Paraschat Behar Sinai

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Das Schabbatjahr

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Dann sagte der Ewige zu Mosche auf dem Berg Sinai: „Sag den Kindern Jisraels Folgendes: Ihr seid noch in der Wüste. Aber wenn ihr später einmal in das Land kommt, das ich euch ja zu geben versprochen habe, dann sollt ihr darauf achten, dass auch das Land, in dem ihr dann leben werdet, einen Schabbat erhält. Deshalb darfst du sechs Jahre die Felder bestellen, säen, ernten und die Weinberge beschneiden. Aber das siebte Jahr soll für das Land ein hoher Schabbat sein, ein Schabbat für den Ewigen. Dann darfst du dein Feld nicht bestellen, deinen Weinberg nicht beschneiden, auch das Gewachsene, *das du nicht gesät hast*, darfst du nicht abschneiden, die Trauben, die wachsen, nicht lesen. Denn das Land hat einen Schabbat. Das, was das Land während des Schabbatjahres hervorbringt, das soll euch allen zur Nahrung dienen. Es soll für dich sein, genauso wie für den Knecht, die Magd, den Feldarbeiter oder den Fremden. Auch das Vieh und das Wild soll vom natürlichen Ertrag des Landes leben.

Das Yoveljahr

Aber nicht nur das. Du sollst auch siebenmal solche Schabbatjahre zählen, also siebenmal sieben Jahre, also neunundvierzig Jahre insgesamt. Dann sollt ihr im neuen Jahr, also im fünfzigsten Jahr, an Yom Kippur die Posaune blasen. Dieses Jahr sollt ihr heiligen und im ganzen Land Freiheit für alle Bewohner ausrufen. Denn dieses Jahr ist ein Yovel. Und in diesem Jahr soll jeder zu seinem Besitz zurückkehren. Auch in diesem Jahr dürft ihr nicht säen, nicht das wild Gewachsene abschneiden und auch nicht von den unbeschnittenen Weinstöcke lesen.

Und dann gilt auch, dass ihr ehrlich zueinander sein sollt, wenn ihr euch gegenseitig Dinge verkauft. Das gilt vor allem, wenn ihr euch gegenseitig Felder verkauft. Denn ihr müsst das Yoveljahr berücksichtigen, in dem die Felder, die ihr gekauft habt, wieder zum alten Besitzer zurückkehren. Und deshalb sollt ihr so verkaufen, dass wenn das Yoveljahr noch lange hin ist, ihr einen höheren Kaufpreis dafür bekommt, wenn das Yoveljahr aber kurz bevorsteht, dann könnt ihr nur noch einen kleinen Kaufpreis fordern. Denn der Käufer hat ja nur noch wenige Ernten, die er für sich einfahren kann. Im Yoveljahr geht das Feld ja wieder zurück an den, von dem er es gekauft hat.

Du sollst den anderen nicht *mit Worten kränken, ihm auch keinen Rat geben, der nur dir selbst passt*. Fürchte deinen Gott, denn ich bin der Ewige, euer Gott.

Was zum Land noch beachtet werden muss

Ich sage euch eines: Haltet meine Gebote und meine Regeln, die ich euch eingeschärft habe. Wenn ihr euch an meine Anweisungen haltet, dann könnt ihr ohne Gefahr in diesem Land wohnen. Das Land wird euch dann Früchte bringen und euch satt machen. Denkt nicht, dass euch das Land im siebten Jahr nicht satt macht, nur weil ihr nicht säen und ernten dürft. Ich werde meinen Segen im sechsten Jahr bringen und der Ertrag soll dann so groß sein, dass ihr davon drei Jahre leben könntet.

Denkt auch daran, dass ihr den Boden, auf dem ihr lebt, nicht auf ewig verkauft werden kann. Denn das ist mein Land, und ihr seid nur Fremdlinge in meinem Land.

Und weil das so ist, sollt ihr eurem Bruder das Land, das er verkauft hat, weil er verarmt ist, zurückkaufen, damit es seines bleiben kann. Kann jemand sein Land nicht zurückkaufen, dann muss er solange warten, bis das Yoveljahr kommt. Denn dann fällt sein Land wieder an ihn zurück.

Nur bei einem Haus ist es etwas anderes. Verkauft jemand sein Haus, das in einer Stadt steht, dann hat er ein Jahr lang Zeit, das Haus zurückzukaufen. Kauft er es bis dahin nicht zurück, dann bleibt das Haus im Besitz des Käufers, und zwar für immer. Auch im Yoveljahr bekommt er es nicht zurück.

Nur Häuser, die nicht in einer fest ummauerten Stadt sind, werden so betrachtet, als wären sie Ackerland. Sie fallen also im Yoveljahr dem ursprünglichen Besitzer zurück.

Eine andere Sache ist es, wenn es sich um Häuser der Leviten handelt, also wenn es um Levitenstädte geht. Leviten haben immer die Möglichkeit, ihre Häuser zurückzukaufen. Denn die Levitenstädte sind der Besitz der Leviten, sie haben ja nicht mehr. Auch ein Feld, das zu einer Levitenstadt gehört, kann nie verkauft werden, es gehört ihnen für immer.

Was man einem Mitmenschen schuldig ist

Dein Bruder, der verarmt ist, musst du besonders beachten. Von ihm darfst du keine Zinsen verlangen, wenn du ihm Geld gibst, du darfst dich überhaupt nicht dafür bezahlen lassen, dass du ihm Geld gibst. Fürchte dich vor deinem Gott. Und dein Bruder neben dir soll immer genug zu leben haben. Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus Ägypten herausgebracht hat, um euch das Land Kenaan zu geben und um euer Gott zu sein.

Wenn dein Bruder verarmt und ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich dir zu verkaufen, dann sollst du deinen Bruder nicht wie einen Sklaven behandeln. Sondern wie einen normalen Arbeiter sollst du ihn behandeln. Und auch hier: Nur bis zum Yoveljahr soll er bei dir arbeiten, dann ist er frei. Im Yoveljahr soll er mit seiner Familie von dir wegziehen und zu seinen Verwandten zurückkehren. Er soll dorthin zurückkehren, wo er seinen Besitz hatte. Denn die Jisraeliten sind meine Diener, die ich aus Ägypten gebracht habe, sie sollst du nicht wie Sklaven behandeln *und ihnen erniedrigende Arbeit geben*. Und deshalb sollst du auch nicht gar zu streng über sie herrschen *und ihm unnötige Arbeit aufdrücken*.
Wenn du Knechte und Mägde für die Arbeit brauchst, dann kannst du sie dir ja von den andern Völkern nehmen und dir zum Besitz nehmen. Aber keiner der Kinder Jisraels soll über seinen Bruder mit Strenge herrschen.

Götzendienst

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*Für denjenigen, der sich an einen Nichtjuden verkaufen muss, gilt ganz besonders*: Macht euch keine Götterchen, *auch wenn euer Herr ein Götzendiener ist*. Also keine Denksteine, keine Bildwerke, vor denen ihr euch hinwerfen könntet. Ich bin der Ewige, euer Gott. Auch sollt ihr auf meine Schabbate achten und sie halten und Respekt vor meinem Heiligtum haben, *auch wenn euer Herr weder Schabbat hält, noch mein Heiligtum achtet*. Ich bin der Ewige.

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