Einleitung zu Paraschat Schelach Lecha

Im Buch Bemidbar wird immer wieder von der Verzagtheit des Volkes Jisrael berichtet und davon, wie sie sich gegen ihren Anführer Mosche auflehnen. Dieses Mal ist es vor allem die Geschichte von den Kundschaftern (Landspäher), die im Mittelpunkt steht. Zwölf Männer werden ausgesandt, um sich das Land Kenaan, das zum Greifen nahe ist, anzusehen, um einen Eindruck zu bekommen, was einem in diesem Land erwartet. Und die Kundschafter kommen zurück und berichten zwar von einem schönen Land, aber machen dem Volk Angst vor den Bewohnern dieses Landes. In dieser Angstbesessenheit wachsen die Bewohner dieses Landes sogar zu Riesen. Allein Jehoschua und Kalev, die ebenfalls Kundschafter waren, halten dagegen und verweisen darauf, dass mit ihnen doch immerhin G“tt sei, und dass sie deshalb keine Angst zu haben brauchen. Aber diese g“ttliche Rückversicherung genügt den Wenigsten, sie wollen einfach wieder zurück nach Ägypten, so wie sie schon in anderen Situationen wieder nach Ägypten zurück wollten, um sich auf das Bekannte, Vertraute zurückzuziehen. Nur das direkte Eingreifen G“ttes gebietet Einhalt und es werden Strafen ausgesprochen: Die Kundschafter (außer Jehoschua und Kalev) sterben direkt an einer Krankheit, die anderen müssen von nun an solange durch die Wüste umherirren, bis der Letzte, der aus Ägypten ausgezogen war, in der Wüste stirbt. Keiner darf in das Land Kenaan einziehen, der gleichzeitig aus Ägypten ausgezogen war. Ausnahmen: Jehoschua und Kalev und nach Raschi (Bibelausleger) auch die Lewiten. Die Strafe ist also besonders aufschlussreich: Das, was die Jisraeliten nicht wollten (=ins Land einwandern), das dürfen sie jetzt auch nicht und wird ihnen zur Strafe.

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