Einleitung zu Paraschat Behaalotcha

In dieser Parascha nun wird davon berichtet, wie die Jisraeliten vom Berg Sinai aufbrechen, um ihre Reise Richtung Kenaan fortzusetzen. Wir erinnern uns: Im Buch Schemot, Paraschat Jitro, sind die Jisraeliten am Berg Sinai angekommen und haben seither am Berg gelagert. So die Erzählebene. Bevor sie aber aufbrechen, werden noch verschiedene Vorbereitungen getroffen: einmal werden die Leviim besonders hervorgehoben und in ihren Dienst eingesetzt, was bisher nicht geschehen ist, für die weitere Reise aber notwendig, da es die Leviim waren, die für den Abbau und den Transport des Heiligtums verantwortlich waren. Das waren Aufgaben, die bei der Reise bis zum Berg Sinai noch nicht notwendig waren, da es da ja noch kein Heiligtum gab.

Dann wird ein Pesachfest angeordneet und gefeiert, bevor sie aufbrechen, nach jüdischer Tradition übrigens das einzige, das die Jisraeliten in ihrer Wüstenzeit gefeiert haben. Das nächste wird erst wieder im Land selbst unter Jehoschua angeordnet. Damit wird dieser Aufbruch hier mit dem Aufbruch aus Ägypten parallelisiert, denn auch dort feierten sie das Pesach vor dem Aufbruch. Überhaupt wird die weitere Reise in manchen Punkten mit der Reise von Ägypten bis zum Berg Sinai parallelisiert: So ist es die Wolke am Tag und das Feuer in der Nacht, die den Jisraeliten den Weg zeigen. Allein die Trompeten, die den Aufbruch anzeigen sollen, werden neu eingeführt. Aufgrund der Parallele dürfen denn auch die Murregeschichten nicht fehlen, die die weitere Reise immer wieder bestimmen werden. Während aber die erste Murregeschichte sich noch in das Muster der anderen aus Schemot, Paraschat Beschalach, einfügt, ist das Murren von Aharon und Mirjam bereits eine Weiterführung des Murrens: Hier geht es nicht mehr einfach um Verzagtheit und Ermattung, die das Ägypten der Sklaverei wie ein Schlaraffenland aussehen lässt, hier geht es vielmehr um Machtansprüche, um das Infragestellen der ausschließlichen Macht Mosches. Denn vom Text her geht es Aharon und Mirjam nur vordergründig darum, dass sich Mosche eine kuschitische Frau genommen hatte. Es geht ihnen allein um die Machtverteilung zwischen ihnen und Mosche, ein Motiv, das in den späteren Murregeschichten in Bemidbar noch öfter anklingen wird. Anders aber als die späteren Revoluzzer Datan und Aviram und Qorach, lenken Aharon und Mirjam wieder ein, weil sie die besondere Stellung Mosches anerkennen.

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