Einleitung zu Paraschat Pinchas

Zwei wichtige Aspekte bringen diese Parascha: Zum einen wird die Geschichte von Pinchas fortgeführt, in der  ja – am Ende der letzten Parascha – von der Tat von Pinchas erzählt wird, wie er einen Jisraeliten, der sich mit einer Midianiterin eingelassen hatte, tötete. In dieser Parascha wird ihm von G“tt ein besonderer Bund des Friedens gegeben. Da unsere Altvorderen stets Schwierigkeiten mit Eiferern hatten, wussten sie auch diese Geschichte, die ja vom glühenden Eifer des Pinchas berichtet, dahingehend zu deuten, dass die Belohnung des Pinchas eher eine Besänftigung war: Er bekam deshalb einen Bund des Friedens, um sein Gemüt zu beruhigen und nicht mehr eifervoll in die Geschichte einzugreifen.

Dem steht der zweite Aspekt gegenüber und bestätigt die Linie unserer Ausleger: Minutiös wird aufgelistet, welche Tiere die Jisraeliten zu welchen Festen zum Heiligtum zu bringen zu haben, damit kultisch korrekt geopfert werden konnte. Dieser „Opferkalender“, der keine Ausnahmen und keine Spontaneität kennt, steht dem spontanen Tun eines Pinchas gegenüber. Denn Pinchas handelte aus eigenem Antrieb, in eigener Verantwortung und in eigener Konsequenz, während er als Priester – gebunden an den Opferkalender – nicht aus eigenem Antrieb handelt, sondern auf Anweisung G“ttes.

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