Paraschat Nizzavim

Einleitung

Das Volk Jisrael steht vor G“tt

29,9

Nun also steht ihr heute alle da vor dem Ewigen, eurem G“tt. Ihr alle: Das bedeutet: die Ältesten, die Jüngsten, Männer, Frauen, Eltern, Kinder, alle, die ihr zum Volk Jisrael gehört. Und nun wollt ihr auf all das hören, was euch der Ewige, euer G“tt, geboten hat und wollt ihn, den Ewigen als euren G“tt anerkennen. Denn heute will G“tt euch zu seinem Volk machen, so wie er es schon den Vätern Avraham, Jizchaq und Jaaqov versprochen hat.

Aber nicht genug; nicht nur euch allein, die ihr hier alle steht, will er zu seinem Volk machen und euch auf seine Gebote verpflichten, sondern auch alle die, die heute nicht hier stehen und bei euch sein können, *also auch die kommenden Generationen*.

Wer sich heimlich nicht an die Gebote gebunden fühlt

Ihr wisst ja noch, wie das war, als ihr von Ägypten gekommen und wie ihr durch das Land fremder Völker gewandert seid. Da habt ihr manche Gräuel gesehen, Sachen, die der Ewige, euer G“tt, nicht will, dass ihr sie tut.

Es könnte nun sein, dass unter euch jemand ist, der sich davon anste-cken ließ und deshalb hier steht und gar nichts wissen will von dem, was der Ewige, euer G“tt, euch gebietet. Der hier steht und lieber Götzen anbeten will, statt den Geboten seines G“ttes zu folgen. Dann könnte es auch sein, dass dieser Mensch, wenn er die ganzen Fluchworte hört, die ich gesprochen habe, sich denkt: Pah, das trifft mich alles nicht, ich segne mich selbst und mir wird es wunderbar ergehen.

Und es könnte auch sein, dass nicht nur ein einzelner Mensch unter euch so denkt, sondern vielleicht sogar eine ganze Familie oder gar ein ganzer Stamm von euch.

Dann müsst ihr wissen, dass es diesem Menschen oder dieser Familie oder diesem Stamm recht übel ergehen wird. Ich werde dann seine Fehler, die er bislang unabsichtlich getan hat, nicht mehr entschuldigen, ich werde ihm alles aufrechnen. Und dann wird ihn all das treffen, was die Fluchworte meinten, die ich vorher gesprochen habe.

Und wenn dann Leute von weither kommen und sagen: wie kann das sein, dass es diesem Menschen oder dieser Familie oder diesem Stamm so schlecht ergeht, dass er Krankheiten hat und ihnen nichts gelingt, dann musst du wissen, dass das daher kommt, dass er oder die Familie oder der Stamm den rechten Weg des Bundes verlassen hat. Deshalb ist der Zorn über G“tt gekommen und hat vernichtet, zerstört und drangsaliert.

Denn denkt dran: *Die verborgenen Verfehlungen sind dem Ewigen, unserem G“tt, überlassen. Aber alle Verfehlungen, die für alle zu se-hen sind, die muss die Gemeinde bestrafen*.

Das Erbarmen

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Bist du nun zerstreut unter die Völker und aus deinem eigenen Land vertrieben, dann ist es noch lange nicht zu spät. Denn wenn du dich wieder besinnst und zurückkehrst zu den Geboten, die der Ewige, dein G“tt, dir auferlegt hat, wenn du also auf die Stimme G“ttes hörst und alles, was heute gesagt worden ist, ganz ehrlich machen willst, dann wird auch der Ewige, dein G“tt, wieder an dich denken und sich deiner erbarmen. Und er wird *sich mit dir* aus allen Völkern herausführen und dich in das Land Jisrael heimführen. Dann kannst du daheim wieder glücklich werden. Dann wird dein G“tt die Herzen deiner Kinder beschneiden, dass sie den Ewigen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele lieben. Dann wirst du wieder auf die Gebote hören, und der Ewige wird dich nicht mehr verfluchen und er wird dich den Überfluss des Lebens genießen lassen.

Denn bedenke eines: Das Gebot, das ich dir heute gebe, es ist nicht *verborgen* und es ist nicht zu weit entfernt. Es ist nicht im Himmel, damit niemand sagen kann: Wer von uns will in den Himmel steigen, um das Gebot von dort oben zu holen? Das Gebot ist auch nicht überm Meer, damit niemand sagen kann: Wer will von uns übers Meer fahren, um es zu holen? Vielmehr ist dir das Gebot ganz nah. Es ist in deinem Mund, es ist in deinem Herzen, so dass es ganz bei dir ist, und du dich immer danach richten kannst. *Denn das Gebot hast du schriftlich und mündlich vorliegen*.

Leben oder Tod

Nun also: Ich lege dir heute das Leben und das Gute vor dich hin, aber auch den Tod und das Böse. Denn die Gebote, die ich dir gebe, sind nichts anderes als der Weg ins Leben und zum Guten. Wenn du auf diesem Weg gehst, dann wirst du am Leben bleiben und dir wird es gut gehen, der Ewige, dein G“tt, wird dich in allem, was du tust, segnen. Aber das Gegenteil gilt auch: Wenn ihr euch abwendet und nicht den Weg der Gebote geht, dann werdet ihr, das sage ich euch heute schon, sicher nicht am Leben bleiben und nicht lange in dem Land, das ich euch gebe, bleiben können.

Heute nun rufe ich Himmel und Erde als Zeugen auf, dass ich euch beides vorgelegt habe: das Leben und den Tod, den Segen und den Fluch. Es ist nun an dir: Wähle das Leben, damit nicht nur du, sondern auch deine Nachkommen leben können. Und das tust du, indem du den Ewigen, deinen G“tt, liebst, auf seine Stimme hörst und ihm in allem nachfolgst. Auf diese Weise kannst du am Leben bleiben und das Land in Besitz halten, das schon deinen Vätern Avraham, Jizchaq und Jaaqov versprochen worden ist.
 

 

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