Paraschat Schemini

Einleitung

Fragen

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Die Kohanim treten ihren Dienst an

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Am achten Tag, nachdem sich die Kohanim zurückgezogen hatten, rief Mosche Aharon und seine Söhne. Und auch die Ältesten der Kinder Jisraels rief er zusammen. Dann sagte er zu Aharon:

„Nun also ist es soweit. Nimm ein Rind und einen Widder. Beide Tiere dürfen keine Fehler an sich haben. Bring sie vor den Ewigen und opfere sie. Und ihr, Jisrael! Nehmt einen Ziegenbock, ein Kalb (*denkt an das Vergehen mit dem Goldenen Kalb!*) und ein Lamm – die Tiere sollen nicht älter als ein Jahr sein und Fehler dürfen sie auch keine haben – und opfert sie dem Ewigen. Und auch einen Ochsen und einen Widder sollt ihr als ein Schelamim, ein Friedensopfer, vor dem Ewigen schlachten. Und auch ein Mincha, ein Speiseopfer, sollt ihr bringen. Denn heute will sich der Ewige euch zeigen und in seiner Herrlichkeit (kevod adonaj) erscheinen.“

Nachdem Mosche das alles gesagt hatte, gingen sie alle hin, und brachten all das zum Zelt, was ihnen Mosche angeordnet hatte. Und dann kam die ganze Gemeinde zum Zelt, und dort stellten sie sich auf.

Und zu Aharon sagte Mosche: „Nun komm und tritt an den Altar. Bring deine Ola, dein Aufstiegsopfer, und deine Chattat, dein Reinigungsopfer, wie ich es dir gesagt habe. Du sollst damit dich und dein Volk vor dem Ewigen ins Reine bringen. Dann sollst du die Opfer, die das Volk gebracht haben, darbringen, damit du das Volk vor dem Ewigen ins Reine bringen kannst, so, wie der Ewige es angeordnet hat.“

Und so trat Aharon an den Altar und brachte das Kalb als eine Chattat, ein Reinigungsopfer, dar, während die Söhne ihm das Blut reichten, in das er eintauchte und davon an die Hörner des Altars schmierte. Den Rest des Blutes goss er unten am Altar aus. Und er nahm die Teile vom Inneren des Tieres, die dafür vorgesehen waren, und ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen. Die restlichen Teile des Tieres brachte er hinaus vor das Lager und verbrannte sie dort.

Dann machte er sich daran, die Ola, das Aufstiegsopfer, zu bringen. Und auch hier reichten ihm seine Söhne von dem Blut des Tieres, und er besprengte damit den Altar ringsherum. Danach reichten sie ihm alle Teile des Tieres, die er auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ. Danach wusch er die Eingeweide und die Kniestücke und ließ auch diese auf dem Altar in Rauch aufgehen.

Als er damit fertig war, brachte er auch noch die Opfer des Volkes. Zunächst den Bock für die Chattat, das Reinigungsopfer, dann das Kalb und das Lamm für die Ola, das Aufstiegsopfer. Schließlich das Mincha, das Speiseopfer, von dem er eine Handvoll nahm und es auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ. Zum Schluss brachte er auch noch den Ochsen und den Widder als Schelamim, als Friedensopfer, für das Volk. Und auch hier reichten ihm die Söhne von dem Blut und er besprengte damit den Altar ringsherum, während er die Innereien, die dafür vorgesehen waren, auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ. Dann nahm er die Bruststücke und den rechten Schenkel und schwang sie durch die Luft. Er erhob seine Hände und segnete so das Volk *mit dem Priestersegen*. Danach kam er wieder aus dem Zelt und ging, zusammen mit Mosche, wieder in das Zelt hinein, *um zu beten*. Als beide wieder herauskamen, segneten sie das Volk (*mit dem Psalmvers: Mag Gott uns wohlgesonnen sein und das, was wir hier tun, uns gelingen! Ja, mag es uns gelingen*) . Da erschien auf einmal die Herrlichkeit des Ewigen vor dem ganzen Volk und es war, als würde ein Feuer vom Ewigen ausgehen. Und das Feuer kam über den Altar und verbrannte alle Stücke, die dort obenauf lagen. Und als das ganze Volk das sah, da jubelten sie alle und ließen sich auf ihre Gesichter niederfallen.

Nadav und Avihu

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Da gingen die beiden Söhne Aharons, Nadav und Avihu, hin und holten sich Räucherpfannen, entzündeten darin ein Feuer und taten Räucherwerk hinein. Damit brachten Nadav und Avihu ein fremdes Feuer vor den Ewigen, das der Ewige nicht angeordnet hatte. Und sogleich ging ein Feuer vom Ewigen aus und kam über sie und verzehrte sie, und sie starben vor dem Ewigen.

Als Mosche das sah, sagte er zu Aharon: „Das ist das, was der Ewige gesagt hat: Ich werde durch die geheiligt, die mir nahe sind, durch sie werde ich auch vor dem Volk verherrlicht.“ Und Aharon sagte nichts und schwieg.

Danach rief Mosche zwei Verwandte von Aharon und sagte ihnen: „Kommt, tragt eure toten Verwandten aus dem Heiligtum und bringt sie vors Lager.“ Und sie kamen herbei und machten es.

Zu Aharon und seinen verbliebenen Söhnen Elasar und Itamar sagte Mosche: „Ihr sollt euch jetzt keine Trauerzeichen machen (*denn es ist nicht die Zeit der Trauer*). Deshalb sollt ihr euer Haar nicht wachsen lassen und eure Kleider sollt ihr nicht einreißen. Vielmehr sollen alle anderen, die draußen stehen, das Feuer, das der Ewige entzündet und Nadav und Avihu getötet hat, beweinen. Auch sollt ihr euch von dem Eingang des Zeltes nicht wegbewegen. Denn ihr habt noch das Salböl an euch.“ Und sie machten, was Mosche gesagt hatte.
Darauf sagte Mosche weiter: „Auch sollt ihr keinen Wein und andere Getränke, die euch betrunken machen, trinken, wenn ihr in das Zelt geht. Das soll euch eine ewige Anordnung sein. Denn nur, wenn ihr nicht betrunken seid, könnt ihr auch unterscheiden zwischen dem, was heilig, und dem, was nicht heilig ist, zwischen dem, was rein, und dem, was unrein ist. Auch sollt ihr die Anordnungen und Gesetze, die euch der Ewige durch Mosche beigebracht hat, dem Volk weitergeben und es lehren.“

Die Opferanteile für die Kohanim

Dann sagte Mosche zu Aharon und zu dessen verbliebenen Söhnen Elasar und Itamar: „Ihr könnt vom Mincha, dem Speiseopfer, für euch nehmen, und zwar alles, was davon übriggeblieben ist, *auch wenn ihr jetzt trauert*. Ihr sollt es ungesäuert essen, und zwar neben dem Altar sollt ihr es essen. Denn das Mincha ist hochheilig und muss deswegen an einem sehr heiligen Ort gegessen werden. Das Übriggebliebene vom Mincha ist der Anteil, der für euch bestimmt ist. Auch die Bruststücke und die Schenkel, die ihr durch die Luft schwingt, gehören euch, sind euer Anteil, und ihr müsst sie an einem reinen Ort essen. Aber nicht nur du darfst davon essen, sondern deine ganze Familie, also auch deine Töchter. Denn das ist euer Anteil.“

Elasar und Itamars Fehler

Nachdem Mosche das alles erklärt hatte, sah er sich um und fragte nach dem Bock, der für das Reinigungsopfer bestimmt war. Aber der Bock war bereits verbrannt. Da wurde Mosche wegen Elasar und Itamar zornig, denn sie hatten den Bock verbrannt. Und Mosche sagte zu ihnen gewandt: „Warum habt ihr den Bock, der doch für das Reinigungsopfer bestimmt war, nicht an einem heiligen Ort gegessen. Er ist doch hochheilig, und man hat ihn euch gegeben, damit ihr die Gemeinde wieder ins Reine bringt. Aber nichts habt ihr gemacht: Das Blut ist nicht bis ins Innere des Heiligtums gelangt, und ihr habt ihn nicht an einem reinen Ort gegessen.“

Da schaltete sich Aharon ein und sagte Mosche: „Sie haben heute ihr Reinigungsopfer und ihr Aufstiegsopfer vor den Ewigen gebracht, und dann ist mir so etwas passiert, dass meine beiden Söhne gestorben sind und wir Trauernde sind. Hätte ich denn heute das Reinigungsopfer essen sollen? Das hätte dem Ewigen bestimmt nicht gefallen.“ Als Mosche das hörte, gefiel ihm das sehr.

Von reinen und unreinen Tieren

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Später redete der Ewige wieder einmal mit Mosche, *der es Aharon weitersagen sollte*: „Weiter sollt ihr den Kindern Jisraels erklären: Es gibt reine und es gibt unreine Tiere. Folgende Tiere sollen euch als reine Tiere gelten, von ihnen dürft ihr essen:

Tiere, die durchgespaltene Klauen haben und die Wiederkäuer sind, die dürft ihr essen. Also folgende Tiere dürft ihr nicht essen: Kamele, denn sie sind zwar Wiederkäuer, aber sie haben keine gespaltenen Klauen. Also sollen euch Kamele als unrein gelten. Und das Schwein, denn es hat zwar gespaltene Klauen, aber es ist kein Wiederkäuer. Also sollen euch Schweine als unrein gelten.

Von den Tieren, die im Wasser leben, dürft ihr folgende Tiere essen: Alle Tiere, die Flossen und Schuppen haben, die dürft ihr essen. Alle anderen Tiere, die keine Flossen und Schuppen haben, die dürft ihr nicht essen, es soll euch vor ihnen sogar ekeln.

Und von den Vögeln dürft ihr folgende Tiere nicht essen, euch soll sogar vor ihnen ekeln: Geier, Milan, alle Arten von Raben, Adler, Eulen, Storch, Reiher, Wiedehopf und Fledermaus.
Auch alle geflügelten kleinen Tiere, die auf vier Beinen gehen, seien euch ein Gräuel. Nur die geflügelten kleinen Tiere, die auch noch Springfüße haben, um damit auf der Erde hüpfen zu können, die dürft ihr essen: Also die verschiedenen Arten von Heuschrecken (*aber die essen wir heute nicht mehr, weil wir die Arten nicht kennen*). Alle anderen Insekten dürft ihr nicht essen.

Und folgende Tiere machen einen unrein: Das Aas eines Tieres macht unrein. Wer es berührt, ist bis zum Abend unrein und muss danach seine Kleider waschen. Zum Beispiel das Aas eines Kamels. Wer das berührt, ist unrein. Auch das Aas von Tieren, die auf Tatzen gehen, *wie zum Beispiel Katzen*. Sie sind unrein, und wer deren Aas berührt, wird unrein. Und von den kleinen Tieren gibt es auch viele, die unrein sind und deren Aas unrein macht: zum Beispiel das Wiesel, die Maus, der Igel, die Eidechse oder der Maulwurf.

Und auch alles, was auf ein Aas von unreinen Tieren fällt, wird selbst unrein. Es muss in Wasser getaucht werden, dann ist es wieder rein. Aber Tongefäße können nicht mehr reingemacht werden, deshalb sollt ihr sie zerbrechen. Das Gleiche gilt für den Fall, dass ein Aas auf einen Ofen oder einen Herd fällt. Dann kann der nicht mehr rein gemacht und muss eingerissen werden.

Aber auch Tiere, die euch erlaubt sind und sterben (ohne dass sie geschlachtet worden sind), machen euch unrein, wenn ihr sie berührt. Auch wer von dem Aas eines erlaubten Tieres isst, wird unrein.

Und merkt euch eines: Alles, was auf der Erde kriecht und sich bewegt, das soll euch ein Gräuel sein. Und ihr selbst sollt euch nicht zum Gräuel machen, indem ihr solche Tiere esst. Denn ich bin der Ewige, euer Gott, ihr sollt euch heilig halten, damit ihr auch heilig seid, so wie ich heilig bin. Ich bin der Ewige, ich habe euch aus Ägypten gebracht, um euer Gott sein zu können.

Ihr sollt lernen, einen Unterschied zu machen zwischen Rein und Unrein, zwischen Tieren, die ihr essen dürft und solchen, die euch verboten sind.

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