Einleitung zu Paraschat Wajechi

Das ist die letzte Parascha im Buch Bereschit. Eigentlich ist die Geschichte von Josef schon in der letzten Parascha zu ihrem Ende gekommen, aber nun geht es noch darum, die Stammvätererzählungen insgesamt zu einem Ende zu bringen. Und so wird davon berichtet, wie Jaaqov stirbt, wie er – im Land Kenaan! – beerdigt wird, auch wird erzählt, wie Josef stirbt. Und bereits in diesen letzten Abschnitten wird der weitere Verlauf der Geschichte vorweggenommen. Denn Josef bittet seine Brüder, dass sie – bzw. ihre Nachfahren – den Leichnam Josefs mitnehmen sollen, wenn G“tt sie eines Tages aus Ägypten herausführen und nach Kenaan bringen wird. Damit ist in wenigen Worten der ganze weitere Bogen der Tora – vom Buch Schemot, über die Bücher Wajiqra und Bemidbar und Devarim bis zum Buch Jehoschua (dem ersten Buch aus dem zweiten Teil der Bibel) – gezogen.

Eine Besonderheit weist diese Parascha noch auf: der Segen Efrajims und Menasches. Diese beiden Kinder nimmt Jaaqov mit dem Segen sozusagen zu sich auf und reiht sie in die zwölf Brüder ein. Weshalb? In der Tora gibt es unterschiedliche Stammesaufzählungen. Eine wichtige ist die Lagerordnung der Israeliten um das Wüstenheiligtum während der Wanderung durch die Wüste. Es lagern auf jeder der vier Seiten des Heiligtums je drei Stämme, das sind die zwölf Stämme Israels. Allerdings wird hier der Stamm Lewi nicht als ein eigener gezählt, weil die Lewiten als Diener des Heiligtums (aus denen auch die Priester hervorgehen) direkt um das Heiligtum lagern (und später auch kein eigenes Gebiet in Israel haben werden). Einen eigenen Stamm Josef kennt diese Aufzählung nicht, sondern eben die beiden Stämme Efrajim und Menasche. Damit  verbindet die Geschichte vom Segen der beiden Kinder Josefs die zwölf Söhne Jaaqovs und die spätere Stammzählung, die eigentlich (mit Lewi) dreizehn beträgt.

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