Paraschat Chaje Sara

Den vollständigen Text der Parascha mit Kommentaren findet Ihr in unserem Buch Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden. Band 1 Bereschit / Am Anfang, Ariella-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-9813825-9-4, 28,80 €, gebunden 128 S. mit 12 Illustrationen.
Hier findet Ihr zusätzlich Fragen zur Parascha und einen Link zum Raschi-Text

Einleitung

In dieser Parascha sterben Sarah und (am Ende) Avraham.
Damit ist die Geschichte des ersten Stammelternpaars beendet,
und es beginnt die Geschichte von Jizchak und Rivka, dem
zweiten Stammelternpaar. Diese Geschichte ist allerdings
nicht allzu lang, da in der nächsten Parascha bereits Jaakov
(und Esaw) geboren wird und damit die Geschichte Jaakovs
beginnt.
Interessant ist, dass Jizchak – anders als Jischmael – nicht
einfach eine Frau aus der Umgebung nehmen kann. Vielmehr
muss sich der Diener Avrahams aufmachen, um eine Frau aus
der ehemaligen Heimat Avrahams und Sarahs zu suchen. Offensichtlich
ist es also sehr wichtig, welche Frauen die Stammväter
haben. Das wird sich später übrigens noch einmal wiederholen,
wenn Jaakov wieder in die alte Heimat Avrahams
reist, um sich seine Frauen zu suchen (Rachel und Leah). Und
es war auch bei Avraham schon wichtig: Avraham hatte ja
schon einen Sohn (von Hagar). Das reichte aber nicht aus: Es
musste auch ein Sohn von Sarah sein, damit G’tt mit Avraham
einen Bund schließen konnte.
Daraus kann man lernen, dass sich das Versprechen G’ttes,
Avraham werde einmal Vater eines großen Volkes sein, nicht
automatisch erfüllt, quasi wunderhaft und wie von Zauberhand.
Nachkommenschaft setzt auch dann, wenn G’tt seinen
Segen dazu gibt, voraus, dass die handelnden Personen selbst
aktiv werden. Avraham muss schon selbst dafür sorgen, welche
Frau sein Sohn einmal bekommen soll, und Jaakov muss später
ebenfalls hart für seine Frauen arbeiten und kämpfen.
Das ist nicht anders mit dem zweiten großen Thema der
Stammelterngeschichten: dem Versprechen von Land. Zwar
hatte G’tt Avraham das Land versprochen, das heißt aber
nicht, dass G’tt für Avraham das Land erobert, damit er sich
bequem darin niederlassen kann. Avraham erwirtschaftet zeit
seines Lebens überhaupt kein Land. Erst als seine Frau stirbt,
sieht er sich genötigt, ein Stück Land zu kaufen, um eine
Grabstätte für seine Frau zu haben. Aber sogar dieses bisschen
Erde musste er selbst von Efron abhandeln. G’ttes Zusagen
bedeuten also in keiner Weise, dass der Mensch sich in seinem
Tun zurücknehmen kann. Ganz im Gegenteil.

Jizchak wird verheiratet

24,1
Als Avraham alt geworden war, sagte er zu seinem treuen Diener
Elieser: »Mein Lieber, versprich mir, dass du dort hingehst,
wo ich herkomme, um für meinen Sohn Jizchak eine Frau zu
finden. Jizchak soll sich keine Frau von unseren Nachbarn
nehmen.«
Sein Diener versprach ihm dies. Er nahm Kamele und allerlei
Geschenke mit und machte sich auf die Reise in das Land, aus
dem Avraham kam.
Nach einer langen Reise kam er endlich an. Es war Abend,
und es war die Zeit, da die jungen Mädchen zu den Brunnen
gingen, um Wasser für die Tiere zu schöpfen. Da betete er zum
Ewigen: »Ich werde zu einem der Mädchen sagen, gib mir
doch etwas zu trinken. Und wenn dieses Mädchen auch noch
meinen Kamelen zu trinken gibt, dann denke ich, dass es genau
die richtige Frau für Jizchak ist. Ich bitte dich, Ewiger,
dass du das so einrichtest.«
Es dauerte nicht lange, da trat ein Mädchen an den Brunnen,
das sehr schön war. Avrahams Diener lief zu ihr hin und bat
sie: »Gib mir doch etwas zu trinken, ich bin so durstig.« Und
sofort nahm das Mädchen den Wasserkrug und reichte dem
Mann zu trinken. Aber sie ging auch hin und brachte seinen
Kamelen Wasser.
Das freute den Diener sehr, weshalb er dem Mädchen allerlei
Geschenke gab. Das Mädchen hieß Rivka und war die Tochter
des Betuel, einem von Avrahams Verwandten. Sie lief nach
Hause und erzählte alles, was sie erlebt hatte. Als ihr Bruder
Lavan die Geschenke an seine Schwester sah, rannte er schnell
hinaus, um den Fremden in das Haus zu bitten. Und so wurde
der Diener Avrahams herzlich empfangen. Sie gaben den Tieren
zu fressen, richteten dem Diener eine Stelle ein, wo er
übernachten konnte und bereiteten ein großes Essen vor.
Aber bevor der Diener zu essen begann, sagte er: »Ich bin
ein Diener Avrahams. Avraham ist in Knaan sehr reich geworden.
Und zu seinem Glück hat ihm seine Frau Sarah in hohem
Alter noch einen Sohn geboren. Diesem Sohn gab Avraham alles.
Aber ich habe ihm versprochen, eine Frau für seinen Sohn
zu suchen. Deshalb bin ich hier. Nun frage ich euch, ob ihr
meinen Herrn Avraham glücklich machen und seinem Sohn
Rivka zur Frau geben wollt. Sagt es mir!«
Da antwortete Rivkas Vater Betuel: »So wie es aussieht, ist die
Sache ganz im Sinn des Ewigen, deshalb können wir darüber
nicht entscheiden. Hier ist Rivka, sie steht vor dir. Nimm sie
mit dir und reise wieder nach Hause, damit sie die Frau von
Avrahams Sohn werden kann.« Als der Diener das hörte, freute
er sich sehr und holte weitere Geschenke aus dem Gepäck.
Am anderen Morgen stand er schon früh auf und bat seine
Gastgeber: »Lasst mich nun aufbrechen, ich muss zurück zu
meinem Herrn.« Da waren Rivkas Eltern sehr überrascht, dass
es so schnell gehen sollte. Sie wollten, dass Rivka noch ein Jahr
bei ihnen bleiben sollte. Doch der Diener drängte, er wolle
nach Hause. Da lenkten die Eltern von Rivka ein und sagten:
»Lass uns Rivka fragen.« Da holten sie Rivka und fragten sie,
ob sie denn jetzt schon mit dem Mann verreisen möchte. Da
sagte sie nur: »Ja, ich will und ich werde!«
Da ließen sie Rivka gehen, gaben ihr noch Dienerinnen mit
und wünschten ihr alles Gute. Und Rivka machte sich zusammen
mit Avrahams Diener auf die Reise.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen zur Parascha

Wer starb früher: Sara oder Avraham? Wie alt wurde Sara?

Was ist Machpela?

Wer sollte für Jizchaq eine Frau suchen? Wo sollte er die Frau suchen, und vor allem wo nicht?

Wer ist Lavan?

Wie heißt die Frau von Jizchaq?

Wieviele Frauen hatte Avraham? Wieviele Söhne?
Wer begrub Avraham und wo?

B) Fragen für Fortgeschrittene

In dieser Parascha geht es um die Heirat Jizchaqs. In der letzten Parascha ging es um dessen Halbbruder Jischmael: Worin unterscheiden sich beide Brüder, wenn du an die Frauen der beiden denkst?

Weshalb beharrt Avraham darauf, das Land für die Grabstätte von Efron zu kaufen?
Weshalb muss der Diener Avrahams nach Mesopotamien, der alten Heimat Avrahams, reisen, um eine Frau für Jizchaq zu suchen?

Weshalb hat Avraham alle seine Söhne – außer Jizchaq – enterbt und ihnen nichts gegeben?

Parascha mit Raschi

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