Archiv der Kategorie: (2) Schemot – Das zweite Buch der Tora

Paraschat Pequde

Der Text der Parascha, für Kinder und Jugendliche aufbereitet, finden Sie in unserem Buch

Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden. Band 2 Schemot / Namen, Ariella-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-9816238-4-0, 24,80 €, gebunden 144 S. mit 12 Illustrationen

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Einleitung

Fragen zur Parascha

Fragen zu Paraschat Pequde

A) Einfachere Fragen

Welche Teile werden in dieser Parascha angefertigt?

Wer führte die Arbeiten aus?

Wann sollte das Heiligtum aufgebaut werden?

Wer stellte das Heiligtum auf?

Wann durften die Kinder Jisraels weiterziehen?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb wird diese Parascha häufig mit der vorhergehenden Parascha „Wajaqhel“ zusammen gelesen, aber eben nicht immer?

Woran erinnert die Wendung: „Und Mosche vollendete so das Werk“? Könnte es einen Grund haben, dass es an die besagte Stelle erinnern soll?

Weshalb muss Mosche das Heiligtum aufbauen. Sollen das denn nicht die Lewiim erledigen?

Einleitung zu Paraschat Pequde

Dies ist nun die letzte Parascha des zweiten Buches Schemot. Meist wird diese Parascha zusammen mit der vorangehenden Parascha Wajaqhel gelesen. Lediglich in Jahren, in denen der Schaltmonat Adar II eingeschoben wird, wird diese Parascha an einem eigenen Schabbat gelesen (da es  mehr Monate im Jahr, und damit auch mehr Schabbate gibt, werden die doppelten Paraschijot getrennt und jede eigens gelesen). Hauptthema sind diesmal die Kleidungsstücke für die Kohanim (Priester), die Bezalel und vor allem Oholiav anfertigen. Damit sind alle Gegenstände, die das Heiligtum betreffen, ausgeführt und hergestellt. Mosche wird nun beauftragt, das Heiligtum aufzustellen und alle Gerätschaften, die in das Heiligtum gehören, am richtigen Ort zu platzieren. Hier ist es Mosche, der diese Arbeiten verrichtet, später sind es die Lewiim, die das Heiligtum abbauen und aufbauen und transportieren.

Damit hat das Buch Schemot einen großen Bogen beschrieben, der von der Unterdrückung der Jisraeliten in Ägypten über den Auszug und die Wanderung bis zum Berg Sinai und dort bis zur ausführlichen Beschreibung des Heilgtums reicht. Hier wird also ausführlich beschrieben, wie ein Volk konstituiert wird. Das beginnt eben zuerst mit der physischen Herstellung einer Einheit (Trennung von den Ägyptern) und schließlich mit einem zentralen Bau (Heiligtum), auf das hin das Volk ausgerichtet ist. Dazu kommen weitere Gesetze, die das Zusammenleben des Volkes ermöglichen.

Paraschat Wajaqhel

Der Text der Parascha, für Kinder und Jugendliche aufbereitet, finden Sie in unserem Buch

Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden. Band 2 Schemot / Namen, Ariella-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-9816238-4-0, 24,80 €, gebunden 144 S. mit 12 Illustrationen

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Einleitung

Fragen zur Parascha

Einleitung zu Paraschat Wajaqhel

Nun wird in dieser Parascha der Bau des Heiligtums und die Herstellung von dessen Geräten ausgeführt. Vom Wortlaut her unterscheidet sich diese Parascha wenig von der Parascha Teruma, lediglich die Reihenfolge hat sich wesentlich geändert. Beispiel: Hörte die Anweisung des Baus für das Heiligtum in Par. Ki Tissa mit dem Schabbat auf, so beginnt nun die Darstellung der Ausführung zum Bau des Heiligtums mit dem Schabbatgebot. Anderes Beispiel: In den hiesigen Ausführungen wird zuerst die Wohnung und der Trennvorhang dargestellt, danach das gesamte Interieur des Heiligtums und zum Schluss der Vorhof um die Wohnung. Bei der Darstellung der Anweisungen wird eher von innen nach außen gearbeitet, so dass zuerst das Interieur behandelt wird, danach die Wohnung. Besondere Bedeutung bekommt in dieser Parascha Bezalel, der verantwortliche Künstler für den Bau und die Herstellung aller Gerätschaften.

Fragen zu Parschat Wajaqhel

A) Einfachere Fragen

In dieser Parascha wird wieder der Schabbat behandelt. Welches Verbot am Schabbat ist hier neu, wurde also vorher noch nicht gesagt?

Wer war für die Herstellung des Heiligtums und dessen Geräte zuständig?

In dieser Parascha wird fast alles wiederholt, was bereits in der Parascha Teruma behandelt worden ist. Dennoch sind mindestens zwei Dinge grundsätzlich anders. Was?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Kannst du dir erklären, weshalb es diese Unterschiede (siehe obere Frage) zwischen der Parascha Teruma und der Parascha Wajaqhel gibt?

Paraschat Ki Tissa

Der Text der Parascha, für Kinder und Jugendliche aufbereitet, finden Sie in unserem Buch

Erzähl es deinen Kindern. Die Torah in fünf Bänden. Band 2 Schemot / Namen, Ariella-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-9816238-4-0, 24,80 €, gebunden 144 S. mit 12 Illustrationen

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Einleitung

Fragen zur Parascha

Einleitung in Paraschat Ki Tissa

In dieser Parascha kommt noch einmal der erzählerische Duktus heraus. Es gibt einige Vorschriften zum Heiligtum (kupfernes Becken, Salböl und Räucherwerk), und auch zum Ende der Parascha hin werden noch einmal allgemeine Vorschriften erlassen. Aber dazwischen befindet sich die Erzählung vom Goldenen Kalb und wie Mosche die Tafeln des Zehnworts zerschmettert, anschließend auch die Erzählung, wie Mosche die Herrlichkeit Gottes auf dem Berg sehen darf. Was ist das Besondere an diesen eingeschobenen Erzählungen? Dazu ist es interessant, einmal zu sehen, in welchem Kontext diese Erzählungen stehen: Rundherum geht es ausschließlich um den Bau des Heiligtums und um den Dienst der Kohanim. Vor der Erzählung vom Goldenen Kalb zählt Gott Mosche auf, wie man alles ausführen soll, in der nächsten Parascha (Wajaqhel) wird ausgeführt, wie Mosche den Bauleuten die Anweisungen gibt. Es geht also um das Heiligtum. Das Heiligtum selbst ist der Ort, an dem Gott dem Volk „nahe“ ist, biblisch gesprochen: wo Gott unter den Kindern Jisraels „wohnt“. Wenn man genau darauf achtet, so thematisiert die Erzählung vom Goldenen Kalb ebenfalls eine Nähe: Der Götze Goldenes Kalb steht mitten unter ihnen und die Jisraeliten tanzen um ihn herum, in der Nähe baut Aharon einen Altar und es soll eine Feier geben. Nach dieser Beschreibung geht es also den Jisraeliten darum, eine Nähe zu generieren, die durch die Abwesenheit Mosches (und damit Gottes) notwendig geworden ist. Wenn man diese Parallelität von Heiligtum und Goldenem Kalb sieht, dann fällt erst auf, worauf sich die jisraelitische Religion eingelassen hat, mittels Heiligtum eine Nähe Gottes zu versprechen. Denn grundsätzlich ist es Sache der Götzen, „nahe“ zu sein. Wenn also in der Tora durch das Heiligtum Gott dem Volk „nahe“ sein soll, dann muss sie sehr darauf bedacht sein, mit einer „Götzennähe“ nicht verwechselt zu werden. Und der wesentliche Unterschied zwischen Nähe und Nähe besteht genau darin, dass die Tora einen immensen Aufwand betreibt, wie das Heilige vom Profanen getrennt bleibt, obwohl beides sehr eng zusammenrückt. Im Heiligtum kann eben nicht jeder irgendwie hereinspazieren. Die Errichtung des Heiligtums und der Dienst der Kohanim soll gerade garantieren, dass die „Nähe Gottes“ gewissermaßen eine „unberührte“ bleibt. Das Heilige und das Profane bleiben in ihrer Integrität bestehen. Anders beim Goldenen Kalb. Das steht eben mitten im Lager herum, es ist lediglich ein umgeformter Goldschmuck, der nun nicht mehr an den Ohren der Frauen hängt, sondern in der Mitte des Lagers herumsteht. Damit gehört das Goldene Kalb in den profanen Bereich und ist nicht in der Lage, einen heiligen Raum zu konstituieren. Daran kann man erkennen, welche Relevanz die Kapitel vom Heiligtum und von den Kohanim in der Tora zukommen. Sie sollen uns in die Lage versetzen, die Nähe Gottes nicht „obszön“ umzudeuten und keine Nähe zu postulieren, wo ein kumpelhaftes Einvernehmen gemeint ist.

Fragen zu Paraschat Ki Tissa

A) Allgemeine Fragen

Welche Jisraeliten soll Mosche zählen. Und wofür soll er sie zählen?

Welche Gerätschaften für das Heiligtum werden in dieser Parascha noch besprochen?

Wer soll das Heiligtum anfertigen?

Weshalb sollen die Jisraeliten den Schabbat einhalten?

Weshalb wollen die Jisraeliten, dass ihnen Aharon ein Goldenes Kalb macht?

Was zerstört Mosche, als er erfährt und sieht, dass die Jisraeliten um das Goldene Kalb tanzen?

Was erbittet Mosche ganz für sich vom Ewigen? Geht der Ewige auf diese Bitte ein?

Weshalb kann man den Ewigen nicht sehen?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Der Schabbat wird direkt nach den heiligen Geräten und nach dem Heiligtum erwähnt. Ist das Zufall, oder kann man daraus etwas Wichtiges für den Schabbat sagen?

Beschreibe Aharon und seine Rolle, die er bei der Geschichte mit dem Goldenen Kalb spielt!
Kennst du das fett gedruckte Stück „Ewiger, Ewiger…“ aus der Synagoge?

Paraschat Tezawe mit Raschi

Das Öl für den Leuchter

27,20
Und nun sollst du den Kindern Jisraels auch noch anordnen, dass sie aus Oliven ein reines Öl aus zerstoßenen Oliven herstellen sollen. Dieses Öl soll für das beständige Licht der Menora, die ihr angefertigt habt, sein. Es soll vom Abend bis zum Morgen brennen. Wenn ihr das Öl habt, dann kann Aharon und seine Söhne die Lampen in der Wohnung, außerhalb des Trennvorhangs, vorbereiten. Das soll euch ein ewiges Gesetz sein, das euch immer gelten soll.

reines Öl: Das bedeutet: Öl ohne Ablagerungen.

zerstoßenen Oliven: Sie werden im Mörser zerstoßen und nicht in der Mühle gemahlen. Denn in der Mühle könnten immer Reste vom vorhergegangenen Mahlvorgang enthalten sein. Den Mörser kann man reinigen. Erst wenn das erste Öl im Mörser entstanden ist, kann man dieses Öl für die Menora verwenden. Danach kann man die Oliven in die Mühle geben. Aber das so gewonnene Öl ist für die Menora nicht tauglich, sondern nur für die Mincha, das Speiseopfer.

beständige Licht: Nacht für Nacht soll es brennen. Das „beständig“ („tamid“) wird öfter verwendet, um die Dauer auszudrücken.

vom Abend bis zum Morgen: Es wird in die Lampen genausoviel Öl hineingegeben, dass es vom Abend bis zum Morgen reicht.

Die Kleidung der Priester

28,1
Nachdem ihr euch um meine Wohnung gekümmert habt, soll Aharon mit seinen Söhnen zu dir, Mosche, hintreten, damit sie zu Priestern gemacht werden können. Vor dir sollen also stehen: Aharon und die Söhne Nadav, Avihu, Elasar und Ithamar. Und damit sie als Priester eingesetzt werden können, sollst du ihnen besondere Gewänder anfertigen lassen. Sie sollen die Priester auch schmücken, so schön sollen sie sein.

zu Priestern gemacht: Dass sie geheiligt werden. Sie erhalten durch die Kleider ihre Priesterwürde.

Um die Gewänder machen zu lassen, musst du dir Leute in deinem Volk suchen, die weise und klug sind, die auch solche Gewänder herstellen können.

Und das sind die verschiedenen Kleidungsstücke, die die Priester benötigen: ein Brustschild, einen Efod, ein Oberkleid, einen Rock, ein Kopfband und einen Gürtel. Die Leute, die du dir herausgesucht hast, sollen die heiligen Kleidungsstücke herstellen, damit Aharon und seine Söhne mir als Priester dienen können. Sie sollen Gold und die purpurblaue und purpurrote und karmesinfarbene Wolle und den Byssus dazu nehmen.

Brustschild: Als Schmuck auf dem Herzen. [Die genaue Beschreibung folgt später].

Efod: Eine Art Schurz mit Gürteln [Raschi erklärt bereits hier einiges zum Efod, doch beschreibt er ihn noch einmal später, vor allem im Verhältnis zum Brustschild].

Oberkleid: Das ist eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Rock: Der Rock war geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Kopfband: Das ist eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Gürtel: Dieser Gürtel war für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

heiligen: Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe [Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig sind, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird].

Der Efod

Zunächst sollen sie also den Efod herstellen.

Efod: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Dazu sollen sie das Gold, die Wolle und den Byssus nehmen. Der Efod soll so hergestellt sein, dass am (oberen) Ende zwei Bänder befestigt sind, die über die Schultern führen.

Gold, Wolle und Byssus: [Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben] Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Ein Gurt soll am Efod sein, ganz so gemacht, wie der Efod selbst, nämlich aus Gold, aus Wolle und aus Byssus. Dieser Gurt soll nach vorn führen, damit man mit ihm den Efod zubinden kann.

Ein Gurt: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Danach sollst du zwei besondere Steine nehmen, Schohamsteine, und darauf sollen die Namen der Kinder Jisraels eingraviert werden, sechs Namen auf dem einen Stein, sechs Namen auf dem anderen Stein.

die Namen der Kinder Jisraels: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jissachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Und zwar so sollen sie eingraviert sein, dass der Älteste zuerst, der Jüngste zuletzt genannt wird.

eingraviert: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit denen man Briefe versiegelt.

Dann sollst du die Steine mit Gold einfassen und sie auf den Schulterbändern des Efod befestigen. Diese Steine sollen Erinnerungssteine an die Kinder Jisraels sein. Und Aharon soll diese Namen zur Erinnerung vor dem Ewigen tragen. Daneben sollst du Einfassungen anbringen, an denen du die Kettchen des Brustschildes befestigst.

Erinnerungssteine: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Kettchen: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Das Brustschild

Danach sollst du das Brustschild machen. Das Brustschild soll dir bei deinen Urteilen behilflich sein, denn darin sollen die Lose liegen.

Urteilen behilflich sein: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Das Brustschild sollst du ganz so wie den Efod herstellen, nämlich aus Gold, aus himmelblauer, purpurroter und karmesinfarbener Wolle und aus Byssus.

wie den Efod: Gewebt und mit den fünf Arten.

Es soll viereckig sein, doppelt gelegt, wie eine Tasche, fünfundzwanzig Zentimeter auf fünfundzwanzig Zentimeter, und an den Schulterbändern des Efod befestigt sein. Und dann sollst du das Brustschild mit besonderen Steinen besetzen, jeder Stein auf seine Weise ganz besonders.

Schulterbändern: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

besetzen: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Und zwar sollst du das Brustschild in vier Reihen zu je drei Steinen besetzen, das geben zwölf Steine insgesamt. Jeder Stein soll golden eingefasst sein. Und auf die Steine sollst du die zwölf Namen der Kinder Jisraels eingravieren, für jeden Namen einen Stein. Danach sollst du noch zwei Kettchen anfertigen, mit denen du das Brustschild am Efod befestigen kannst (…).

zwölf Namen: Nach der Geburtsfolge.

Kettchen: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.

So soll Aharon die Namen der Kinder Jisraels an seinem Herzen vor sich hertragen, wenn er in das Heiligtum hineingeht, es soll zur Erinnerung vor dem Ewigen dienen.
Da das Brustschild wie eine Tasche gefertigt sein soll, sollst du die Urim und die Tumim in die Tasche hineinlegen. Diese sollen auf dem Herzen Aharons liegen, wenn er vor den Ewigen tritt und für  die Kinder Jisraels Entscheidungen fällen muss.

Urim und Tumim: Das ist der geschriebene Gottesname [der vierbuchstabige Name, das Tetragramm?], der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.

Entscheidungen äußern: Wodurch sie gerichtet und angewiesen wurden, ob sie etwas tun oder unterlassen sollten.

Der Mantel

Dann sollst du das Mantel für den Efod herstellen, und zwar ganz und gar aus himmelblauer Wolle.

Mantel: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.

ganz und gar: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.

Und damit du es über den Kopf ziehen kannst, sollst du eine Öffnung für den Kopf machen. Um diese Öffnung sollst du einen Saum anbringen, indem du den Stoff doppelt legst wie bei einem Panzerhemd, damit er nicht zerreißt.

Panzerhemd: Daraus lernen wir, dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.

nicht zerreißt: Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. [Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu].

Wenn du das hast, dann sollst du am unteren Saum Formen anbringen, die wie Granatäpfel aussehen und aus himmelblauer, purpurroter und karmesinfarbener Wolle sind.

Granatäpfel: Sie waren wie Granatäpfel rund und hohl.

Am ganzen Saum unten entlang. Und zwischen die Formen der Granatäpfel sollst du goldene Glöckchen anbringen. Immer abwechselnd: ein Granatapfel, ein Glöckchen, und so rundherum am unteren Saum des Kleides. Und wenn Aharon als Priester im Heiligtum dient, dann soll er dieses Kleid anhaben, denn wenn er in das Heiligtum hineingeht, dann soll man den Klang der Glöckchen hören, damit er nicht stirbt.

Glöckchen: Die Glöckchen hatten Klöppel im Innern.

Immer abwechselnd: Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. [Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren].

damit er nicht stirbt: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. [Damit legt Raschi die Betonung auf die Kleidung der Kohanim insgesamt und weniger auf die Glöckchen, die ihn vor dem Tod schützen.]

Der Kopfschmuck

Und dann sollst du einen Kopfschmuck anfertigen. Ganz aus Gold soll er sein, und darauf sollst du eingravieren: „Heilig dem Ewigen“.

Kopfschmuck: Das war ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.

Ein Band soll den Kopfschmuck auf dem Kopf befestigen, und der Kopfschmuck soll so an Aharons Kopf befestigt sein, dass er auf seiner Stirn liegt.

Ein Band: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin. [Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi:] Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.

Und so soll Aharon alle Vergehen der Kinder Jisraels, die das Heiligtum betreffen, auf sich nehmen und sie tragen, der Kopfschmuck soll das deutlich zeigen. Deshalb soll Aharon diesen Kopfschmuck beständig tragen.

die das Heiligtum: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.

und sie tragen: Bedeutet zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.

beständig tragen: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.

Weitere Kleider

Dann sollst du noch einen geriffelten Rock anfertigen, der ganz aus Byssus verarbeitet ist. Dann auch noch einen Kopfbund aus Byssus und einen Gürtel, der ganz bestickt sein soll.

geriffelten: Das waren Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.

Für die Söhne Aharons sollst du Röcke und Gürtel und Mützen anfertigen, damit auch sie sehr würdig aussehen.

Für die Söhne Aharons: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider. [Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester].

Du sollst für Aharon und seine Söhne dies alles herstellen und sie ankleiden. Und dann sollst du sie salben mit einem Salböl, und sie so zu Priestern machen, damit sie mir als Priester dienen können.

sie ankleiden: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.

sie salben: Aharon und seine Söhne. Mit dem Salböl.

sie zu Priestern machen: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.

Auch Hosen sollst du anfertigen, damit sie unten herum nicht nackt sind. Die Hosen sollen von den Hüften bis zu den Oberschenkeln reichen. Aharon und seine Söhne sollen sie anziehen und sie tragen, wenn sie in meine Wohnung kommen oder wenn sie zum Altar gehen. Sie sollen sich genauso kleiden, nur dann machen sie sich nicht schuldig und müssen nicht sterben. Das soll euch ein ewiges Gesetz sein, an das ihr euch und eure Nachkommen halten sollt.

Hosen: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.

in meine Wohnung: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].

ein ewiges Gesetz: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.

Wie Aharon und seine Söhne Priester werden

29,1
Folgendes sollst du tun, wenn du Aharon und seine Söhne zu Priestern machst:
Nimm zunächst einen Stier und zwei Widder.

Stier: Wegen der Übertretung mit dem Goldenen Kalb. Das war auch ein Stier.

Die Tiere, die du auswählst, sollen ohne Krankheit sein und ohne irgendwelche Gebrechen. Dann sollst du aus ganz feinem Mehl und aus Öl ungesäuerte Brote,  Kuchen und Fladenbrote machen. Die Brote lege in einen Korb. Dann bringst du sowohl die Tiere als auch die Brote.

Brote, Kuchen, Fladenbrote: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.

Bringst du: In den Hof.

Wenn du das getan hast, dann sollen Aharon und seine Söhne an den Eingang des Zeltes kommen. Dort sollen sie in Wasser baden. Wenn du das getan hast, dann nimm die Kleider für Aharon und bekleide ihn. Also mit Rock und dem Oberkleid für den Efod, mit dem Efod selbst, daran befestige das Brustschild, binde ihm den Gurt für den Efod um und setze ihm den Kopfschmuck auf.

baden: Der ganze Körper soll untertauchen.

bekleide ihn: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.

Wenn Aharon angezogen ist, sollst du das Salböl nehmen und es ihm über seinen Kopf gießen. So hast du ihn gesalbt.

Salböl: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war [Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.]

Danach sollen seine Söhne herantreten, nimm ihre Kleidungsstücke und bekleide sie damit. So werden auch sie zu Priestern.

Wenn du das getan hast, dann sollst du den Stier vor die Wohnung führen. Dort sollen Aharon und seine Söhne ihre Hände auf den Kopf des Stieres stemmen. Dann schlachte den Stier vor dem Ewigen am Eingang des Zeltes. Das Blut von dem geschlachteten Stier sollst du auffangen und davon etwas an die Hörner des Altares schmieren. Den Rest des Blutes gieße unten an den Altar aus.

vor die Wohnung: Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist.

unten an den Altar: Deshalb gab es am unteren Sockel einen Vorsprung, der um den Altar verlief. Darin wurde das Blut aufgefangen.

Dann sollst du den Stier zerlegen und Fett von bestimmten Stellen des Tieres herausschneiden. Das alles nimmst du auf den Altar, und dort sollst du es verbrennen. Alles andere von dem Stier sollst du nach draußen schleppen und es draußen verbrennen, dass nichts mehr übrigbleibt. So ein verbranntes Tier nenne ich ein Sündopfer.

verbrennen: Normalerweise wird eine Chattat, ein Sündopfer, nicht verbrannt.

Wenn du das erledigt hast, dann holst du einen von den Widdern. Und wieder sollen Aharon und seine Söhne ihre Hände auf den Kopf aufstemmen. Wenn sie das getan haben, dann sollst du den Widder schlachten. Nimm von dem Blut des Widders und bespritze damit den Altar. Den Widder sollst du in seine Teile zerlegen. Und so, in seine Einzelteile zerlegt, sollst du den Widder auf den Altar bringen und ihn dort in Rauch aufgehen lassen. Das ist ein Ganzopfer, weil das Tier ganz für den Ewigen geopfert worden ist, es ist ein lieblicher Duft für den Ewigen.

bespritze den Altar: Dazu nahm man ein Gefäß und besprengte damit den unteren Teil des Altares. Deshalb ging der Kohen auch nicht auf den Altar, sonderen stand vor ihm. Nur für die Chattat waren die Hörner und die Finger vorgeschrieben.

lieblicher Duft: Es ist für mich ein Wohlgefallen, da ich gesprochen habe und meine Anweisung wurde ausgeführt.

Danach sollst du den zweiten Widder nehmen. Und wiederum sollen Aharon und seine Söhne seine Hände auf seinen Kopf stemmen. Auch diesen Widder sollst du schlachten und vom Blut sollst du nehmen. Aber dieses Mal bestreichst du mit dem Blut das rechte Ohrknorpel von Aharon und seinen Söhnen, und auch die rechten Daumen und die großen Zehen des rechten Fußes.

Ohrknorpel: Das ist ein innerer Teil der Ohrmuschel.

Und auch den Altar sollst du wiederum mit dem Blut bespritzen.
Dann sollst du von dem restlichen Blut und von dem Salböl nehmen. Und damit sollst du Aharon und seine Kleidungsstücke und auch seine Söhne und deren Kleidungsstücke besprengen. So werden sie zu ihrem Priesterdienst geweiht.

Dann sollst du von dem zweiten Widder das Fett, einige andere Innereien und den rechten Schenkel nehmen, denn das ist der Widder der Einsetzung; dazu auch ein Brot, einen Kuchen und ein Fladenbrot, die du vorher zubereitet hast.

rechte Schenkel: Nur hier wird der rechte Schenkel mit anderen Fettstücken verbrannt.

Widder der Einsetzung: Er wird als Friedensopfer gebracht, weil an ihm alles vollkommen ist. Und er bringt diese Vollkommenheit dem Altar, dem Kohen, der Dienst tut und den Eigentümern. Da zur Einsetzung Mosche Dienst tat, kam ihm das Opfer zu als Kohen, und Aharon und seinen Söhnen kam das Opfer zu als Eigentümer.

ein Brot, einen Kuchen und ein Fladenbrot: Von diesen drei Arten wird je eines von den zehn gebackenen genommen. Nur hier wird Brot, das mit einem Opfer gebracht wird, auch verbrannt.

Das alles sollst du Aharon und seinen Söhnen in die Hand legen, damit diese die Sachen in ihren Händen schwingen; sie sollen eine Schwingung vor dem Ewigen machen. Haben sie das getan, dann nimmst du es ihnen wieder aus der Hand, bringst es zum Altar, legst es über das Ganzopfer und verbrennst alles. Das ist ein Feueropfer für den Ewigen, zum lieblichen Duft für den Ewigen.

in die Hand legen: Sowohl der Eigentümer als auch der Kohen waren an der Schwingung beteiligt. Wie? Der Kohen legt seine Hand unter die des Eigentümers und gemeinsam schwingen sie. Mosche war der Kohen und Aharon und seine Söhne waren die Eigentümer.

eine Schwingung: Und zwar schwangen sie in alle vier Himmelsrichtungen, denn Ihm gehört die ganze Welt. Auch schützte sie vor Strafen und schlechten Winden. Dann schwangen sie nach oben und unten, denn Ihm gehören Himmel und Erde. Auch schützte sie vor schlechtem Tau [Auch der *Lulav wird nach allen vier Seiten und nach oben und unten geschüttelt].

über das Ganzopfer: Die Teile der Schwingung werden auf den ersten Widder gelegt, der bereits als Ganzopfer auf dem Altar liegt.

für den Ewigen: In seinem Namen wird das Feueropfer gegeben.

Dann sollst du die Brust von dem Widder nehmen und diese selbst für den Ewigen schwingen.

Brust: Die Brust schwingst und heiligst du für die künftigen Generationen, auf dass auch die späteren Generationen die Schwingung vollziehen [Die Anweisung, die Brust zu schwingen ist also keine einmalige Anweisung, sondern gilt für später gleichermaßen].

Die Brust, die du geschwungen hast, die soll danach dir gehören: bring sie also nicht auf den Altar, und verbrenne sie nicht für den Ewigen. Sie sind dein Anteil. Und so sollst du später verfahren, wenn Aharon und seine Söhne für die Kinder Jisraels opfern vor dem Ewigen. Sie sollen sich die freiwillige Abgabe nehmen und sie als ihren Anteil betrachten, sie müssen es nicht verbrennen.

später verfahren: Es soll also ein ewiges Gesetz sein, dass Friedensopfer den Eigentümern gehören und Brust und Schenkel den Kohanim übergeben werden sollen.

Die besonderen Gewänder für Aharon sollen, wenn er einmal stirbt, an einen seiner Söhne weitergehen. Dann soll man diesen Sohn in diesen Kleidern salben und ihn in das Priesteramt einführen. Sieben Tage lang soll dieser die Kleider anziehen, denn er ist derjenige, der in die Wohnung geht und direkt im Heiligtum den Dienst verrichtet.

an einen seiner Söhne: Nämlich an den Sohn, der Aharon im Amt folgen wird.

in das Prieseramt einführen: Und zwar durch die Kleider des Kohen Gadol.

In die Wohnung geht: Es ist also der Kohen, der an Jom Hakippurim ins Allerheiligste darf, um seinen Dienst zu verrichten.

Die Mahlzeit

Nimm den Widder und koche sein Fleisch an einem heiligen Ort. Dann sollen Aharon und seine Söhne das Fleisch des Widders und das Brot, das sie zubereitet haben, am Eingang der Wohnung essen.

heiligen Ort: Weil das Friedensopfer, das sie bringen, heilig ist, müssen sie in den Vorhof gehen.

am Eingang der Wohnung: Wenn es im Hebräischen heißt: „am Eingang der Wohnung“, dann ist damit der gesamte Vorhof gemeint.

Sie sollen das Fleisch und das Brot essen. Dadurch wurden sie ins Reine gebracht, so dass sie in den Dienst eingeführt und geheiligt werden konnten. Ein Fremder darf also nicht davon essen, denn das Essen selbst ist heilig. Alles, was bis zum anderen Morgen von dem Essen übrigbleibt, sollst du verbrennen, dass nichts davon übrigbleibt, denn das Essen ist ja heilig.

Sie sollen … essen: Aharon und seine Söhne sollen es essen, weil sie die Eigentümer sind.

sie ins Reine gebracht: Von Aharon und seinen Söhnen wurde das dem Heiligen Fremde entfernt, so dass sie nun Kohanim sein können [Da Aharon und seine Söhne vor der Einsetzung ja noch keine Kohanim waren, musste sozusagen alles von ihnen entfernt werden, was nicht zum Heiligen Bereich gehört. Das meint das hebräsiche „kipper“. Sie wurden durch das Essen ins Reine gebracht und erfüllten dann erst die Voraussetzung für die Kohanut].

Nun habe ich dir genau dargelegt, wie du mit Aharon und seinen Söhnen verfahren sollst, wenn du sie zu Priestern an meinem Heiligtum einsetzst.

Die Opfer während der Einsetzung

Aber denk nicht, dass es nur einen Tag dauert, die Priester in ihren Dienst einzuführen. Nein, sieben Tage soll es dauern. Und während dieser sieben Tage sollst du nun einiges Besondere beachten:

sieben Tage: An allen sieben Tagen soll wie besprochen verfahren und geopfert werden.

Du sollst während dieser sieben Tage täglich einen Stier schlachten und zum Altar bringen. Dieses Opfer soll dazu dienen, den Altar selbst heilig zu machen, denn der Altar muss immer heilig sein, wenn man auf ihm opfern will. Und alles, was den Altar dann berührt, wird selbst heilig. Sieben Tage sollst du das so vollziehen.

einen Stier: Das ist genau der Stier, der schon oben erwähnt worden ist. Er wird hier aber noch einmal erwähnt, um deutlich zu machen, dass er in diesen sieben Tagen täglich geschlachtet werden muss.

alles, was den Altar berührt: Worin besteht die Heiligkeit des Altars? Der darauffolgende Vers sagt es: Alles, was den Altar berührt, wird selbst wiederum heilig. Also auch ein untaugliches Opfer heiligt der Altar. Daraus könnte man nun herauslesen, dass auch ein Opfer, das schon vor dem Heiligtum untauglich geworden ist, ebenfalls heilig wird, wenn es den Altar berührt. Ein Beispiel hierfür ist das Tier, das für den Götzendienst bestimmt war. Dem ist aber nicht so. Gemeint ist nur das Tier, das bereits auf dem Altar war und danach wieder untauglich wurde, zum Beispiel, weil es über Nacht liegen blieb, oder wieder aus dem Vorhof hinausgebracht wurde.

Die täglichen Opfer

Was nun den täglichen Dienst am Heiligtum betrifft, so gilt Folgendes:

Jeden Tag sollst du zwei Schafe bringen, die nicht älter als ein Jahr sind. Und zwar sollst du ein Schaf am Morgen bringen, das andere Schaf am Abend. Für das Schaf, das du am Morgen bringst, sollst du Mehl Öl aus zerstoßenen Oliven  dazugeben und aus Wein ein Gussopfer. Das zweite Schaf bringst du am Abend, und auch hier sollst du ein Gussopfer dazu bereiten. So wird es ein Opfer zum lieblichen Duft für den Ewigen.

zerstoßenen: Hier ist das „Zerstoßen“ keine Pflicht. Pflicht ist das „Zerstoßen“ der Oliven nur für das Öl, das für die Menora zur Beleuchtung notwendig ist.

Gussopfer: Für das Gussopfer befanden sich auf dem Altar zwei silberne Schalen, die unten eine Öffnung hatten. Dort wurde das Gussopfer gegossen. Dort floss es auf den Altar, von dort nach unten zum unteren Sockel des Altars in die Erde, bzw. im Tempel: zu den Fundamenten des Altars.

zum lieblichen Duft: Das bezieht sich nur auf die Mincha, das Speiseopfer.

Immerzu sollt ihr es am Eingang der Wohnung, dort, wo ich mit euch zusammenkomme, mir bringen.

Immerzu: An jedem Tag, und es darf kein Tag sein, an dem das Opfer nicht gebracht wird.

Dort also will ich mit den Kindern Jisraels zusammenkommen, und die Wohnung soll durch meine Herrlichkeit geheiligt werden.

Dort: Einige unserer Lehrer lernen daraus, dass sich der Heilige, gelobt sei er, vom Altar aus mit Mosche redete. Aber andere meinen, dass Er vom Deckel des heiligen Kastens aus mit Mosche sprach (vgl. Ex 25,22). Nach dieser Meinung würde sich der Vers hier auf den Kasten beziehen, und nicht auf den Altar.

Geheiligt werden: Das Heiligtum wird durch die *Schechina geheiligt. Es gibt einen *Midrasch, der lehrt folgendes: Lies nicht „durch meine Herrlichkeit“, sondern „durch meine Geehrten“. Damit deutet der Vers bereits auf die Söhne Aharons voraus, die am Tag der Errichtung der Wohnung sterben und wie Gott durch Mosche sagt: Ich werde durch die geheiligt, die mir nahestehen (Lev 10,3).

Und so will ich meine Wohnung und den Altar und Aharon und seine Söhne, die mir dienen sollen, heiligen. Und auf diese Weise will ich mitten unter den Kindern Jisraels wohnen und euch euer G“tt sein. Und so sollen die Kinder Jisraels erkennen, dass ich ihr G“tt bin, der Ewige, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, um mitten unter ihnen zu wohnen.

mitten unter ihnen: Unter der Bedingung, dass ich unter ihnen wohne.

Der Räucheraltar

30,1
Nun hast du zwar schon so viele Geräte für das Heiligtum hergestellt, aber eines fehlt jetzt noch: der Räucheraltar. Ja, du sollst einen Altar anfertigen, der für das Räucherwerk ist. Dazu sollst du wieder einmal Zedernholz nehmen und daraus den Altar fertigen. Fünfzig Zentimeter lang, fünfzig Zentimeter breit und einen Meter hoch. Auch dieser Altar soll eine Art von Hörnern an den vier Ecken haben. Diese sollen direkt aus dem Holz herausgearbeitet sein, also nicht einfach nur daraufgesetzt. Das Holz sollst du dann mit Gold überziehen, und zwar seine Platte, seine Wände und seine Hörner. Und wiederum sollst du oben und rundherum einen goldenen Kranz aufsetzen. Auch die goldenen Ringe sollst du hier nicht vergessen, damit du die Stangen, die du auch für diesen Altar brauchst, anbringen kannst.

seine Platte: Dieser Altar hatte obenauf eine Platte, die ihn verschloss. Anders der kupferne Altar. Der war oben offen, und er wurde, wenn sie wieder lagerten, mit Erde gefüllt.

goldenen Kranz: Der aussieht wie eine Krone. Die soll die Priesterwürde symbolisieren.

Den Räucheraltar sollst du vor den Vorhang, dem Kasten mit dem Deckel gegenüber, hinstellen, dort soll er seinen Platz haben, also dort, wo ich mit dir zusammenkommen werde.

vor den Vorhang: Die Angabe „vor den Vorhang“ reicht nicht. Denn der Altar könnte dann auch an der Nord- oder an der Südwand stehen. Deshalb steht noch eigens: „dem Deckel gegenüber“.

Und dazu ist der Räucheraltar da: Aharon soll auf ihm jeden Morgen wohlriechende Gewürze verbrennen, jeden Morgen, wenn er gerade dabei ist, die Lampen zu reinigen. Und auch abends, wenn er gerade dabei ist, die Lampen anzuzünden, soll er ebenfalls Gewürze auf dem Räucheraltar verbrennen. Und das soll er täglich machen ohne Unterlass. Und weil es ein Räucheraltar ist, sollt ihr darauf weder Tiere oder Gussopfer opfern, noch sonst ein fremdes Räucherwerk.

zu reinigen: Er nimmt die Dochte heraus, die nachts abbrannten, und legt neue hinein.

täglich: Die eine Hälfte der Gewürze am Morgen, die andere Hälfte am Abend.

fremdes Räucherwerk: Nur dieses eine Räucherwerk, das ich geboten habe, gehört auf diesen Altar. Hierher gehört kein freiwilliges Räucherwerk. Und auch kein Gussopfer, kein Speiseopfer und kein Ganzopfer.

Nur einmal im Jahr soll Aharon den Räucheraltar wieder reinigen, indem er ein besonderes Opfer der Reinigung darbringt und von dem Blut die Hörner des Räucheraltars beschmiert. So soll er den Räucheraltar einmal im Jahr wieder heilig werden lassen, denn hochheilig ist der Räucheraltar dem Ewigen.

einmal im Jahr: An Jom Kippur. So steht es in Lev 16,18: „Er soll hingehen zum Altar, der vor dem Ewigen steht und bringe auf ihm ins Reine.“

besonderes Opfer: Das ist die Chattat, also der Stier und die Ziege, die an Jom Kippur wegen der Verunreinigungen im Heiligtum geschlachtet wurden.