Pesach erster und zweiter Tag

Pesach Erster und Zweiter Tag

Erster Tag (Ex 12,21-51 aus Paraschat Bo fünfter und sechster Aufruf)

Pessach wird vorbereitet

Nachdem der Ewige diese Anweisungen gegeben hatte, gingen Mosche und Aharon zu den Jisraeliten und riefen die Ältesten Jisraels zusammen. Ihnen gaben sie bekannt:
„Geht hin, nehmt euch für eure Familien ein Schaf (*oder, wenn ihr keines habt, kauft eines*) und schlachtet es. Das soll euch das Opfer des Vorübergehens, das Pessach-Opfer, sein. Das Blut des Lammes fangt in einer Schale auf. Nehmt danach einen Büschel, taucht es in das Blut und bestreicht damit die Türpfosten mit dem Blut. Habt ihr das gemacht, so sollt ihr in euren Häusern bleiben, die ganze Nacht hindurch. Denn der Ewige wird durch Ägypten gehen und Ägypten schlagen. Nur an den Türen, die mit Blut bestrichen sind, wird er vorübergehen und euch verschonen.

Das sollt ihr als eine ewige Regel beachten, du und deine Kinder, auf ewig. Sobald ihr in das Land kommt, das der Ewige euch geben wird, sollt ihr ein Fest für den Ewigen feiern. Und wenn euch dann eure Kinder fragen, was dieses Fest für den Ewigen bedeutet, dann sollt ihr antworten: ‚Es ist ein Opfer des Vorübergehens, ein Pessach-Opfer, für den Ewigen. Denn der Ewige ist in Ägypten an den Häusern Jisraels vorübergegangen, während er die Ägypter geschlagen hat.´“

Und als das Volk das hörte, da verneigten sich alle und warfen sich auf den Boden nieder. Danach gingen sie alle nach Hause und machten genau das, was ihnen Mosche und Aharon befohlen hatte.

Zehnte Plage: Schlagung der Erstgeburt

Und es war Mitternacht als der Ewige durch Ägypten zog und alle Erstgeborenen im Land Ägypten erschlug, vom Erstgeborenen des Pharao bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, auch alles Erstgeborene des Viehs.

Als die Ägypter das bemerkten, stand der Pharao, seine Diener und alle Ägypter in der Nacht auf und fingen an zu janmern. Denn es gab kein Haus, wo es nicht mindestens einen Toten gab.

Da ließ Pharao Mosche und Aharon rufen und sagte ihnen voller Entsetzen: „Macht euch fort, entfernt euch endlich aus unserem Volk, ihr und eure Leute. Geht hin und dient eurem Ewigen, wie ihr es gesagt habt. Auch eure Schafe, eure Rinder und alles, was euch gehört, nehmt mit euch. Geht und betet auch für mich (*dass ich nicht sterbe*)!“

Aber die Ägypter drängten das Volk, dass sie endlich gehen mögen. Sie konnten es überhaupt nicht mehr erwarten, bis sie end-ich gingen, denn sie sagten sich, dass sie alle noch sterben würden, solange die Jisraeliten in ihrer Mitte weilten. Da mussten sich also die Jisraeliten sputen, da überall schon die Ägypter bedrohlich standen und darauf warteten, dass die Jisraeliten endlich gingen. Daher kam es, dass die Jisraeliten den Teig, den sie für die Reise angesetzt hatten, noch gar nicht durchgesäuert war. Aber sie nahmen den Teig dennoch in Backtrögen auf die Schultern und nahmen ihn ungesäuert mit.

Zuvor hatten die Kinder Jisraels getan, was Mosche und Aharon von ihnen gefordert hatten. Sie waren zu den Ägyptern gegangen, ließen sich silberne und goldene Geräte geben und sie bekamen auch das Gewünschte, weil der Ewige es so eingerichtet hatte, dass die Ägypter den Jisraeliten wohlgesonnen waren. Und so wurde es auch möglich, dass die Kinder Jisraels von den Ägyptern allerlei Dinge nahmen.

Der Aufbruch

Die Kinder Jisraels wanderten zunächst von Ramses, wo sie aufgebrochen waren, Richtung Sukkot. 600.000 Männer, *die 20 Jahre oder älter waren*, also ohne die Kinder gerechnet, waren zu Fuß unterwegs. Auch viele andere Leute *aus anderen Völkern* kamen mit, dazu noch überaus zahlreiche Schafe und Rinder.

Unterwegs, wenn sie eine Rast machten, buken sie aus dem ungesäuerten Teig, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten, ungesäuerte Kuchen.

Als die Kinder Jisraels aus Ägypten zogen, hatten sie ganze 430 Jahre in der Fremde* verbracht. Und nach diesen 430 Jahren, an eben diesem Tag, zogen die Scharen des Ewigen aus dem Land Ägypten. Diese Nacht, an der sie auszogen, hatte der Ewige zum Aufbruch bestimmt, und er hatte auch bestimmt, dass diese Nacht gefeiert werden sollte von allen späteren Generationen.

Weitere Regeln für das Pessachfest

Der Ewige hatte zu Mosche und Aharon auch gesagt: „Es soll als feste Regel für das Pessachfest gelten: Einer, *der sich von Gott entfernt hat*, darf von dem Lamm nicht essen. Nur ein Beschnittener darf sich dazusetzen und davon essen. Hast du dir also einen Knecht eingestellt, der nicht beschnitten ist, so beschneide ihn zuerst, dann darf er auch von dem Opfer des Vorübergehens essen.

Bringt das Opfer auch nicht außer Hauses. In den Häusern sollt ihr es essen, und nicht etwa in ein zweites bringen, damit davon andere Familien essen können. Nein, in einem Haus soll es gegessen werden.

Außerdem sollt ihr an dem Lamm keinen Knochen zerbrechen. Das Lamm soll ganz und unversehrt bleiben, sonst kann ich es als Opfer nicht annehmen.

Und denkt auch dran: Die ganze Gemeinde Jisraels soll das Opfer schlachten. Nicht etwa nur ein paar Familien. Nein, alle!

Und ist ein Fremder unter euch, der ebenfalls ein Opfer des Vo-rübergehens schlachten möchte, so soll bei ihm und seiner gan-zen Familie alles, was männlich ist, beschnitten werden. Denn wenn er sich beschneiden lässt, dann ist er kein Fremder mehr und dem Einheimischen gleichgestellt. Aber auf keinen Fall darf ein Unbeschnittener von dem Lamm essen.“

Und so machten es die Kinder Jisraels auch. Genau so wie es der Ewige Mosche und Aharon angewiesen hatte, genau so machten sie es. Und so führte der Ewige, nachdem er diese Anweisungen gegeben hatte, die Kinder Jisraels aus dem Land Ägypten heraus.

Zweiter Tag (aus Paraschat Emor Lev 22,26-23,44)

Opfertiere

Dann sagte der Ewige weiter zu Mosche: „Denkt auch an folgenden Fall: Wenn ein Rind, ein Schaf oder ein Zicklein geboren wird, dann darf dieses Jungtier sieben Tage bei seiner Mutter bleiben. Erst ab dem achten Tag könnt ihr es auch als Opfer zum Heiligtum bringen. Aber denkt dran: Ein Jungtier dürft ihr nicht zusammen mit seiner Mutter an einem Tag schlachten.

Und dann noch etwas: Wenn ihr ein Opfer zum Dank für irgendetwas bringt, dann sollt ihr davon noch am selben Tag essen. Lasst also nichts übrig bis zum nächsten Morgen. Ich bin der Ewige. Achtet auf meine Gebote und haltet sie ein, ich bin der Ewige. Entweiht nicht meinen Namen, denn ich will unter den Kindern Jisraels geheiligt werden. Ich bin der Ewige, der euch heiligt. Ich habe euch aus Ägypten gebracht, um euer G“tt zu sein. Ich bin der Ewige.“

Welche Festtage gefeiert werden sollen

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Nach diesen Anweisungen für Aharon sagte der Ewige weiter zu Mosche: „Und nun sag zu den Kindern Jisraels und erkläre ihnen, welches die Feste des Ewigen sind, die sie feiern sollen.

Sechs Tage darfst du in der Woche arbeiten und deinen Geschäften nachkommen. Aber am siebten Tag ist ein hoher Schabbat, eine heilige Versammlung, ihr dürft keinerlei Arbeit verrichten. Überall, wo ihr wohnt, sollt ihr den Schabbat feiern.

Aber neben dem Schabbat gibt es noch andere Feiertage, an denen ihr eine heilige Versammlung abhalten sollt:

Im ersten Monat, also im Nissan, und zwar am 14. gegen Abend, da ist Pessach für den Ewigen. Und am Fünfzehnten beginnt das Fest der Mazzot. An diesem ersten Tag dieses Festes sollt ihr eine heilige Versammlung halten, auch dürft ihr keine Arbeit verrichten. Dann sollt ihr sieben Tage Mazzot essen. Und sieben Tage sollt ihr dem Ewigen Opfer bringen. Dann sollt ihr wieder eine heilige Versammlung abhalten am siebten Tag, an diesem Tag sollt ihr auch keine Arbeit verrichten.“

Dann sagte der Ewige weiter zu Mosche: Und sag den Kindern Jisraels: Wenn ihr in das Land, das ich euch geben werde, kommt und es ist Erntezeit, dann sollt ihr die Erstlinge eurer Ernte zum Kohen bringen. Und der soll für euch das Omer vor dem Ewigen schwingen. Der Kohen soll schon nach dem ersten Tag Pessach damit beginnen. Und wenn ihr das Omer schwingen lasst, dann müsst ihr auch entsprechende Opfer zum Heiligtum bringen, nämlich ein einjähriges Schaf, das ganz ohne Fehler ist, soll für euch als eine Ola (Aufstiegsopfer) geopfert werden, und Mehl mit Öl soll euch als Mincha (Speiseopfer) dargebracht werden, dazu noch als Gussopfer etwas Wein.

Brot und Ähren dürft ihr erst essen, wenn ihr dieses Opfer gebracht habt. Das soll immer für euch gelten.

Und dann sollt ihr nach diesem ersten Tag den Omer sieben volle Wochen zählen. Das sind also bis nach dem letzten Tag dieser sieben Wochen insgesamt fünfzig Tage. Und an diesem Tag nach den sieben Wochen, also am fünfzigsten Tag, da sollt ihr hingehen und ein neues Mincha bringen, und zwar zwei gesäuerte Brote als Erstlingsgaben für den Ewigen. Diese Brote sollt ihr schwingen lassen. Und neben dieser Mincha sollt ihr sieben einjährige Schafe ohne jeden Fehler und dazu noch einen Stier und zwei Widder bringen, diese sollt ihr als eine Ola darbringen. Dazu sollt ihr noch einen Ziegenbock als eine Chatat darbringen.
Und der Kohen soll mit den Broten und mit zwei Schafen eine Schwingung machen. Diese Gaben sollen dem Ewigen heilig sein und dem Kohen gehören.

Und das ist auch der Tag, an dem ihr wieder eine heilige Versammlung halten sollt und auch keine Arbeit verrichten dürft. Das soll euch für immer und überall gelten.

Und wenn ihr Ernte abhaltet, dann denkt doch auch daran (ich habe es schon gesagt), dass ihr nicht alles aberntet. Lasst an den Ecken der Felder etwas stehen, haltet auch keine Nachlese. Denn das, was auf dem Feld übrigbleibt, gehört den Armen und den Fremden. Ich bin der Ewige, euer G“tt.“

Und dann sagte der Ewige zu Mosche: „Am ersten Tag im siebten Monat (im Monat Tischri) sollt ihr einen Schabbat zur Erinnerung und des Posaunenschalls feiern. Eine heilige Versammlung sollt ihr abhalten, keiner Arbeit dürft ihr nachgehen, und dem Ewigen sollt ihr ein Feueropfer bringen.“

Und dann sagte der Ewige zu Mosche: „Und nur am zehnten Tag des siebten Monats (Tischri) ist der Versöhnungstag. An ihm sollt ihr eine heilige Versammlung abhalten, ihr sollt fasten und euch sonst enthalten und dem Ewigen ein Feueropfer darbringen. Und auch keine Arbeit dürft ihr an diesem Tag verrichten. Denn dieser Tag ist der Jom Kippur, dieser Tag verschafft euch die Möglichkeit, wieder ins Reine mit dem Ewigen zu kommen. Und deshalb gilt: Jeder, der an diesem Tag nicht fastet und sich sonst wie enthält, der soll aus dem Volk getilgt werden. Und auch wer an diesem Tag irgendeine Arbeit verrichtet, den werde ich aus dem Volk tilgen. Denn ihr dürft an diesem Tag keine Arbeit verrichten, das soll bei euch für immer und überall gelten. Der Versöhnungstag ist der Schabbat der Schabbate, an ihm sollt ihr, beginnend am Abend, fasten und euch sonst wie enthalten.“

Und dann sagte der Ewige weiter zu Mosche: „In diesem siebten Monat (Tischri) ist am fünfzehnten Tag das Fest der Sukkot, sieben Tage lang. Das ist die Zeit der Ernte. Und am ersten Tag dieses Festes sollt ihr eine heilige Versammlung abhalten, ihr dürft nichts arbeiten. Und während der ganzen sieben Tage sollt ihr Feueropfer für den Ewigen bringen. Und dann sollt ihr am achten Tag wieder eine heilige Versammlung abhalten, und auch an diesem Tag sollt ihr ein Feueropfer dem Ewigen bringen, es soll ein Tag der Azeret sein, auch an diesem Tag dürft ihr nichts arbeiten.

Das sind also die Feste, die ihr als heilige Versammlungen ausrufen sollt, um dem Ewigen Opfer darzubringen. Für jeden Tag das entsprechende Opfer und dann noch die normalen Opfer für Schabbat und die freiwilligen Opfer, die ihr bringen wollt.

Und nur am Fest von Sukkot, am ersten Tag, da sollt ihr auch noch eine Frucht vom Prachtbaum (Etrog), Zweige von der Palme, Zweige von dem dichtbelaubten Baum (Myrrhe) und von der Bachweide nehmen. Und dann sollt ihr vor dem Ewigen fröhlich sein sieben Tage lang. Auch das soll für euch für immer und überall gelten. Sieben Tage sollst du in Hütten (Sukkot) wohnen, damit eure Kinder lernen können, dass ich euch habe in Hütten wohnen lassen, als ich euch aus Ägypten gebracht habe. Ich bin der Ewige, euer G“tt.“
Und so verkündete Mosche alle Feste des Ewigen, die die Kinder Jisraels künftig feiern sollten.

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