Paraschat Wajischlach

Den vollständigen Text der Parascha findet Ihr in unserem Buch Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden. Band 1 Bereschit / Am Anfang, Ariella-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-9813825-9-4, 24,80 €, gebunden 128 S. mit 12 Illustrationen. Hier werden Fragen zur Parascha geboten.

Einleitung

In dieser Parascha kommt die Jaakov-Erzählung zu ihrem
Höhepunkt: das Wiedersehen mit Esaw. Dieses Wiedersehen
ist deshalb so bedeutsam, weil sich darin die ganze Angst
Jaakovs vor Esaw widerspiegelt und die Vorgeschichte der
Brüder wieder auf lebt. Jaakov tut alles, um seinen Bruder zu
besänftigen: Er schickt Geschenke voraus und betet zu G’tt,
um auch von dort Hilfe zu erhalten. Dabei schlägt Jaakov gegenüber
G’tt einen Ton an, der bei den Stammvätern recht neu
ist: Um G’tt für sich und gegen seinen Bruder zu gewinnen,
erinnert er G’tt an sein Versprechen, dass aus Jaakov einmal
ganze Völker erstehen werden. Hatte Avraham vor der Zerstörung
von Sdom und Amora noch demütig für die Gerechten
Partei ergriffen, so verweist Jaakov G’tt an seine eigenen Verpf
lichtungen, ihm zu helfen.
Vielleicht ist auch deshalb hier die Geschichte eingef lochten,
in der Jaakov mit einem Mann (meist als Engel interpretiert)
kämpft. Hier heißt es ja: Jaakov habe mit Menschen und mit
G’tt gekämpft und stets gesiegt (weshalb er nun Jisrael heißen
soll). Jaakov hat ja mit Esaw und mit Lavan gekämpft, er hat
für sich und seine Grundbestimmung, das Erbe der Stamm-
väter fortzuführen, gekämpft, aber er hat eben auch mit G’tt
gerechtet und dessen Hilfe und Segen erkämpft.
Wenn man nun berücksichtigt, dass Jaakov in Jisrael umbenannt
wird und eben in dieser Parascha die Zwölfzahl der
Söhne Jaakovs (und damit die zwölf Stämme Jisraels) vervollständigt
wird, kann die Figur Jaakov durchaus als Grundmuster
für das Volk Jisrael gelten. Denn das Judentum hat nicht nur in
seiner Geschichte gegen andere Völker ankämpfen müssen
und wurde oft genug niedergeschlagen, vertrieben und seiner
politischen Existenz beraubt, sondern musste sich religiös immer
wieder neu erfinden, um gerade dadurch seinem G’tt treu
bleiben zu können.

Jaakov versucht Esaw zu besänftigen

32,4
Als Jaakov seiner Heimat näherkam, schickte er Boten zu seinem
Bruder Esaw. Demütig ließ er ihm ausrichten, dass er so
lange bei ihrem Onkel Lavan gelebt habe und dass er nun ganz
viele Tiere mitbringen würde. Denn Jaakov hatte Angst vor
Esaw und versuchte, ihn so milde zu stimmen, damit er nicht
mehr wütend auf ihn sei.
Aber als er hörte, dass sein Bruder Esaw ihm mit vierhundert
Leuten entgegenkommen würde, bekam er noch viel mehr
Angst und ließ alles, was er hatte, in zwei große Zeltlager aufteilen.
Denn er dachte sich: Wenn Esaw eines überfällt, dann
bleibt mir wenigstens das andere Lager.
In seiner Angst betete Jaakov auch zu G’tt, denn er fürchtete
sich sehr vor seinem Bruder. Zu G’tt sagte er: »Rette mich vor
meinem Bruder. Du hast doch gesagt, dass ich zurückkehren
soll. Jetzt steh mir bei und denk an dein Versprechen, mich zu
einem großen Volk werden zu lassen.«
Am anderen Morgen schickte er mehrere Boten zu Esaw,
die ihm verschiedene Geschenke bringen sollten: Ziegen und
Schafe, Kühe, Stiere und Esel und eine ganze Menge Jungtiere.
Ein Bote nach dem anderen sollte bei Esaw erscheinen und ihm
sagen, dass die Geschenke von seinem Bruder Jaakov seien.

(…)

Jaakov und Esaw begegnen sich

33,1
Nun war es soweit: Esaw kam immer näher. Da verteilte Jaakov
die Kinder auf ihre Mütter und ließ sie nacheinander anstehen:
Zuerst standen Silpa und Bilha mit ihren Kindern, dahinter
kam Leah mit den ihren und ganz zum Schluss Rachel mit
Josef. Er selbst ging Esaw entgegen und warf sich vor seinem
Bruder siebenmal zu Boden. Da lief Esaw ihm entgegen, fiel
ihm um den Hals und küsste ihn. Beide weinten.
Dann begrüßten die Frauen und ihre Kinder Esaw. Zunächst
die Dienerinnen Silpa und Bilha mit ihren Kindern. Dann traten
Leah und ihre Kinder hervor und schließlich auch Josef
und Rachel und begrüßten Esaw.
Da sagte Esaw: »Seid mir alle herzlich willkommen. Aber sag
mir, was wolltest du mit den Tieren, die du mir entgegengeschickt
hast?« Und Jaakov antwortete: »Ich wollte dich milde
stimmen, damit du nicht mehr böse auf mich bist.« Und Esaw
sagte nur: »Ach, Bruder, ich habe doch genug. Behalte du, was
dir gehört!«
Dann machten sie sich auf den Weg in die Heimat. Esaw ging
voraus, denn Jaakov konnte wegen der Tiere und Kinder nicht
so schnell wandern, und es war ihm auch ganz recht so.
Jaakov ließ sich in der Nähe der Stadt Schchem nieder und
schlug dort seine Zelte auf. Er kaufte von den Einheimischen
ein Stück Land, denn darauf wollte er G’tt einen Altar erbauen.

(…)

Jizchak stirbt

35,27
Nach langer Reise kam Jaakov endlich zu seinem Vater Jizchak
zurück. Es war eine lange Zeit vergangen, seit sie sich zuletzt
gesehen hatten. Aber schon bald nach Jaakovs Rückkehr verstarb
Jizchak, im Alter von 180 Jahren. Und Jaakov und Esaw,
die beiden Söhne Jizchaks, begruben ihren toten Vater.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen

Wen trifft Jaaqov nach sehr vielen Jahren wieder? Freut sich Jaaqov auf das Wiedersehen?

Wie wird Jaaqov zu Hause wieder aufgenommen?

Lebt sein Vater Jizchaq noch?

Wer ist Dina?

Wie heißt Jaaqov mit zweitem Namen?

Wie heißt Rachels zweiter Sohn?

Wieviele Söhne hat Jaaqov nun?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb wollen die Söhne Jaaqovs, dass sich die Leute von Schechem beschneiden lassen?

Es heißt, dass sich Esaw und Jaaqov wieder trennen. Kennst du eine ähnliche Geschichte in der Tora?

Mit wem kämpft Jaaqov?

Weshalb schreiben die Speisegesetze (Kaschrut) vor, Fleisch vom hinteren Teil des Tieres nicht zu essen?

Über Jaaqov heißt es: Er hat mit Menschen und mit G“tt gekämpft. Was könnte damit alles gemeint sein?

Weshalb hat sich eigentlich Jaaqov über seine Söh

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