Archiv der Kategorie: (3) Wajiqra – Das dritte Buch der Tora

Einleitung zu Paraschat Bechuqotai

Die letzte Parascha des Buches Wajiqra nimmt ebenfalls das Land ganz besonders in den Blick: Das Land wird reiche Früchte tragen, wenn die Bewohner des Landes die Gebote Gottes einhalten. Und umgekehrt: Das Land wird verwüstet werden und die Bewohner aus dem Land geworfen werden, wenn sie sich nicht an die Gebote halten. Nun sollte gerade diese Parascha nicht zu leicht genommen werden, in dem Sinn: dem Bösen geht es schlecht, dem Guten geht es gut. Das wäre zu einfach (und entspricht meist auch nicht der eigenen Beobachtung, wenngleich es auch die Hoffnung des naiv Religiösen sein mag!!!). Diese Parascha verknüpft das Land mit dem Gebot, wie die letzte Parascha ebenfalls. Das Land wird unter einen Vorbehalt gestellt. Es gehört mir nicht einfach, ich kann mit ihm nicht einfach tun, was ich will, weil es letztlich Gott gehört. Das Land wird mir nur zuteil, wenn auch ich mich Gott zuteil werden lasse, wenn ich mich also unter das Gebot Gottes stelle. Diese Aussage hat vor allem dann eine besondere Sprengkraft, wenn man bedenkt, wie selbstverständlich es in der Menschheitsgeschichte stets war, dass sich Menschen Ländereien an sich gerissen haben, um freie Verfügungsgewalt darüber auszuüben (das Eigentum, gerade auch am Land, steht auch heute im Grundgesetz unter einem besonderen Schutz des Staates). Diese Parascha kontrastiert deshalb auch die Aussage aus dem ersten Schöpfungsbericht, wonach der Mensch fruchtbar werden und sich die Erde untertan machen soll, ein Satz, der im christlichen Abendland bis zum heutigen Kapitalismus verheerende Auswirkungen hatte und hat.

Fragen zu Paraschat Bechuqotai

A) Einfachere Fragen

Wann will sich G“tt an seinen „Vertrag“ mit Israel halten?

Wann „kündigt“ G“tt den Vertrag mit seinem Volk?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb steht diese Parascha wohl am Ende des Buches Wajiqra?

Könnte es sein, dass die vorangegangene Parascha Behar Sinai mit dieser Parascha irgendwie enger zusammengehört (außer dass man sie meist zusammen in der Synagoge liest)?

Paraschat Bechuqotai

Einleitung          Fragen          Bechuqotai PDF

Nur Gutes

26,3
Und nun sage ich euch noch eines zum Schluss: Wenn ihr es schafft und meine Gesetze und Vorschriften *studiert* und sie haltet, dann will ich euch Regen zur rechten Zeit schicken, und der Boden wird fruchtbar sein und die Bäume werden Früchte in Mengen tragen. Ihr werdet dann Brot in Hülle und Fülle essen können, euch wird in eurem Land nichts passieren. Ich werde dem Land Frieden geben, so dass ihr euch nicht fürchten müsst, vor nichts, weder vor wilden Tieren, noch vor Feinden. Ich werde mich euch zuwenden, und ihr werdet fruchtbar sein und euch vermehren, und ich werde so weiterhin an den Vertrag zwischen uns denken und ihn einhalten. Ich werde meine Wohnung unter euch einrichten und unter euch sein, ich werde euer G“tt sein, und ihr sollt dann mein Volk sein. Ich bin der Ewige, ich habe euch aus Ägypten herausgebracht, damit ihr nicht ewig Sklaven sein müsst. Ich habe eure Beschwernisse von euch genommen und habe euch beigebracht, aufrecht zu gehen.

Nur Schlechtes

Aber wenn ihr meine Gebote nicht haltet und nicht auf mich hört, wenn euch meine Gesetze egal sind und ihr nicht tut, was ich euch gesagt habe, dann werde auch ich mich gegen euch wenden und euch Schreckliches antun. Ich werde euch Krankheiten schicken, unter denen ihr fürchterlich leiden werdet, ich werde es machen, dass eure Saat nicht aufgeht und ihr nicht ernten könnt. Ich werde euch Feinde schicken, die gegen euch kämpfen werden, und eure Hasser werden über euch herrschen. Und wenn ihr dann noch immer nicht auf mich hört, werde ich eure Sünden siebenfach strafen, ich werde den Himmel über euch zu Eisen machen und die Erde unter euch zu Erz. Der Boden wird euch nichts geben, die Bäume auf dem Land keine Frucht tragen. Und wenn das noch immer nicht reicht und ihr noch immer nicht auf mich hören wollt, dann werde ich euch weiter schlagen. Die Tiere werde ich gegen euch aussenden, und sie werden euch die Kinder rauben und euer Vieh reißen. Und wenn das euch noch immer nicht reicht und ihr mir noch immer entgegentretet, dann werde auch ich mich gegen euch wenden und euch schlagen. Und dann werde ich eure Städte zerstören und eure Heiligtümer niederreißen, und ich werde keine lieblichen Gerüche mehr von euch annehmen. Und ich werde das ganze Land verwüsten, und euch werde ich zerstreuen unter die Völker. Und erst dann, wenn das Land zufrieden ist, wird das Land seinen Schabbat haben und zufrieden sein, und es wird die Schabbate feiern, solange es wüst darniederliegt. Aber ihr werdet unter euren Feinden leben müssen und die fremden Länder werden euch verzehren.

Und erst dann, wenn ihr eure Sünden gebüsst haben werdet, dann werde ich mich daran erinnern, dass ich einen Vertrag geschlossen habe mit Jaaqov und mit Jizchaq und mit Avraham. Denn ich bin der Ewige, euer G“tt. Ich werde mich an den Vertrag erinnern, den ich mit euren Vorfahren geschlossen habe, und ich werde mich daran erinnern, dass ich eure Vorfahren aus Ägypten gebracht habe, um ihr G“tt zu sein.“

Das also sind die Gesetze und Vorschriften, die der Ewige dem Mosche auf dem Berg Sinai gegeben hat.

Einleitung zu Paraschat Behar Sinai

Die letzten beiden Paraschijot des Buches Wajikra ändern im Verhältnis zu den vorangegangenen etwas die Blickrichtung: Die Kohanim, die Priester des Heiligtums, treten nun ganz in den Hintergrund, und das Land selbst wird thematisiert. Das ist neu. Denn bislang war der Blick ganz auf die Jetztzeit (die Wüstenzeit) gerichtet. Nun ist die Zukunft Gegenstand der Betrachtung, eine Zukunft, die beinhaltet, dass das Volk Jisrael einmal im Land Knaan (im Land Jisrael) leben wird. Beide wichtigen Gebote dieser Parascha (zum Schabbat- und Joveljahr) beziehen sich vornehmlich auf das Land. Das Schabbatjahr wird als »Schabbat für das Land« erklärt, im Joveljahr fällt alles Land wieder an seinen Ursprungseigentümer zurück. Dem Volk wurde immer wieder das Land als Erbbesitz von G’tt versprochen, der gesamte Auszug aus Mizrajim und die Wanderung durch die Wüste sind auf diese Gabe hin ausgerichtet. Ja, man könnte sogar sagen, dass der gesamte erzählerische Bogen von der Josefsgeschichte bis zum Ende der Torah auf die Gabe des Landes hin orientiert ist und alles in diesen Rahmen gehört.

Eben deshalb formuliert die Torah mit den beiden Geboten des Schabbat- und Joveljahres jedoch eine äußerst wichtige Einschränkung: Auch wenn das Land von G’tt versprochen wurde und die Jisraeliten das Land einmal in Besitz nehmen werden, so ist es trotzdem keine freie Verfügungsmasse. Die Jisraeliten können mit dem Land und mit den Menschen, die dort wohnen, nicht einfach tun, was sie wollen. Denn das Land gehört nicht ihnen, sondern verbleibt im Eigentum G’ttes. G’tt hat es ihnen sozusagen nur geliehen. Der schon nicht mehr ganz so neue Spruch der Ökologiebewegung, dass wir uns »die Erde von unseren Kindern nur geborgt« haben, hat von seiner Ausrichtung her hier seinen Ursprung. Entsprechend sind gerade diese Gebote zum Schabbat- und Joveljahr mit wichtigen sozialen Aspekten verknüpft. Das Wissen darum, dass das Land eigentlich G’ttes Land ist, verpf lichtet noch sehr viel mehr zur sozialen Ausrichtung als ein abstrakter Satz wie »Eigentum verpf lichtet«. Man kann deshalb wohl auch sagen: Nur weil das Land nicht zur vollkommen freien Verfügung der Jisraeliten steht, können sie so frei sein, an ihre Mitmenschen, die verarmt sind, zu denken.

Fragen zu Paraschat Behar Sinai

A) Einfachere Fragen

Was ist ein Schabbatjahr, was ist ein Yoveljahr. Was genau ist der Unterschied zwischen beiden Jahren.

Wann ist ein Schabbatjahr, wann ist ein Yoveljahr?

Kann es passieren, dass ein Yoveljahr direkt auf ein Schabbatjahr fällt?

Für wen soll das Schabbatjahr gehalten werden? Oder anders gefragt: Wer soll den Nutzen vom Schabbatjahr haben?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Ab wann hielten sich die Israeliten an die Vorschriften des Schabbatjahres?

Könnte es sein, dass das Schabbatjahr heute noch eingehalten wird? Weißt du vielleicht auch: wo und wie?

Was hat das Land Israel mit den Vorschriften des Schabbat- und Yoveljahres zu tun?

Paraschat Behar Sinai

Einleitung          Fragen

Das Schabbatjahr

25,1–4

Dann sagte der Ewige zu Mosche auf dem Berg Sinai: »Sag den Kindern Jisraels Folgendes: Ihr seid ja noch in der Wüste. Aber wenn ihr später einmal in das Land kommt, das ich euch versprochen habe, dann sollt ihr darauf achten, dass auch das Land, in dem ihr dann leben werdet, einen Schabbat erhält.

Deshalb darfst du sechs Jahre die Felder bestellen, säen, ernten und die Weinberge beschneiden. Aber das siebte Jahr soll für das Land ein Schabbat sein, ein Schabbat für den Ewigen. Dann darfst du dein Feld nicht bestellen, deinen Weinberg nicht beschneiden, auch das Gewachsene darfst du nicht abschneiden, die Trauben, die wachsen, nicht lesen. Denn das Land hat einen Schabbat. Das, was das Land während des Schabbatjahres hervorbringt, das soll euch allen zur Nahrung dienen. Es soll für dich sein, genauso wie für den Knecht, die Magd, den Feldarbeiter oder den Fremden. Auch das Vieh und das Wild sollen vom natürlichen Ertrag des Landes leben.

Den weiteren Text findet Ihr im Buch „Erzähl es deinen Kindern“, Bd. 3

Einleitung zu Paraschat Emor

Wieder geht es in dieser Parascha im Wechsel einmal um Gesetze, die die Kohanim betreffen, und einmal das Volk Jisrael. War für den einzelnen Jisraeliten schon festgelegt worden, wann er nicht zum Heiligtum gehen kann (nämlich wenn er unrein ist), dann sind Unreinregelungen für Kohanim, die sich ständig im und am Heiligtum aufhalten, noch viel wichtiger. Auf der anderen Seite werden ausführlich die biblischen Feste (Pessach, Schavuot, Rosch ha-Schana, Jom Kippur, Sukkot, oftmals unter anderen Namen) behandelt, und zwar vor allem auf das Volk bezogen. Es geht also weniger darum, welche Opfer genau gebracht werden müssen (das auch), sondern vielmehr um die Anweisung, dass man an den Feiertagen keiner Arbeit nachgehen darf, dass man sich versammeln soll, und die besonderen Rituale (Fasten an Jom Kippur, Wohnen in Hütten an Sukkot etc.). Hier ist also wieder der Einzelne angesprochen, der für das Gelingen des „Volkseins“ ebenso verantwortlich ist, wie die religiösen Funktionsträger.

Fragen zu Paraschat Emor

A) Allgemeine Fragen zur Parascha

Worauf müssen Kohanim besonders achten?

Muss der Kohen Gadol auf noch mehr Dinge achten?

Was sagt die Parascha über einen Kohen aus, der sich das Bein gebrochen hat?

Wer darf die heiligen Speisen am Heiligtum essen. Und vor allem: wer nicht?

Was passiert mit jemandem, der aus Versehen von den heiligen Speisen gegessen hat, obwohl er kein Kohen ist?

Welche Festtage werden in dieser Parascha erwähnt?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb muss der Kohen auf bestimmte Dinge besonders achten?

Der Tod gilt in der Tora als eine sehr harte Strafe für Menschen, die ein sehr schweres Vergehen verübt haben. Welche Vergehen werden in dieser Parascha erwähnt, die mit der Todesstrafe belegt werden?

Was bedeutet dagegen die Strafe, die in dieser Parascha ebenfalls öfter erwähnt wird: austilgen? Was ist der Unterschied zwischen beiden Strafen?

Paraschat Emor

Einleitung          Fragen          Emor PDF

Wie der Kohen rein bleiben kann

21
Und dann sagte der Ewige zu Mosche weiter: „Die Kohanim sollen ganz besonders darauf aufpassen, dass sie nicht unrein werden. Denn sie tun ihren Dienst am Heiligtum, und da darf nichts Unreines sein.

Und dann musst du den Kohanim sagen, wie sie unrein werden können. Zum Beispiel an einer Leiche können sie unrein werden. Also sollen sie sich nicht an einer Leiche verunreinigen, indem sie sie berühren oder zu sehr in ihre Nähe kommen. Jede Leiche macht den Kohen unrein, außer die Leiche eines nahen Verwandten, also die Leiche der Mutter, des Vaters, des Sohnes, der Tochter, des Bruders. An den Leichen dieser Verwandten darf er sich verunreinigen, das ist erlaubt.

Dann sollen die Kohanim weiter darauf achten, dass sie sich keine Glatze *wegen der Trauer* scheren sollen, auch die Ecken des Bartes sollen sie sich nicht abschneiden, und die Haut dürfen sie nirgendwo einritzen. Sie sollen für ihren G“tt heilig sein, und sie sollen den Namen G“ttes nicht entweihen. Denn sie sind es, die die Opfer darbringen müssen, für diese Aufgabe müssen sie als heilig gelten.

Dazu gehört auch, dass sie nicht irgendeine Frau heiraten können. Sie müssen sehr genau darauf achten, wen sie heiraten. Zum Beispiel dürfen sie keine Frau heiraten, *die mit jemandem geschlafen hat, der ihr verboten war (zum Beispiel mit ihrem Bruder)*, auch eine Frau, die sich von einem  Mann schon einmal geschieden hat, darf er nicht heiraten. Er soll seinem G“tt als heilig gelten. Und du selbst sollst darauf achten, dass er heilig ist, denn er opfert für euch vor dem Ewigen, deshalb soll er für dich auch heilig sein, weil ja ich, der Ewige, heilig bin, ich, der ich euch heilige!

Dass der Kohen heilig sein soll, ist so wichtig, dass sogar eine Tochter eines Kohen, die sich unziemlich verhält, ihren eigenen Vater entweiht. Deshalb soll sie hart bestraft werden.
Wie der Kohen Gadol rein bleiben kann

Der höchste Kohen unter euch, auf den Salböl gegossen worden ist und der die besonderen Gewänder trägt, der muss noch schärfer darauf achten, dass er rein bleibt und sich auch sonst ordentlich verhält.

So soll dieser höchste Kohen nie sein Haar einfach nur wachsen lassen und seine Kleider nicht zerreißen, wenn er trauert. Er darf zu keiner Leiche hinzutreten, nicht einmal an der Leiche seines Vaters oder seiner Mutter darf er sich verunreinigen. Dieser Kohen darf das Heiligtum nie *wegen einer Beerdigung* verlassen. Auf diese Weise kann er das Heiligtum G“ttes nicht entweihen. Denn immerhin liegt die Weihe seines G“ttes, das Salböl, auf ihm. Ich bin der Ewige!

Und nur eine Jungfrau, also eine Frau, die noch nie mit einem Mann geschlafen hat, darf er heiraten, also weder eine Geschiedene, noch eine Witwe, noch eine, die es gar zu toll mit Männern treibt. Darauf soll er genau achten, denn er muss auch an seine Kinder denken, die sonst, wenn sie eine Mutter hätten, die dem Kohen Gadol nicht erlaubt ist, nicht am Heiligtum Dienst tun dürften; er hätte sie entweiht. Denn ich, der Ewige, bin es, der heiligt.
Wer als Kohen nicht dienen darf

Und dann musst du Aharon noch ein Weiteres erklären: Wer Kohen ist und auch als Kohen am Heiligtum dienen will, der muss gesund sein. Wenn also einer von den Kohanim einen körperlichen Fehler oder ein Gebrechen hat – dass er also blind ist zum Beispiel oder taub oder lahm –, dann darf er nicht hinzutreten und das Opfer darbringen. Das gilt auch für einen Kohen, der zum Beispiel die Hände oder den Fuß gebrochen hat. Herantreten und opfern darf er nicht. Aber er darf natürlich hingehen und von den Speisen, die die Kohanim essen dürfen, essen. Aber nur zum Vorhang oder zum Altar darf er nicht hintreten (*um zum Beispiel die Sprengungen zu machen*). Denn er hat ein Gebrechen, und dieser Kohen darf das Heilige nicht entweihen. Denn ich, der Ewige, bin es, der heiligt.“

Und das alles sagte Mosche zu Aharon und seinen Söhnen und auch zu allen Kindern Jisraels.

22
Dann sagte der Ewige weiter zu Mosche: „Sag Aharon und seinen Söhnen und erkläre ihnen auch Folgendes: Sie sollen sich sehr in Acht nehmen mit den Opfergaben, die die Jisraeliten zum Heiligtum bringen. Sie sollen den heiligen Namen nicht entweihen. Deshalb musst du ihnen erklären: Für alle Zeit gilt, dass kein Kohen, der unrein ist, sich den Opfergaben der Kinder Jisraels nähern darf. Wer so etwas tut, soll ausgetilgt werden. Ich bin der Ewige. Das bedeutet, dass das für alle die Kohanim gilt, die aussätzig sind, oder die eine Leiche oder ein unreines Tier berührt haben. In allen diesen Fällen ist ein Kohen bis zum Abend unrein, er kann sich nicht den Opfergaben nähern, auch kann er nicht von den heiligen Speisen essen, die einem Kohen zu essen erlaubt sind. Aber sobald die Sonne untergegangen ist und er sich in Wasser gebadet hat, ist er wieder rein, und er kann von den heiligen Speisen wieder essen. Schließlich ist das seine Ernährung.

Auch soll der Kohen darauf achten, dass er nie Fleisch von einem zerrissenen Tier isst, also von einem Tier, das nicht eigens geschlachtet worden ist. Er würde dadurch unrein werden.
Ich bin der Ewige. Sie sollen auf meine Vorschriften genau acht geben und sich nie etwas zu Schulden kommen lassen.

Was jemand beachten muss, der kein Kohen ist

Von den heiligen Speisen, die ein Kohen essen darf, darf niemand essen, der kein Kohen ist. Also alle Jisraeliten, die keine Kohanim sind, dürfen nicht von den heiligen Speisen essen. Nur die Kohanim selbst dürfen davon essen und die, die in dem Haushalt des Kohen leben. Also darf zum Beispiel die Tochter des Kohen nur solange von den heiligen Speisen essen, solange sie im Haushalt ihres Vaters lebt. Hat sie einen Nicht-Kohen geheiratet, darf sie nicht mehr davon essen. Hat sie sich wieder von dem Nicht-Kohen scheiden lassen oder ist verwitwet und sie lebt wieder bei ihrem Vater, dann darf sie wieder von den heiligen Speisen essen.

Nun kann es aber trotzdem passieren, dass jemand, der von den heiligen Speisen nicht essen darf, von diesen Speisen aber gegessen hat. Dann erstattet er dem Kohen einfach den Teil, den er gegessen hat und fügt noch etwas dazu. Denn ihr sollt daran denken, dass das, was die Kinder Jisraels als Teruma den Kohanim geben, nicht entweiht werden darf. Jeder würde schwere Schuld auf sich laden, wenn er die heiligen Speisen verzehren würde, die ihm gar nicht zustehen. Denn ich, der Ewige, bin es, der sie heiligt.“

Welche Opfertiere gebracht werden dürfen

Und der Ewige sagte weiter zu Mosche: „Sag Aharon, seinen Söhnen und allen Kindern Jisraels und erkläre ihnen: Wenn einer aus dem Haus Jisraels ein Opfer dem Ewigen bringen möchte, egal aus welchem Grund, dann soll er auf Folgendes achten: es muss ein männliches Rind, Schaf oder Ziege sein. Es darf keine Fehler an seinem Körper aufweisen. Kommt einer auf die Idee, ein Tier opfern zu lassen, das irgendwo einen Fehler hat, dann hat er das Opfer umsonst gebracht, es wird ihm auch nicht wohlgefällig angenommen. Macht also so etwas nicht!“

Dann sagte der Ewige weiter zu Mosche: „Denkt auch an folgenden Fall: Wenn ein Rind, ein Schaf oder ein Zicklein geboren wird, dann darf dieses Jungtier sieben Tage bei seiner Mutter bleiben. Erst ab dem achten Tag könnt ihr es auch als Opfer zum Heiligtum bringen. Aber denkt dran: Ein Jungtier dürft ihr nicht zusammen mit seiner Mutter an einem Tag schlachten.

Und dann noch etwas: Wenn ihr ein Opfer zum Dank für irgendetwas bringt, dann sollt ihr davon noch am selben Tag essen. Lasst also nichts übrig bis zum nächsten Morgen. Ich bin der Ewige. Achtet auf meine Gebote und haltet sie ein, ich bin der Ewige. Entweiht nicht meinen Namen, denn ich will unter den Kindern Jisraels geheiligt werden. Ich bin der Ewige, der euch heiligt. Ich habe euch aus Ägypten gebracht, um euer G“tt zu sein. Ich bin der Ewige.“

Welche Festtage gefeiert werden sollen

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Nach diesen Anweisungen für Aharon sagte der Ewige weiter zu Mosche: „Und nun sag zu den Kindern Jisraels und erkläre ihnen, welches die Feste des Ewigen sind, die sie feiern sollen.

Sechs Tage darfst du in der Woche arbeiten und deinen Geschäften nachkommen. Aber am siebten Tag ist ein hoher Schabbat, eine heilige Versammlung, ihr dürft keinerlei Arbeit verrichten. Überall, wo ihr wohnt, sollt ihr den Schabbat feiern.

Aber neben dem Schabbat gibt es noch andere Feiertage, an denen ihr eine heilige Versammlung abhalten sollt:

Im ersten Monat, also im Nissan, und zwar am 14. gegen Abend, da ist Pessach für den Ewigen. Und am Fünfzehnten beginnt das Fest der Mazzot. An diesem ersten Tag dieses Festes sollt ihr eine heilige Versammlung halten, auch dürft ihr keine Arbeit verrichten. Dann sollt ihr sieben Tage Mazzot essen. Und sieben Tage sollt ihr dem Ewigen Opfer bringen. Dann sollt ihr wieder eine heilige Versammlung abhalten am siebten Tag, an diesem Tag sollt ihr auch keine Arbeit verrichten.“

Dann sagte der Ewige weiter zu Mosche: Und sag den Kindern Jisraels: Wenn ihr in das Land, das ich euch geben werde, kommt und es ist Erntezeit, dann sollt ihr die Erstlinge eurer Ernte zum Kohen bringen. Und der soll für euch das Omer vor dem Ewigen schwingen. Der Kohen soll schon nach dem ersten Tag Pessach damit beginnen. Und wenn ihr das Omer schwingen lasst, dann müsst ihr auch entsprechende Opfer zum Heiligtum bringen, nämlich ein einjähriges Schaf, das ganz ohne Fehler ist, soll für euch als eine Ola (Aufstiegsopfer) geopfert werden, und Mehl mit Öl soll euch als Mincha (Speiseopfer) dargebracht werden, dazu noch als Gussopfer etwas Wein.

Brot und Ähren dürft ihr erst essen, wenn ihr dieses Opfer gebracht habt. Das soll immer für euch gelten.

Und dann sollt ihr nach diesem ersten Tag den Omer sieben volle Wochen zählen. Das sind also bis nach dem letzten Tag dieser sieben Wochen insgesamt fünfzig Tage. Und an diesem Tag nach den sieben Wochen, also am fünfzigsten Tag, da sollt ihr hingehen und ein neues Mincha bringen, und zwar zwei gesäuerte Brote als Erstlingsgaben für den Ewigen. Diese Brote sollt ihr schwingen lassen. Und neben dieser Mincha sollt ihr sieben einjährige Schafe ohne jeden Fehler und dazu noch einen Stier und zwei Widder bringen, diese sollt ihr als eine Ola darbringen. Dazu sollt ihr noch einen Ziegenbock als eine Chatat darbringen.
Und der Kohen soll mit den Broten und mit zwei Schafen eine Schwingung machen. Diese Gaben sollen dem Ewigen heilig sein und dem Kohen gehören.

Und das ist auch der Tag, an dem ihr wieder eine heilige Versammlung halten sollt und auch keine Arbeit verrichten dürft. Das soll euch für immer und überall gelten.

Und wenn ihr Ernte abhaltet, dann denkt doch auch daran (ich habe es schon gesagt), dass ihr nicht alles aberntet. Lasst an den Ecken der Felder etwas stehen, haltet auch keine Nachlese. Denn das, was auf dem Feld übrigbleibt, gehört den Armen und den Fremden. Ich bin der Ewige, euer G“tt.“

Und dann sagte der Ewige zu Mosche: „Am ersten Tag im siebten Monat (im Monat Tischri) sollt ihr einen Schabbat zur Erinnerung und des Posaunenschalls feiern. Eine heilige Versammlung sollt ihr abhalten, keiner Arbeit dürft ihr nachgehen, und dem Ewigen sollt ihr ein Feueropfer bringen.“

Und dann sagte der Ewige zu Mosche: „Und nur am zehnten Tag des siebten Monats (Tischri) ist der Versöhnungstag. An ihm sollt ihr eine heilige Versammlung abhalten, ihr sollt fasten und euch sonst enthalten und dem Ewigen ein Feueropfer darbringen. Und auch keine Arbeit dürft ihr an diesem Tag verrichten. Denn dieser Tag ist der Jom Kippur, dieser Tag verschafft euch die Möglichkeit, wieder ins Reine mit dem Ewigen zu kommen. Und deshalb gilt: Jeder, der an diesem Tag nicht fastet und sich sonst wie enthält, der soll aus dem Volk getilgt werden. Und auch wer an diesem Tag irgendeine Arbeit verrichtet, den werde ich aus dem Volk tilgen. Denn ihr dürft an diesem Tag keine Arbeit verrichten, das soll bei euch für immer und überall gelten. Der Versöhnungstag ist der Schabbat der Schabbate, an ihm sollt ihr, beginnend am Abend, fasten und euch sonst wie enthalten.“

Und dann sagte der Ewige weiter zu Mosche: „In diesem siebten Monat (Tischri) ist am fünfzehnten Tag das Fest der Sukkot, sieben Tage lang. Das ist die Zeit der Ernte. Und am ersten Tag dieses Festes sollt ihr eine heilige Versammlung abhalten, ihr dürft nichts arbeiten. Und während der ganzen sieben Tage sollt ihr Feueropfer für den Ewigen bringen. Und dann sollt ihr am achten Tag wieder eine heilige Versammlung abhalten, und auch an diesem Tag sollt ihr ein Feueropfer dem Ewigen bringen, es soll ein Tag der Azeret sein, auch an diesem Tag dürft ihr nichts arbeiten.

Das sind also die Feste, die ihr als heilige Versammlungen ausrufen sollt, um dem Ewigen Opfer darzubringen. Für jeden Tag das entsprechende Opfer und dann noch die normalen Opfer für Schabbat und die freiwilligen Opfer, die ihr bringen wollt.

Und nur am Fest von Sukkot, am ersten Tag, da sollt ihr auch noch eine Frucht vom Prachtbaum (Etrog), Zweige von der Palme, Zweige von dem dichtbelaubten Baum (Myrrhe) und von der Bachweide nehmen. Und dann sollt ihr vor dem Ewigen fröhlich sein sieben Tage lang. Auch das soll für euch für immer und überall gelten. Sieben Tage sollst du in Hütten (Sukkot) wohnen, damit eure Kinder lernen können, dass ich euch habe in Hütten wohnen lassen, als ich euch aus Ägypten gebracht habe. Ich bin der Ewige, euer G“tt.“
Und so verkündete Mosche alle Feste des Ewigen, die die Kinder Jisraels künftig feiern sollten.

Was für den Leuchter beachtet werden muss

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Und dann sagte der Ewige zu Mosche: Schärf den Kindern Jisraels ein, dass sie reines Öl aus Oliven herstellen sollen für den Leuchter. Denn die Lampen sollen ständig angezündet werden können. Deshalb soll sie Aharon vom Abend bis zum Morgen stets herrichten. Das soll bei euch immer so gelten.

Was für den goldenen Tisch beachtet werden muss

Und dann sollst du aus feinstem Mehl insgesamt zwölf Kuchen backen. Diese Kuchen sollst du in zwei Schichten übereinander auf den goldenen Tisch vor den Herrn legen. Und auf die Kuchen sollst du Weihrauch ausbreiten, damit die Kuchen auch herrlich duften.

Und an jedem Schabbat sollst du die Kuchen erneut aufschichten. Das sollen die Gaben der Kinder Jisraels sein zum Zeichen für den ewigen Bund.

Und dieses Zeichen des Bundes gehört Aharon und seinen Söhnen; sie sollen es an heiliger Stätte essen.

Die Entweihung des heiligen Namen

Der Sohn einer Jisraelitin – die Schelomit hieß – und eines Ägypters kam einmal in das Lager der Jisraeliten. Dort geriet er mit einem anderen Jisraeliten aus irgendeinem Grund in Streit. Da geschah es, dass der Sohn der Jisraelitin während des Streits den Namen des Ewigen lästerte und ordentlich fluchte. Da wurde er sofort gepackt und zu Mosche gebracht. Da ging Mosche zum Ewigen, um ihn darum zu befragen. Währenddessen wurde der Mann, der geflucht hatte, inhaftiert. Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Führe den, der geflucht hat, vors Lager hinaus. Und draußen, vor dem Lager, sollen alle, die den Fluch gehört haben, die Hände auf seinen Kopf stemmen und anschließend soll die ganze Gemeinde den, der geflucht hat, steinigen. Den Kindern Jisraels aber erkläre: Wer den Namen seines G“ttes flucht, der handelt verkehrt und er lädt Sünde auf. Deshalb soll, wer den Namen G“ttes lästert, getötet werden, gesteinigt soll er werden, von der ganzen Gemeinde.

Erschlägt irgendjemand einen anderen, so soll auch der getötet werden. Wer ein Tier erschlägt, der soll den Wert des Tieres ersetzen, Leben für Leben. Wenn irgendjemand einem anderen einen Schaden zugefügt hat, so soll man diesem entsprechend auch tun: Auge für Auge, Zahn für Zahn. Wer ein Tier erschlägt, der soll es ersetzen, wer aber einen Menschen erschlägt, der muss getötet werden. Und dieses Recht, das für euch gilt, soll auch für denjenigen gelten, der bei euch als Fremder lebt. Denn ich bin der Ewige, euer G“tt.“
Und das alles sagte Mosche den Kindern Jisraels. Und danach führte man denjenigen, der geflucht hatte, vor das Lager hinaus und steinigte ihn. Und die Kinder Jisraels machten genau das, was ihnen der Ewige angeordnet hatte.

Einleitung zu Paraschat Qedoschim

In dieser Parascha kommen viele Gebote zur Sprache, die schon einmal behandelt worden sind: z.B. Schabbatgebot, Götzenverbot uvm. Was hat sich aber geändert? Alle Gebote stehen nun, so wie die Parascha eben auch schon heißt, unter dem Begriff „Qadosch“ „Heilig“: Ihr sollt mir, dem Ewigen, heilig sein, so wie ich heilig bin. Soll das bedeuten, dass wir ein Volk von „Heiligen“ sein sollen, die deshalb heilig sind, weil sie einen „heiligen“ Gott haben? Dass wir ein Volk sein sollen, das besondere moralische Ambitionen hat?
Wenn wir daran denken, dass in diesem Buch Wajiqra schon einmal einige Gesetze abgehandelt worden sind (rein und unrein), die ganz eindeutig auf das Heiligtum orientieren sollen, dann können wir eine Vorstellung bekommen, worauf dieses „Heiligkeitsgesetz“ abzielt: War es nämlich möglich, mit Geboten das Volk auf ein räumlich verstandenes Heiligtum auszurichten, so ist es nun – ohne den Gedanken an das Heiligtum – auch möglich, das Volk auf „den Heiligen“ auszurichten. So wie das Heiligtum ein abgegrenzter Raum ist, so soll das Volk eine abgegrenzte Entität sein, die den spezifischen Geboten folgt. Deshalb heißt es auch zum Schluss dieser Parascha konsequenterweise, dass sich dieses Volk von den anderen Völkern unterscheiden soll, wie es insgesamt Unterschiede setzen soll. Der Gedanke ist also nicht, dass der heilige Gott alles auf der Welt „durchheiligt“, so dass die ganze Welt heilig ist, sondern vielmehr der, dass wenn der heilige Gott mit der Welt in irgendeiner Weise zusammenzudenken sein soll, dass dann das Heilige eine begrenzte und besondere Sphäre in der Welt nötig hat, um nicht profanisiert zu werden. Das ist vom Gedanken her räumlich verstanden das Heiligtum oder überräumlich im Gedanken eines heiligen Volkes. Damit ist der Ausspruch: Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin, nicht eine moralisch-ehtische Aussage, sondern die Möglichkeit dafür, dass der Gottesgedanke in Bezug auf die Welt überhaupt zu denken ist. Wenn Israel also das Volk Gottes ist, dann muss es sozusagen ein besonderer Raum in der Welt sein. Wenn sich das Volk nicht an die Gebote hält und sich so verhält, wie die anderen Völker, also keine Unterschiede mehr setzt, dann muss der Anspruch, Gottes Volk zu sein, aufgegeben werden.