Archiv für den Monat: September 2015

Fragen zu Paraschat Wajelech

A) Allgemeine Fragen

Wie alt ist Mosche geworden?
Wer ist der Nachfolger von Mosche?
Wer soll später das Land unter den Jisraeliten aufteilen?
Was schrieb Mosche auf?
Das, was Mosche aufgeschrieben hatte, soll den Jisraeliten vorgelesen werden. Wann?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb darf Mosche nicht in das Land einziehen?
Weshalb soll den Jisraeliten die Tora vorgelesen werden?
Kannst du dir vorstellen, weshalb im Judentum es so wichtig ist zu lernen?
Welches Fest könnte auf diese Parascha zurückgehen?

Einleitung zu Paraschat Wajelech

Diese Parascha konzentriert sich schon ganz auf die Zeit, in

der die Jisraeliten das Land in Besitz genommen haben werden

und Mosche nicht mehr unter ihnen sein wird. Dazu wird nun

Jehoschua als Nachfolger Mosches und künftiger Anführer offiziell

eingesetzt. Auch die rabbinische Tradition (Mischna

Avot 1,1) hat diese wichtige Stellung des Jehoschua hervorgehoben,

denn Jehoschua empfing die Torah unmittelbar von

Mosche. Bei dieser »Amtsübergabe« wird ihm vor allem der

g’ttliche Beistand zugesichert.

Darüber hinaus organisiert Mosche den für das ganze Buch

Devarim zentralen Punkt: die Einhaltung der Gebote, damit

der Landbesitz auf Dauer gehalten werden kann. Denn wer

die Gebote nicht kennt, der kann sie auch nicht einhalten. Um

das Einhalten der Torah also zu ermöglichen, wird nun in die-

ser Parascha zweierlei festgelegt: Mosche schreibt die gesamte

Torah nieder und bestimmt gleichzeitig, dass künftig alle

sieben Jahre nach dem Sukkotfest eine Versammlung einzuberufen

sei, um eben diese Torah laut vorzulesen, damit der

Inhalt und der Wortlaut der Torah den Jisraeliten auch immer

gegenwärtig bleibe. Mit den Schlussreden und dem abschließenden

Segen begründet Mosche also noch vor dem Eintritt in

das Land gleichsam die erste Versammlung der Jisraeliten, die

künftig ein regelmäßiges Ritual werden soll. Jede und jeder

Einzelne der Jisraeliten wird dabei verpflichtet, die Torah zu

hören. Das schließt ganz explizit auch die Kinder ein sowie die

Fremden, die unter den Jisraeliten leben. Damit ist bereits in

der Torah selbst das grundgelegt, was im späteren Judentum

zur Selbstverständlichkeit werden sollte: die Konzentration

auf die regelmäßige Wiederholung der Torah, das gemeinsame

Lesen und Lernen der schriftlichen und mündlichen Grundlage

des Volkes Jisrael. In dieser Parascha findet sich daher auch

das letzte Gebot an die Jisraeliten, das besagt, dass eigentlich

jede und jeder verpflichtet ist, einen Sefer Torah, das heißt eine

Torah-Rolle, zu schreiben oder wenigstens schreiben zu lassen.

Entnommen aus: Liss/Landthaler, Erzähl es deinen Kindern, Bd. 5, Berlin 2016

Paraschat Wajelech

Einleitung          Fragen zur Parascha

Keine Furcht bei der Eroberung

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Dann ging Mosche und richtete alle diese Worte an ganz Jisrael, und sagte: „Schaut her, ich bin heute einhundertzwanzig Jahre alt geworden. Aber nun kann ich nichts mehr tun, weil mir *meine Macht genommen worden ist*. Denn ihr wisst: Der Ewige hat mir nicht mehr erlaubt, über den Jarden zu ziehen. Aber habt deshalb keine Angst. Der Ewige wird vor euch nun herziehen, er wird euch Platz schaffen in dem Land, das er euch versprochen hat. Der Ewige, euer G“tt, wird euch nicht verlassen.“

Jehoschua

Dann ließ Mosche Jehoschua kommen und sagte ihm vor der ganzen Gemeinde: „Nun liegt es an dir, dass dieses Volk sicher in das Land kommt, das der Ewige schon den Vätern versprochen hat. Der Ewige wird es ihnen geben. Du aber sollst dann das Land unter ihnen aufteilen. Sei darüber nicht verzagt, der Ewige wird dir beistehen.“

Die geschriebene Tora

Dann schrieb Mosche die ganze Lehre, die er bis hierher erläutert hatte, auf und gab sie den Kohanim, also den Söhnen Lewis, die den Aron ha-Qodesch trugen. Und auch allen Ältesten Jisraels gab er sie. Daraufhin sagte er ihnen: „Nach sieben Jahren zur Zeit von Sukkot, dann, wenn die Jisraeliten vor dem Ewigen erscheinen, sollst du diese Lehre vor ganz Jisrael laut vorlesen. Deshalb sollst du ganz Jisrael vor dir versammeln: alle Männer, alle Frauen, auch alle Kinder und alle Fremden, die bei dir wohnen. Damit sie alle die Lehre hören und daraus lernen können. Nur so können sie sich an die Gebote halten und nach ihnen leben.“

Von Mosche zu Jehoschua

Nach diesen Worten sagte der Ewige zu Mosche: „Nun sind deine Tage gezählt, dein Ende naht! Nun rufe Jehoschua zu dir. Ihr sollt beide zur Wohnung des Ewigen gehen.“
Das machte Mosche. Und als sie bei der Wohnung waren, entstand eine große Wolkensäule, in der sich der Ewige ihnen zeigte. Und der Ewige sagte zu Mosche: „Wenn du tot bist, wird es einmal passieren, dass sich dieses Volk gegen mich aufstellen und anderen Göttern nacheifern wird. Sie werden unseren Vertrag, den wir zwischen uns geschlossen haben, brechen und sich nicht daran halten, was ich ihnen angeordnet habe. Dann werde ich darüber zornig werden, und ich werde mich vor ihnen verbergen, so dass es ihnen gar nicht mehr gut gehen wird. Und sie werden einsehen, dass es ihnen deshalb so schlecht ergeht, weil ich nicht mehr in ihrer Mitte bin. Aber ich werde verborgen bleiben, weil sie Böses getan haben. Deshalb sollt ihr euch das Lied *Haasinu* aufschreiben. Ihr sollt es die Kinder Jisraels lehren, damit, wenn sie in Bedrängnis sind, dieses Lied singen können. Dann werden sie sehen, dass ich ihr böses Tun schon längst im Voraus gesehen habe.“
Und Mosche schrieb das Lied auf und brachte es Jisrael bei. Dann gab Mosche Jehoschua *die Tora* und sagte ihm: „Du musst jetzt sehr stark sein, denn du wirst die Kinder Jisraels ins Land führen, das ich ihnen versprochen habe.“
Als Mosche die ganze Lehre aufgeschrieben hatte, gab er den Lewiten die Tora und sagte ihnen: „Nehmt nun dieses Buch, *bewahrt es euch* und legt es zum Aron. Das Buch wird euch als Zeuge dienen. Denn ich kenne euch! Schon jetzt, da ich noch lebe, ist das Volk mürrisch und widerspenstig gewesen. Wieviel mehr, wenn ich erst einmal tot bin. Ihr werdet euch abwenden und nur Übles tun, alles, was dem Ewigen missfällt. Darum soll dieses Buch immer in eurer Mitte sein.“
Als Mosche das gesagt hatte, begann er, das Lied vor der ganzen Gemeinde vorzutragen.