dann kommt es ganz darauf an, wie der Mann reagiert. Schweigt er dazu, dann gilt das Versprechen oder der Schwur, und die Frau muss sich genau an das halten, was sie versprochen oder geschworen hat. Erhebt aber der Mann Einspruch, weil er etwas dagegen hat, dann ist das Vesprechen oder der Schwur ungültig, und der Ewige wird der Frau verzeihen.

Aber handelt es sich um eine Witwe oder um eine Geschiedene, dann ist alles, was die Witwe oder die Geschiedene gesagt, versprochen oder geschworen hat, gültig, und sie muss sich an alles ganz genauso halten, wie sie es gesagt, geschworen oder versprochen hat.
Also nochmals: Ein Mann kann das Versprechen oder den Schwur seiner Frau lösen und für ungültig erklären, wenn er dagegen Einspruch erhebt. Sagt er nichts, ist alles, was seine Frau gesagt hat, gültig. Löst er aber Versprechen oder Schwüre seiner Frau, dann muss er allerdings auch die Schuld seiner Frau selbst übernehmen.

Der Krieg gegen die Midianiter

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Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Mosche, du musst noch eine Sache erledigen. Weil die Midianiter zu euch derart böse waren, musst du gegen sie ausziehen und Krieg führen. Du sollst sie alle töten.“

Da ging Mosche hin und sagte dem Volk: „Wir müssen ein Kriegsheer zusammenstellen, um gegen Midian Krieg zu führen. Wir müssen die Untaten der Midianiter ungeschehen machen. Deshalb nehmt euch aus jedem Stamm tausend Männer, die das Kriegsheer bilden sollen.“

Und die Jisraeliten machten es so, und wählten sich tausend Männer aus jedem Stamm aus, also insgesamt 12.000 Männer. Und Mosche sandte sie gegen Midian aus. Auch Pinchas, der Sohn Elasars, war mit dabei. Er hatte die heiligen Geräte und auch die Posaunen mit dabei. Und so zog Jisrael gegen die Midianiter. Im Kampf gegen die Midianiter erschlugen sie alle Männer, auch die Könige von Midian erschlugen sie, auch Bilam, den Sohn Beors, erschlugen sie. Aber die Frauen und die Kinder nahmen sie gefangen und das Vieh, das sie erbeutet hatten, nahmen sie mit sich. Nach dem Kampf machten sie alle Städte der Midianiter dem Erdboden gleich, keine Stadt, kein Haus blieb stehen.

Alles, was sie nun mit sich führten, alles, was sie erbeutet hatten, brachten sie ins Lager zu Mosche und Elasar, dem Kohen. Und Mosche und Elasar, der Kohen, und alle Anführer der Stämme kamen ihnen entgegen. Aber als Mosche sah, was die Kriegsleute alles bei sich führten und erbeutet hatten, da wurde er sehr zornig und fuhr die Heerführer an: „Ihr habt ja alle Frauen am Leben gelassen! Aber gerade die Frauen der Midianiter waren es doch, die euch den Kopf verdrehten und machten, dass ihr Götzen hinterherjagtet und weshalb dann bei uns im Lager eine Seuche ausgebrochen ist. Deshalb geht jetzt hin, und tötet alle männlichen Kinder und alle Frauen. Nur die Mädchen sollt ihr am Leben lassen, die könnt ihr zu euch nehmen. Und dann denkt dran: Alle, die jemanden getötet haben oder die einen Getöteten berührt haben, alle die müssen sieben Tage außerhalb unseres Lagers bleiben. Sie sollen sich am dritten und am siebten Tag ins Reine bringen; sie selbst und auch ihre Gefangenen, und auch alles, was ihr erbeutet habt.“

Und Elasar, der Kohen, sagte noch einmal zu den Kriegsleuten: „Das ist die Vorschrift der Tora: Alles, was durch Feuer hergestellt wird, also Eisen, Gold u.s.w., alles das muss durch Feuer gereinigt werden. Dann ist es wieder rein, sofern ihr auch Reinigungswasser darübergießt. Alles andere, das nicht durch Feuer hergestellt wird, sollt ihr mit Wasser reinigen. Und wenn ihr eure eigenen Kleider am siebten Tag wascht, dann könnt ihr wieder zurückkehren ins Lager.

Die Gaben für den Ewigen

Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Mache eine Liste und schreib genau auf, was die Kriegsleute an Beute ins Lager gebracht haben. All das sollst du und Elasar unter der ganzen Gemeinde Jisraels aufteilen. Und dann sollst du vom Teil der Kriegsleute einen Teil einbehalten und dem Kohen geben. Von den anderen, die nicht im Krieg waren, sollst du ebenfalls einen Teil einbehalten und das den Lewiim geben.

Danach traten die Kriegsleute, die gegen Midian gezogen waren, vor Mosche und sagten ihm: „Von uns ist nicht einer im Krieg umgekommen. Wir bringen dir nun hier alles das, was wir an Goldgeschmeide in Midian gefunden haben. Wir möchten das als ein Opfer für den Ewigen bringen, damit wir vor dem Ewigen wieder ins Reine gebracht werden.“ Und so nahmen Mosche und Elasar alles Gold, was die Kriegsleute brachten, entgegen. Und sie brachten alles zum Zelt, damit es dort als Erinnerungsmal für die Kinder Jisraels vor dem Ewigen dienen sollte.

Das Land für die Stämme Reuven und Gad

32
Es war so, dass die Stämme Reuven und Gad sehr große Herden hatten. Als sie nun das Land, in dem sie sich zur Zeit befanden, sahen, dachten sie, dass dieses Land genau geeignet sei für ihre Herden. Deshalb gingen sie zu Mosche und zu Elasar und den Anführern der Stämme und sagten ihnen: „Dieses Land, das der Ewige für uns erobert hat, ist ein ideales Land für große Herden. Und ihr wisst, dass wir Herden, sehr große Herden haben! Es wäre sehr schön, wenn wir mit unserer Bitte bei euch Gehör fänden. Denn wir wollen dieses Land uns zum Besitz nehmen. Wir wollen nicht über den Jarden gehen und uns jenseits des Jarden, also in Kenaan, niederlassen.“

Da antwortete ihnen Mosche: „Wie? Eure Brüder sollen in den Krieg ziehen, um das Land jenseits des Jarden zu erobern, und ihr wollt einfach hierbleiben? Ihr wisst, dass ihr damit eure Brüder davon abbringt, über den Jarden zu ziehen und unser Land zu erobern. Das wollt Ihr? So etwas haben eure Väter gemacht, als sie das Land auskundschaften sollten. Und als sie zurückkamen, haben sie ihren Brüdern einen Schrecken über dieses Land eingejagt und sie ganz verzagt gemacht. Es ist das Land, das der Ewige euch gegeben hat. Schon damals wurde der Ewige sehr zornig, deshalb durften alle, die damals zwanzig Jahre und älter waren, das Land nicht mehr sehen. Sie mussten, bevor wir ins Land kommen würden, sterben. Der Zorn des Ewigen entbrannte, und deshalb mussten wir vierzig Jahre in der Wüste umherirren, bis der Letzte von damals gestorben war. Und jetzt kommt ihr hier an, und wollt, wie eure Väter, das Land, das der Ewige euch gegeben hat, erst gar nicht sehen? So wird der Zorn des Ewigen erneut ausbrechen, und wir werden weiter Jahr um Jahr in der Wüste verbringen müssen und können nicht in das Land einziehen, nur weil ihr euch dagegen aufgelehnt habt!“

Das wollten die Stämme Reuven und Gad natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Deshalb antworteten sie schnell: „Hier wollen wir unsere Herden weiden, hier wollen wir Städte bauen. Das ja. Aber natürlich werden wir gemeinsam mit unseren Brüdern, an der Spitze des Kriegsheeres, einhergehen, um unsere Brüder in ihr Land zu bringen. Wir werden nicht eher zu unseren Familien zurückkehren, bis das ganze Land erobert und alle unsere Brüder ihren Ort gefunden haben. Wir wollen auch keinen Teil haben an dem Land in Kenaan.“
Das beruhigte Mosche, denn er sagte ihnen: „Nun, wenn ihr natürlich mit euren Brüdern in den Krieg ziehen wollt, und im Krieg bleiben wollt, bis der letzte Zipfel Land, das uns der Ewige gegeben hat, erobert ist, dann ist es etwas anderes. Dann wird der Ewige nicht zornig sein, und eure Brüder werden nichts dagegen haben können, dass ihr euch bereits hier niederlassen wollt. Aber wehe, wenn ihr das nicht tut. Wenn ihr also früher zurückkehren wollt: dann sollt ihr wissen, dass ihr euch schwer versündigt.“

Darauf sagten Leute von Gad und Reuven: „Alles, was der Ewige befiehlt, all das wollen wir tun. Unsere Kinder, Frauen und Herden sollen hier bleiben. Die Männer aber werden in den Krieg ziehen.“

Und Mosche gab Elasar und Jehoschua genaue Anweisungen, wie sie auf die Kriegsmänner aus Gad und Reuven achten sollten (denn Mosche sollte ja schon gestorben sein, wenn die Stämme in das Land eindringen sollten), und dass diese Stämme nur dann sich in diesem Land niederlassen dürfen, wenn sie als Kriegsmänner bei der Eroberung mit dabei gewesen sind.

Und so kam es, dass Mosche den Stämmen Gad, Reuven und auch dem halben Stamm Menasche das Gebiet der Emoriter gab. Und diese Stämme fingen gleich an, Städte für sich und ihre Familien und Herden zu bauen. Und der Halbstamm Menasche ging hin und eroberte sich sein Land bei den Emoritern.

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